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ZUG1 Ölpreisschock und Fahrverbote haben in den letzten Jahren den Zulauf an Kundschaft auf der Zuglinie Meran - Bozen gewaltig erhöht. Ich kann mich noch an die Ende der 80-er Jahre erinnern, als die Bahnhofsvorstände (ja, die gabs damals noch in jedem Bahnhof auf der Linie und sogar 1 - 2 Mitarbeiter zusätzlich) die Leute zählten die ein- und ausstiegen. Damals zirkulierte das Gerücht, die Linie würde dasselbe Ende der Vinschgerbahn machen und aufgelassen werden. Und dabei hatte alles 1881 so hoffnungsvoll begonnen.

ZUG2 1Die Kurmetropole Meran wurde duch die K.K. priv. Bozen-Meraner-Bahn auf damals modernsten Wege an die große weite Welt angeschlossen. Es gab Kurswagen u.a. von St. Petersburg direkt nach Meran. Die aufstrebende Landwirtschaft des Burggrafenamts wurde logistisch auf Export getrimmt. Auch der Tourismus in der Nachkriegszeit erhielt durch die Kurswagen nach Meran großen Aufschwung. Ich kann mich noch erinnern, an die Kurswagen, aus München, Frankfurt oder wo auch immer. Man konnte u.a. in Innsbruck einsteigen und ohne Umsteigen nach Meran fahren. Das ging, glaub ich bis an den Anfang, die Mitte der 80-er Jahre noch so.

Was mich an der Linie so fasziniert ist ihr vorhergesagtes Ende zugunsten des motorisierten Individualverkehrs und ihr neuerliches Auferstehen, wie ein Phönix aus der Asche. Sie hat Wirtschaftsgeschichte geschrieben. Und ehrlich gesagt die historischen Bahnhöfe sind eine Augenweide. Nicht zu vergleichen mit den heutigen Haltestellen an den Lokalbahnen, die den Charme von Bushaltestellen haben. Klar sie wären zu restaurieren, aber das kommt sicher (hoffentllich) bald.

Eine kleine Anekdote am Rande. Die Linie ist 32 km lang. Der dorfferne Verlauf soll in Kauf genommen worden sein, um durch den Eisenbahnbau auch den Dammbau auf der Etsch voranzutreiben. In Wahrheit soll der Grund ganz ein anderer gewesen sein. Erst ab einer Länge von 30 km wurden Strecken vom Staat anscheinend subventioniert, der kurvige Verlauf soll dazu genutzt worden sein die Strecke länger zu machen. Obs stimmt oder nicht wer weiss. Aber dumm sind unsere Vorväter sicher nicht gewesen. Ein Tipp, die Fahrt von Bozen, nach Meran an einem schönen Herbst- oder Frühjahrstag und dann weiter mit der Vinschgerbahn. Ah, ja vergesst Feldstecher und Fotoapparat nicht!

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    4 Kommentare to “Tschuf, Tschuf, …Eisenbahn”

    1. Castello (4 comments) meint:

      Hallo, ein schöner Artikel und sehr aktuell für mich, denn ich werde morgen für einen Vortrag in Schalnders eben diese Strecke an einem hoffentlich schönen Herbsttag fahren und aufmerksam deren kurvigen Verlauf verfolgen.

    2. Edo (3 comments) meint:

      Hallo, schließe mich dem anderen Kommenatr an. Schon beeindruckend, wie viele Personen mehr nun die Bahn benutzen.

      Gibt es eine schriftliche Quelle dafür, dass die Bahnlinie eigens so gebaut wurde, um Subventionen aus Wien zu erhalten?

    3. StiviB (33 comments) meint:

      Hallo Edo,
      ich hab das mal in einer Zeitung gelesen. Erinner mich leider nicht mehr wann. Mich hat das nur so beeindruckt, daß ic es hier nochmals eingebaut habe. Wenn man den Verlauf genau verfolgt, gibt es für mind. 2 Kurven keine logischen Gründe. Grundbesitzer haben sich damals nicht gewehrt, es war ja noch recht wertloser Sumpfboden. Höchstens als Strebwiesen taugend. Siehe auch http://www.obstbaumuseum.it/index.asp?bytLanguageID=1

    4. Edo (3 comments) meint:

      danke stiviB!

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