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Vor einigen Monaten haben wir eine kleine Umfrage zum Thema Zweisprachigkeitsprüfung gemacht. Die Resultate waren interessant und deshalb haben wir bei der „Dienststelle für die Zwei- und Dreisprachigkeitsprüfungen“ ein paar Nachforschungen angestellt. Wir haben also ein paar Fragen gestellt und Frau Wanda Finocchiaro, Koordinatorin der Dienststelle, hat uns auch einige Antworten geschickt. >>Weiterlesen>>



Eurac LogoMan hört ja immer, das das “Land” überall seine Finger drin haben muß. Nun auch in der Satire. Wie auch unserer Freundes-Blog haben auch wir auf so manches Übersetzungsproblem aufmerksam gemacht, daß es hier und da gibt. Nun kommt die öffentliche, ähem. wissenschaftliche Seite (die Eurac) und macht was gescheites draus. Na da wünschen wir ihnen viel Glück und Erfolg. Viel Spaß beim abblitzen.



Alles ist SpracheSo weit musste es kommen, denn dass wir Südtiroler allesamt kein schönes und korrektes Deutsch sprechen ist ja bestens bekannt. Jetzt machen es uns aber unsere italienischsprachigen Mitbürger einmal vor. Nachdem es scheinbar nicht möglich ist, dass diese sudtirolesi bei uns die zweite offizielle Landessprache[A] erlernen, gehen sie nach Deutschland. Zum Beispiel Hermann-Vöchting-Gymnasium Blomberg. Hier kann man lesen:

Für die Verbesserung ihrer Berufschancen brauchen die italienischen Schüler ein Zertifikat der Zweisprachigkeit. Durch den Deutschlandaufenthalt möchten sie sich auf die Deutschprüfung vorbereiten.

Ich begrüße zwar diese Aktion, sehe aber auch dass sich zwei Fragen direkt stellen:

  1. Muss man ins Ausland gehen um eine “fremde” Sprache zu lernen?
  2. Wäre es nicht auch angebracht, dass so manchen Südtiroler mal nach Deutschland geht um korrektes deutsch zu lernen?

Zur ersten Frage, kann man in Bezug auf Deutsch und Südtirol, eindeutig JA sagen. Auch wenn es hier gute Möglichkeiten gibt um die deutsch Sprache zu erlernen, der Umgang mit den deutschsprachigen Mitbürgern findet nicht in Hochdeutsch statt. Bevor sich jemand die Mühe macht korrektes Deutsch zu sprechen, damit man sich verständigen kann, wechselt man ins italienische. Ein gutes Beispiel hat hier Étranger beschrieben. Noch schwieriger wird es, wenn an Stelle der Hochsprache direkt in Dialekt gesprochen werden soll. Es fehlt hierbei nicht nur um Unterrichtsmöglichkeiten, sondern es ist auch vermessen diese von einem Gegenüber zu verlangen.

Die zweite Frage ist also nicht ganz so sinnlos, denn anscheinend haben viele Südtiroler ein Problem mit der deutschen Sprache. Es ist auch für uns eine Art Fremdsprache. Sie wird in der Schule unterrichtet, wir lesen sie täglich und hören sie in Radio und Fernsehen. Trotzdem schämen wir uns sie zu verwenden. Natürlich ist unser Dialekt ein starker Kultureller Bestandteil den wir erhalten müssen, aber es ist durchaus auch angebracht dass wir unsere Amtssprache sprechen. Nicht nur bei “Ämtern”, sondern auch um einen besseren Umgang mit unseren Mitbürgern zu schaffen. Und wenn wir es nicht schaffen diese hier im Landl zu lernen, dann müssen auch wir nach Deutschland um Deutsch zu lernen.



Fußnoten

  1. die Deutsch heißt und nicht deutscher Dialekt...torna


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Olga hat uns angeschrieben ob wir nicht eine Umfrage starten können zum Thema Zweisprachigkeitsprüfung. Aber das soll sie selber erklären:

Ich schreibe die Hausarbeit über die Zweisprachigkeitsprüfung, und ich wollte die Einstellungen der Bürgern einbeziehen. Es ist interessant, was die Einwohner davon halten. Und hier meine ich nicht nur die Meinung zu der Reform, sondern wie die Prüfung überhaupt gesehen wird, d.h. wirklich wie die Eignung zur Anstellung im öffentlichen Dienst oder als die Brücke in die zweisprachige Gesellschaft?

Wir haben uns erlaubt die Fragen zu teilen, bitte nehmt eifrig an allen teil. Kommentare sind natürlich auch willkommen und können hier hinterlassen werden.

Und da es um Zweisprachigkeit geht hier eine Zusammenfassung in italienisch.

Una nostra lettrice voleva sapere il vostro parere sull’esame di bilinguismo. È un tema molto discusso e vi pregerei di partecipare a questo piccolo sondaggio (non professionale). Il vostro commento su questo tema è ovviamente molto gradito, perciò fatevi avanti.

Sollen Angestellte im öffentlichen Dienst zweisprachig sein?
I dipendenti pubblici dovvrebbero essere bilingui?

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Ist die Zweisprachigkeitsprüfungspflicht für Angestellten im öffentlichen Dienst in Ordnung?
L’obligo degli esami di bilinguismo per i dipendenti pubblici è corretto?

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Ist die derzeitige Regelung und Durchführung der Zweisprachigkeitsprüfung in Ordnung?
La gestione e l’attuazione delgli esami di bilinguismo va bene comè?

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Was ist die Zweisprachigkeitsprüfung für Sie? Merfachnennung möglich.
Cos’è per lei l’esame di bilinguismo? È possibile scegliere più opzioni.

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International anerkannte Sprachprüfungen sollen dem Patentino gleichgestellt werden. Das muß so sein, da wir ja immer gern über Europa reden (wenn wir etwas erhoffen), es aber dann schnell wieder vergessen, wenn wir etwas dafür tun sollen.

Durch die Gleichstellung können auch Mitbürger aus anderen EU-Staaten (aber natürlich auch italienische Mitbürger) welche ein zertifiziertes Zeugnis abgelegt haben, daß sie die Landessprachen beherschen, im öffentlichen Dienst eingestellt werden ohne einer weiteren Prüfung.

Mehr über diese Thematik hat “enrico” geschrieben und gibt auch ein paar interessante Anstöße zum Thema “Bilinguismo”. Ein Auszug:

Nella pratica politica dell’Alto Adige, da quando lo Statuto di autonomia esiste, il bilinguismo non è quasi mai stato considerato un valore, piuttosto è stato inteso, in negativo, come tributo del cittadino all’assetto autonomistico, una sorta di impropria tassa individuale (e anticipata) sul lavoro a carico del singolo.

Und hier geht’s zum vollständigen Artikel.



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  • Una voce dal Sudtirolo - Eine Stimme aus Südtirol - Na Usc de Sudtirol: Toponomastik(a) - Skafa hat uns schon immer wegen seinen guten Analysen gefallen. Er postet wenig, aber dann sitzts. Hier seine Antwort zum famosen Artikel von “Il Giornale”
  • Sepp in Europa » Blog Archive » Die Brücke von Messina - Wir könnten es nicht besser ausdrücken.
  • November Museum 2007 - Gute Gelegenheit an einem verregneten Tag die Museen mittels Shuttlebus ohne Touristen zu besuchen. Die sind ja schon weg ;-)
  • Radiowellen aus Südtirol - Eine Zeitreise, in die Tage, als Radio noch Abenteuer war. In der südtiroler Radiowelt dominieren die Formatradios, austauschbar mit Ö3, BR3 und mit jedem anderen x-beliebigen Format-Radio in Europa. Wie das alles angefangen hat kann man hier nachlesen.
  • Geat-Shun, TOPONOMASTIK - Hier mal ein satirischer Ansatz an die ganze Thematik - zum kaputtlachen. Ein Auszug; Abtei -> Coglione d’abate
  • Applied Spatial Management (ASM) - Brauchen wir einen Business Innovation Park, Eine Abteilung für Innovation, Entwicklung und Gonossenschaften, und auch noch eine “Applied Spatial Management (ASM) zur Dynamisierung der heimischen Wirtschaft und der lokalen lnnovationskultur”? Da droht de Innovation in der Bürokratie undAmtswirrwarr steckenzubleiben


…zumindest seit 80 Jahren. Wir wollen hier ja nicht viel politisieren. Das machen andere sicher besser, aber ich möchte mal ein paar Standpunkte verteten und ein wenig bissig sein. Über die Plakat-Aktion der Südtiroler Freiheit  haben viele geschrieben, und noch viel mehr geredet. Besonders gut hat uns dieser Beitrag bei Brennerbasisdemokratie gefallen. Die Kommentare sind zwar wieder mal länger geraten als der Beitrag, aber das gehöhrt sich wahrscheinlich so.

Aber mir gefällt der Abschluss des Beitrages. Ist es nicht endlich an der Zeit mal einen Punkt zu machen und nach Vorne zu schauen. Beide Seiten, damit wir eine Seite werden. Nach wievielen Generationen ist es denn endlich soweit dass sich die Namen der Orte historisch anerkannt werden. Es war sicher Notwendig sich gegen eine Unterdrückung unserer Identität und Sprache zu wehren, dass haben wir auch erfolgreich getan, aber wir müssen jetzt nichts „zurückbauen“. Außerdem sollte es doch endlich möglich sein, dass auch die zweite Sprachgruppe sich auf die Hinterbeine stellt und auch auf die andere Sprachgruppe zugeht. Den Status Quo festigen, die Bedürfnisse der jeweiligen Sprachgruppen analysieren und Maßnahmen ergreifen, damit der „disagio“ vergeht und man in Zukunft auf eine gemeinsame Vergangenheit zurückblicken kann.

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