Ja jetzt ist es offiziell. Die SVP hat eine Watschen gekriegt. Die 50% sind dahin, aber wie es mit Ohrfeigen so ist - sie tun zwar weh, aber so richtig nachhaltige Schäden bleiben meistens nicht. Dass sie aber trotzdem nicht ganz ohne zeigt das lustige video - was in der Politik in Südtirol nach der Watschen übrig bleibt müssen wir noch sehen, denn die absolute Mehrheit hat sie noch behalten können.



Autowerbung

Also Politikverdrossenheit schaut meiner Meinung nach anders aus. So massiv viel Medienpräsenz und Diskussionen mit allen rund um die Uhr hab ich noch bei keiner Wahl erlebt. Aber so langsam wird auch der beste Witz langweilig - deshalb ist gut dass morgen vorbei ist mit der Themenmonokultur.

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Maenner sind WaschlappenWahlwerbung war schon immer etwas spezielles und vor allem geht sie auf die Nerven. Das zieht sich über alle Medien. Das Ohr fängt bei denRadiospots an zu bluten, neben Straßen hängen Plakate welche von Visionen geplagte Gesichter zeigen, die Briefkästen leiden unter Verstopfung und die Werbegeschenke schämen sich ihrer Aufdrucke.
Julia UNterberger - ja ja
Wir möchten hier nicht unseren Kollegen von “Die Blüten des Südtiroler Wahlkampfs” http://www.wahlkampf.bz.it/ die Schau stehlen, aber dieses Wahlgeschenk war uns einen Eintrag wert. Die Julia ist nicht umbedingt die Männerfreundlichste Kandidatin, das ist bekannt, aber die Aussage in diesem Wahlgeschenk ist eindeutig: “Männer sind Waschlappen! Deshalb verdienen sie eine Chance.” Danke Julia, aber diese Ironie und Überheblichkeit wird wohl nicht viel Stimmen bringen.

Michaela hat VisionenUnd die “Weiße Blume” vergöttert anscheinend irgendjemanden - raten ist erlaubt. Da wird wohl Gott gemeint sein, oder jemand der sich Gottähnlich fühlt. Sie sagt uns also, dass alles gut wird, wir müssen nur dran glauben. Oder sagt sie uns, dass sie nicht auf ihre Wähler (hier unten) schaut, sondern ihren Blick immer nach oben richtet. Schließlich kommen die wichtigen Dinge von oben, oder?



Nein, dies ist kein Aufruf zu einem Online Voting – das ist ein Aufruf zur  Landtagswahl zu gehen. Warum es einen solchen Aufruf braucht können wir in wenigen Zeilen beschreiben.
I want you Vor wichtigen Wahlen gibt es immer Umfragen. Die einen sagen das, die anderen jenes und viele sind noch Unentschlossen. Bei dieser Wahl  scheint es noch eine Gruppe zu geben – jene welche wissen was sie bestimmt nicht wählen. Die SVP. Auch Mitbürger welche keinen direkten Nachteil durch die Landesregierung erfahren haben, sind der Meinung, dass die SVP einen Denkzettel verdient haben. Die Gründe sind oft schwammig, oft konkret gegen einzelne Persönlichkeiten. Alle haben aber gemein, dass in Zukunft die Partei die Geschicke im Land anders lenken sollte bzw. sie sich anders geben sollten.

Der aufmerksame Leser hat bemerkt, dass die Nicht-SVP-Wähler nicht unbedingt zu einer anderen Partei wechseln wollen – viele sind mit den meisten Errungenschaften zufrieden, glauben auch dass die Partei die Kompetenz hat die Probleme die es gibt zu lösen, nur die Art stößt in vielen in letzter Zeit auf.

Die wahren Alternativen sind in Südtirol eher dünn gesät. Ich meine jetzt nicht, dass es keine anderen Parteien oder Bewegungen gibt welche man ankreuzen könnte. Diese haben aber noch nie bewiesen, dass auch die Fähigkeit haben die Geschicke des Landes zu leiten oder, bis auf wenige Einzeltaten, eine echte Opposition darstellen können.

Denn eines ist auch vielen klar, einfach aus Protest ins rechte Lager zu wechseln ist auch nicht gerade ungefährlich – am Ende bekommen die noch die Mehrheit. Das ist dann doch den meisten Nicht-SVP-Wählern zu unsicher. Da wird man dann doch lieber ganz zum Nicht-Wähler und geht gar nicht hin. Dann hat man es auch nicht zu Verantworten.

Und das Resultat – man braucht nur die Wahlen in Bayern anschauen. Die CSU hat ganz schön die Federn gelassen, aber nicht weil die meisten Wähler zu anderen Parteien gewechselt sind, sondern weil viele hunderttausend einfach zu Hause geblieben sind.
Bei uns würde eine ähnliche Entwicklung wohl die rechten Flügel stärken (im Verhältnis) und die Landespolitik eher lähmen als weiter bringen.

Was also tun. Eine Möglichkeit wäre trotzdem die SVP wählen, aber Kandidaten von der Liste auswählen, welche am nächsten zu seinen Überzeugungen stehen – denn es gibt mehr als den Luis und den Elmar und einige könnten auch etwas bewegen, wenn sie genügen Rückenstärkung aus dem Wählervolk bekämen. Eine andere Möglichkeit ist, eine Partei zu wählen, welche den eigenen Ideen am nächsten ist, und da muss man sich halt wirklich informieren. Man kann da schon zu erstaunlichen Erkenntnissen kommen – es könnte durchaus passieren, dass so mancher deutschsprachige Südtiroler den Partito Democratico wählen könnte – oder die Grünen -  nicht wegen dem Naturschutz, dem Riccardo oder den Lobis, aber wegen ein paar jungen Einsteigern, welche für ein Südtirol stehen, welches nach vorne schaut.

Aber das wichtigste ist natürlich „wählen gehen“ – denn wer nicht eine halbe Stunde alle 5 Jahre hat, darf später auch nicht das Maul aufreisen, auch nicht als Protest-Nicht-Wähler.



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Mai sein mir gesund
„Bin ich froh dass ich nicht zahlen hab müssen.“ war wohl der häufigste Ausspruch den ich von den Messebesuchern gehört habe. Da kann die PR-Abteilung der Messegesellschaft noch so lobend posaunen, dass 50.000 Besucher da waren, es war einfach nur peinlich. >>Weiterlesen>>



In den letzten Jahren gibt es immer mehr Spasspartein (echte als auch fiktive), die das politische System auf den Arm nehmen. Nicht nur in Italien, wo die nächsten Wahlen schon bald anstehen, und nicht nur auf nationaler Ebene[A].

Als Beispiel hierfür steht zum Beispiel die Kandidatur von Herrn Grissemann bei den Landtagswahlen in Niederösterreich mit seiner ICH-Partei. Er wurde jetzt ausgeschlossen, nachdem er bei einer Pressestunde sein Programm vorgestellt hat. Dabei hat er natürlich eine extreme Haltung an den Tag gelegt, aber so mancher etablierter Politiker würde mit solchen Aussagen durchaus durchkommen.

In Italien ist das Phänomen “ich gründe halt meine eigene Partei” ja politischer Alltag und mit ein Grund für die Misere in der wir stecken. Und gemäß diesem Motto haben auch einige Moderatoren von RadioDeejay ihre Partei gegründet, die ” Ketty Metti“. Wenn man das Programm liest erkennt man zwar sofort, dass dies nicht ganz ernst gemeint sein kann, aber einige Punkte sind nicht ganz Weltfremd.

- istituzione di un corpo di polizia del “bel costume” che reprima il cattivo gusto
- telefonini, messaggini e connessioni internet a costi ridotti
- scambi culturali, sociali e “fisici” tra nord, centro e sud e con altri paesi (il c.d. “programma Orgasmus”) volti all’integrazione sia nazionale che internazionale

Man sollte mal versuchen, die echten Programme der Parteien ebenso mit einem schmunzeln zu lesen, nachdem diese ja auch nicht ernst gemeint sein können, wenn man die politische Realität beobachtet. Unmögliches wird versprochen und natürlich auch nicht umgesetzt. DieseSpassparteien sind also nicht nur eine Karikatur des politischen Systems, sondern auch ein Zeichen dafür, dass es durchschaut werden kann.

Den Sprung aber von diesem durchschauen zu einem umdenken und einem geänderten Wahlverhalten fehlt oft. Oft auch aus Mangel an Alternativen. Wir würden uns mehr Bürgerlisten wünschen - auch auf nationaler Ebene. Sozusagen als “echte Vertreter des Volkes aus dem Volk”.



Fußnoten

  1. erinnern wir uns an die Bürgermeisterwahl in Bozen...torna


Fundstücke, lesenswertes, usw. im Netz über Südtirol: