Logo BBTDass der Brennerbasistunnel eher ein Prestigeprojekt, als eine wirkliche Lösung der Tranistproblems ist, sollte inzwischen jedem Bekannt sein. Auch dass derBBT in die Trasse der Hochgeschwindigkeitszüge (TAV ) von Palermo nach Berlin eingefügt wird lässt an eine Lösung des Güterverkehrs zweifeln. Aber wenn wir die Beteuerungen glauben und derBBT wirklich für die Entlastung der Autobahn, sprich LKW’s auf die Bahn, bringt, dann wollen wir doch annehmen, dass es so schnell wie möglich soweit sein sollte.

Auf dem Blog von Riccardo della Sbarba konnte ich heute über eine Studie lesen, welche die Bauzeiten von so langen Tunneln vergleicht:

Pubblico qui sotto i diagrammi. Come si vede, invece che il 2015 come previsto dal progetto (intanto la BBT ha allungato la previsione al 2022) lo studio fa l’ipotesi del 2029.


Freie Übersetzung: In den vorgestellten Diagrammen sieht man, dass dieses Projekt bis 2015 abgeschlossen sein sollte (inzwischen nennt dieBBT das Jahr 2022), die Studie nennt 2029 als einen möglichen Termin.

Das heißt frühestens in 14 Jahren, wenn wir die Zulaufstrecken usw. nicht berücksichtigen. Klingt ja auch nicht so weit weg, aber wenn wir uns mal überlegen dass es die Brennerautobahn erst seit 1972 wirklich gibt schaut das schon anders aus. In etwas mehr als 30 Jahren sind aus ca. 150.000LKWs pro Jahr 2.000.000 geworden, welche über den Brenner rauschen. Allein in den letzten 8 Jahren hat sich der Verkehr um 45% erhöht. Wenn in Zukunft das Verkehrsaufkommen auch nur halb so schnell wächst (und es wird wachsen), dann haben wir in 14 Jahren 3.000.000LKWs zu bewältigen (frei nach Adam Riese).

Und was sagt uns das?
Na dass wir nicht erst auf das Wunder BBT (sofern es eines ist) warten sollten, sondern schon jetzt etwas dagegen unternehmen. Wie heißt es so oft in amerikanischen Foren, schreibt eurem Abgeordneten. Hier würde ich vorschlagen mal dem Luis einen Brief zu schreiben und sich ein wenig umzuhören. Es geht ja nicht nur darum gegen den BBT zu sein, sondern das Problem Transitverkehr wirklich anzugehen.



wasserstoffSeit Jahren hören wir jetzt schon, dass die Zukunft der Fortbewegung im Wasserstoff liegt. Die Brennstoffzelle soll all unsere Sorgen zunichte machen und eine Emissionsfreie nachhaltige Fortbewegung schaffen. Auch die Landesregierung will unter dem Motto „Taten statt Worte“ geplant eine Wasserstofftankstelle zu bauen.

Das ist alles schön und gut, doch die Entwicklung ist sehr träge auf diesem Gebiet und die Hauptprobleme wie Herstellung (der zur Zeit verwendete Wasserstoff wird aus Erdgas oder Kohle hergestellt) und Vertrieb sind noch gar nicht ernsthaft angegangen worden. Gibt es also neben dem Wasserstoff noch Alternativen?

Das erste das einem Einfällt sind die Biokraftstoffe, die rund um die Welt gerade die Lebensmittelpreise in die Höhe treiben. Aber es gibt auch andere, näher liegende. Strom – hergestellt aus regenerativen Energiequellen (z.B. Wasserkraft). Wäre also für Südtirol doch auch interessant, oder?

Dass Batteriebetriebene Fahrzeuge vielleicht schon bald den Wasserstofftraum platzen lassen könnten erfährt man in einem interessanten Beitrag vom Deutschlandfunk. Es kommen Experten aus den verschiedenen Lager zu Wort und es wird kräftig mit Vorurteilen aufgeräumt. Sehr empfehlenswert, hier ein paar Auszüge:

“Aber - wenn alle mit Strom statt Benzin fahren - das geht doch gar nicht. So viel Strom muss man doch erst einmal erzeugen. Da muss man doch zig neue Kraftwerke bauen. Und was sollen das für welche sein? Kohle? Atom?”

…Das ist nicht der Fall, wenn man die Wirkungsgradsteigerungen berücksichtigt. …Wir haben ausgerechnet, dass wenn wir Windstrom für den Antrieb unserer Fahrzeuge benutzen, dass wir dann einen Faktor, der liegt zwischen 2,5 und 3 gewinnen. Also nicht nur ein paar Prozent, sondern Faktoren gewinnen in Bezug auf Energieeffizienz.”

Mehr zu lesen gibt’s hier: Benzinkutsche tankt Strom

Oder als MP3-Download (sehr gut gemacht): Die Benzinkutsche tankt Strom - Zweiter Teil Zukunft des Energisparens: MP3, Flash



Bergfeuer zu Herz-Jesu
Die Alljährlichen Bergfeuer am Herz-Jesu-Sonntag sind ein Spektakel. Es ist beeindruckend, schönes Wetter vorausgesetzt, die verschiedenen Lichter in der Ferne und die Formen an den Hängen der Täler zu erspähen. Interessant ist auch, wie schon den kleinen Buben und Mädchen bei dieser Gelegenheit erklärt wird warum diese Feuer gemacht werden. Es geht mal wieder um die Unabhängigkeit Tirols und der Tiroler. Ein wahrlich ewiges Thema, und so manchen Außersüdtiroler nervt es auch, dass bei jedem Nachfragen, warum etwas in Südtirol so ist, wie es ist, immer die Antwort zu bekommen, dass es an der Andersartigkeit und Unabhängigkeit der Südtiroler liegt.

Und das gilt für alle Bereiche, ob in der Wirtschaft, der Kultur, der öffentlichen Verwaltung und eben auch den Traditionen. Es wird vor allem auf den Unterschied hingewiesen. Man könnte fast die Absicht vermuten, man wolle eine Art Südtiroler-Übermensch-Gedanke schaffen. Aber nachdem wir in vielen Belangen unsere Nachbarn überflügelt haben, muss sich dieser Ansatz wohl eher aus der Überschwänglichkeit des Erfolges herausgebildet haben.

Wir müssten aber mehr darauf achten auch die Gemeinsamkeiten mit unseren Nachbarn und Mitbürgern hervorzuheben, denn allzu großes Selbstvertrauen schlägt gern in Arroganz um. Das hat Folgen, denn wer als Arrogant angesehen wird gilt nicht als Vorbild. Das gilt zum einen für die führende Schicht, aber auch für den kleinen Mann, denn das Kirchturmdenken ist nur der kleine Ableger des größeren Zirkus im Landtag.

Deshalb werden auch oft die positiven Errungenschaften unseres Landes oft abgelehnt. Die all zu offene zur Schaustellung unserer Überlegenheit, die allseits geliebte Formel „Mir sein Mir“ und das herauspicken der Argumente von Experten, welche gerade ins Konzept passen, geben ein klares Bild der Willkür.

Die gleiche Arroganz schmettert aber auch die Kritik ab, welche wie sich in letzter Zeit immer öfter zeigt auch angebracht ist. Und das macht aus Kritikern Protestwähler.

Das klingt jetzt alles recht negativ, doch es braucht meiner Meinung nach nicht viel um wieder durchzustarten. Wenn wir nur einen Schritt zurückgehen und wir allen etwas mehr Aufmerksamkeit widmen, können wir wieder den gemeinsamen Weg entdecken, den wir alle in Südtirol anstreben. Ich gehe sogar soweit zu Behaupten, dass die Ziele der „Großen“ und der „Kleinen“ aller Landessprachen und der anderen Mitbürger im Grunde die gleichen sind. Und wenn man dies erkennt und das Potential sieht welches wir in Südtirol haben, an Menschen, Natur und der Fähigkeit in schwierigen Situationen Zusammenzuhalten (welche Südtirol zu dem Gemacht hat was es heute ist) können wir auch positiv in die Zukunft sehen.



Logo Forum Suedtirol
Dass die Meinungsfreiheit in Südtirol manchmal keinen guten Stand hat, liegt oft auch daran, dass jeder jeden kennt. Namensverwechslungen sind an der Tagesordnung, wenn Leserbriefe veröffentlicht werden und finanzielle Interessen angegriffen.

Das Digitale Zeitalter hat es zwar einfacher gemacht, seine Meinung einer weiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen, aber die Rückverfolgbarkeit ist auch einfacher geworden. Denn auch ein vermeintlicher anonymer Nickname schützt nicht die Privatsphäre des Autors. Auf der anderen Seite ist auch vielen Foren- und Blog-Betreibern inzwischen klar geworden, dass Sie für die Inhalte haften und müssen deshalb (auch wir) die Inhalte genau prüfen bevor sie freigeschaltet werden.

Es gibt also keine direkte Zensur, aber eine Selbstzensur. Dass ein Bedürfnis besteht seine Meinung Kund zu tun hat das Forum der SVP gezeigt. Sehr schnell wurden viele Beiträge erstellt - aber leider wurde es (wie zu erwarten) schnell wieder geschlossen - und man glaubt es kaum, aber einige Userdaten wurden an “Interessierte” weitergegeben.

Um vor solchen Übergriffen geschützt diskutieren möchte kann dies nun auf Forum-Suedtirol.com machen.

In diesem Forum werden deine Beiträge nicht aufgrund irgendwelcher Beanstandungen von Seiten der Möchtegern-Großen und -Wichtigen nachverfolgt. Du kannst in diesem Forum deine wahre Meinung zum Ausdruck bringen, ohne Angst um deine Zukunft haben zu müssen. Wenn du zu deiner Meinung stehst, kannst du gerne deinen Namen daruntersetzen, möchtest du lieber unerkannt bleiben, so veröffentliche deinen Beitrag einfach anonym. www.forum-suedtirol.com ist das neue Sprachrohr für alle Südtiroler, Südtirolerinnen und jene, denen an Südtirol etwas liegt.


Ich möchte auch nochmal unterstreichen, dass diese Seite so eingerichtet wurde, dass kein Schreiber, wie auch die Betreiber der Seite anonym sind - es gibt keine Aufzeichnungen im Hintergrund. Also noch vielSpass und eifriges Diskutieren.



Tabelle der erstplatzierten

Wieder mal, könnte man sagen, sind wir Klassenbeste wenn es um Umweltschutz und erneuerbare Energien geht. Toblach ist als Sieger bei einer Analyse von Legambiente hervorgegangen. Und die anderen Plätze sind auch nicht von schlechten Eltern. Es häuft sich fast schon auffällig das BZ bei der Provinzangabe. Da wollen wir hoffen dass dies auch in Zukunft so bleibt und man weiter die Augen offen hält und solche idiotischen Projekte wie das Kraftwerk im Eisacktal einstampft.



16:9 LogoMan kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass das digitale terrestrische Fernsehen umbedingt notwendig ist. Ein Fortschritt ohne den wir nicht Auskommen und der unseren Fernsehkonsum revolutionieren wird. Aber trotz scheinbarer Innovation ist besonders das Fernsehen, besonders in Italien, eine Wirtschaft welche sich sehr konservativ und langsam entwickelt. Dies hat viele Gründe und einige wollen wir am Beispiel DVB-T aufzeigen.

Warum digitalisiert man das Fernsehen?
Um es kurz zu machen. Damit man Pay-TV auch ohne Sat-Schüssel verkaufen kann. Man kann nämlich mit DVB-T mehr Kanäle senden und die neuen Pay-Per-View[A] sind erst seit der digitalen Technik möglich. Die ganzen Argumente, dass es besseren Empfang usw. kann man sich sparen. Auch dass die Kosten für die Sendeanstalten zurückgehen kümmern uns Konsumenten wenig. Auch, dass man DVB-T für mobile Applikationen verwenden kann (sozusagen im Zug) ist kein Vorteil gegenüber dem analogen System.

Die versprochenen Mehrkanäle können natürlich nicht mit der Vielfalt der Sat-Angebote mithalten und wenn man bedenkt, dass man einen neuen Empfänger kaufen muss um praktisch keine Verbesserung der Dienste zu haben grenzt das schon an …

Aber es geht doch um den technischen Fortschritt?
Dass es nicht darum geht kann man an einem anderen Beispiel zeigen. Das Bildformat 16:9. Wir kennen alle die schwarzen Balken die erscheinen wenn man einen Film im Fernsehen anschaut. Filme werden seit Jahrzehnten im Breitbildformat gefilmt und passen deshalb nicht richtig in den Standard-Fernsehschirm (der 4:3 ist). Schon Anfang der 90er wurde deshalb der 16:9 Standard definiert. In der analogen Fernsehwelt gab es deshalb PalPlus, welches sich aber nicht durchsetzen konnte. Wer also einen Breitbildfernseher hatte, um Filme besser zu sehen, konnte dies nur mit DVDs machen, denn die Sendungen wurden immer 4:3 ausgestrahlt. Wir reden hier noch von Röhrenbildschirmen im Breitbildformat, die es schon seit über 10 Jahren gibt. Man konnte zwar das Fernsehbild anpassen, verlor dabei aber jegliche Schärfe.

Mit dem Einzug des digitalen Fernsehempfangs (zuerst via Satellit und jetzt FreetoAir) hat sich die Situation nicht geändert. Das italienische Fernsehen strahlt weiterhin in 4:3 aus, auch wenn sie Material haben, das im 16:9 Format produziert wurde. Akut zu bemerken ist das durch die vielen neuen LCD- und Plasmaschirme die verkauft werden und die alle das Breitbildformat verwenden. Wenn die Sender 16:9 richtig senden würden, würde nicht nur der Bildschirm voll ausgenützt (wie wenn man das Bild anpasst), sondern man hätte auch keine Qualitätseinbußen.

Und das vielbesprochene HDTV?
DVB-T ist nicht für HDTV ausgelegt. Seit 2006 definiert man für Europa den Standard. Dafür braucht es dann wieder neue Geräte und die Anzahl der Kanäle würde sich wieder halbiere. Das kann man vergessen, man führt ja die neue Technik wegen der höheren Senderanzahl ein. Es gab zwar Experimente zur Olympiade in Turin, aber sehr viel tut sich da nicht. Eine gute Zusammenfassung des steinigen Weges des HDTVs in Italien bekommt man bei Wikipedia.

Fazit
Wir sehen, dass die Fernsehanstalten Innovationen so lange wie möglich versuchen hinauszuzögern. Besonders die privaten Fernsehsender suchen die Innovation nur, wenn sie eine Möglichkeit sehen mit wenig Aufwand Mehreinnahmen zu generieren. Die staatlichen Sender (besonders in Deutschland und Österreich) sind da die Vorreiter und sind eher darauf aus auch Qualität an den zahlenden Kunden zu bringen. Wir haben also das Glück auf diese Produktionen zurückgreifen zu können. Wer sich im jetzt also einen neuen Flachbildschirm kauft sollte sich im Klaren sein, dass er etwas für die Zukunft kauft. Nicht nur im Bezug auf HDTV sondern auch das normale Fernsehbild macht nur Spass, wenn man über DVB_T oder Satellit die deutschen Sender schaut. Außer natürlich man mag unscharfe und verzerrte Bilder ;-)



Fußnoten

  1. Einzeln bestellbare Angebote ohne Abbonement...torna


Gefunden, gelesen, gut befunden, weitergegeben: