Wir haben uns ja schon einmal Gedanken über den Fotowettbewerb „Bozner Ansichten“ gemacht und kamen zum Schluss, dass es wahrscheinlich ein Reinfall werden wird. Und ist es einer geworden? Ein halber finden wir. Auf der Internetseite finden wir nun folgendes Statement:

Die Tatsache, dass wir in unserer Fotogalerie knapp 300 Bilder finden, zeigt, dass die Bozner und Boznerinnen von der Schönheit und Vielfältigkeit unserer Stadt überzeugt sind. Wir freuen uns, mit Hilfe des Fotowettbewerbes so zahlreiche Perspektiven der Stadt aus unterschiedlichsten Linsen gefunden zu haben. Danke.

Und tatsächlich haben wir 314 Fotos gezählt. Wenn man jetzt die Querformatigen wegzählt sind es zwar einige weniger[A], und einige werden nicht die richtige Auflösung haben[B]. Nach all den Monaten und der Werbung hätten es auch mehr sein können, oder?

Trotzdem muss ich zugeben, dass ich einige dieser Bilder lieber in unserer Flickr-Group gesehen hätte als in diesem Wettbewerb. Aber bevor der Kalender im November vorgestellt wird und somit alle Kalender-unwürdigen Fotos im digitalen Archiv verschwinden möchte ich allen Fotos die Möglichkeit geben einmal vor Publikum zu erscheinen. >>Weiterlesen>>



Fußnoten

  1. sie hatten zuerst vergessen in den Bedingungen festzuschreiben, dass es Hochformat sein muss, wegen der Verwertung als Kalender...torna
  2. die Dame welche das Forum betreut geht davon aus, dass jeder Photoshop zu Hause hat...torna


Walker Lamp… aber bei uns mitmachen lohnt sich, findet raus wieso
… partecipare a questo blog conviene, scoprite di più…

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Logo Bozner AnsichtenJetzt ist er also gestartet, der große Foto-Wettbewerb der Stadt Bozen. Und hat es jemand mitbekommen? Die tollen Anzeigen waren ja schon zu sehen, aber anscheinend tut sich noch nicht so viel. Das ist auch verständlich. Erstens hat man jede Menge Zeit[A], und Zweitens ist der Wettbewerb nur auf die Erwachsenen der Gemeinden Bozen und Jenesien beschränkt, sofern diese nicht Mitarbeiter, sowie Verwaltungs- und Aufsichtsräte der Raiffeisenkasse Bozen Genossenschaft, sowie der Kommunikationsagentur Flora und Partner OHG und von Raiffeisen Online Genossenschaft, sowie alle Jurymitglieder sind. Ok, dann sind ja noch ca 95.000 Einwohner übrig. Von denen ziehen wir jetzt die Senioren ab[B], immerhin 21% und die nicht EU-Bürger (6%). Gehen wir davon aus, dass die Hälfte der Einwohner einen Internetzugang haben, diese werden wohl auch schon eine Digitalkamera haben, dann haben wir noch ca. 33.000 potentielle Teilnehmer. Diese wollen erst mal informiert werden. Im Internet ist die Seite noch kein Renner[C] und die Anzeigen sind auch nicht optimal gelungen. Sprich man versteht nicht gleich wer angesprochen werden soll und was bezweckt wird.

 

Bevor ich jetzt weiternörgle an diesem Wettbewerb muss ich noch was Allgemeines loswerden. Ich finde es unerhört, wenn die Preise die verlost oder vergeben werden in keinem Verhältnis zum Aufwand und Kosten stehen. Wenn die Werbekampagne für einen Wettbewerb 10 mal mehr Kostet als verschenkt wird, dann ist das nicht mehr lustig. Ich mutmaße mal, dass die ganze Aktion für diesen Wettbewerb in Bozen mindestens 100.000 Euro kostet, da ist ein erster Preis von 3.000 Euro ein Witz, von den 300 Euro Trostpreis für den Zweit- und Drittplatzierten reden wir gar nicht.

 

Und da kommen wir auch zum letzten Punkt – die Jurierung. Zumindest sitzt eine Person in der Jury, die etwas von Fotos versteht. Zwei sind Politiker, eine Architekten-Politikerin und der letzte ist ein Unbekannter, entweder Student (mit Doktortitel?) Tutor oder Dozent and der Fakultät für Design. Die Fotos sollen Zitat: „Neue Perspektiven, überraschende Sichtweisen, spannende Reibungen.Wir möchten ein überraschendes, anregendes Bozen zeigen…Es zählen hauptsächlich die Besonderheit des Blickwinkels, die Auswahl des Motivs, die Originalität und die Ästhetik.“ Doch man muss aufpassen bei den Reibungen, denn sie dürfen nicht „…gewaltverherrlichender, nazistischer oder pornografischer Art…“ sein. Also nix mit dem inszinierten Nacktmarathon schlägernder Nazis auf dem Waltherplatz[D]. Ich hab die Befürchtung, dass „harte“ Fotos sowieso keine Chance haben. Also wieder eine Ansammlung von touristisch verwertbaren Abbildungen. Wieso verwertbar? In den AGB’s steht nämlich dass „…Mit der Teilnahme am Fotowettbewerb tretet der Teilnehmer alle Rechte am eingesandten Foto an den Organisator ab und hat keinen Anspruch auf ein Entgelt.“. Wenn also wirklich viele mitmachen, hat man wieder einen Schub neue Fotos für die Tourismuswerbung ohne dafür zu zahlen. Aber vielleicht muss man das ja aus einer „Neuen Perspektive“ sehen.



Fußnoten

  1. das Erinnert ans Studium, da hat man auch erst drei Tage vor der Prüfung die Bücher aufgeschlagen...torna
  2. ja ich weiss, ich bin ein einziges großes Vorurteil...torna
  3. 6 Einträge bei Google...torna
  4. das wär mal ein interessantes Foto...torna