Frock The Frog RockEs geht nicht wirklich wieder um den Frosch, den wir lieben, sondern um dsa Thema Jugend und Musik. Zu Wahlkampfzeiten kann man zumindest aus neben Fadenscheinigen Versprechungen auch einmal ein paar konkrete Äußerungen vernehmen. Dass auch in Südtirol die Jugend nicht gerade eine Mehrheit ist wundert keinen mehr - und dass die Mehrheitspartei sich nicht um Minderheiten kümmern mag wohl auch nicht.

Lesen wir mal was der Elmar am 23.9. geschrieben hat:

Nur mit den Kids, die von der Kapuzinergasse zum Obstmarkt gezogen sind, haben wir nun echt Probleme.

Die Kids die gemeint sind ist derKulturverein Sciarada. Schon was Blödes so ein Kulturverein. Die andere Seite macht sich dafür halt eher stark - und dies ganz klassisch, mit einem Konzert.

Für eine würdige Jugendkultur. Für Räume in den jungen Menschen ihre Musik und ihre Kultur leben können. Für mehr Rock in der Politik Rockmusik ist Kultur. Und sie muss gefördert nicht verhindert werden.

 Für gute Musik sorgt die Spolpo Blues Band (die ja gern bei solchen Veranstaltungen rockt - und das gut) und das ganze steigt am Samstag ab 11:00 Uhr Vormittags auf dem Musterplatz mit Freibier und so…

Liest hier den ganzen Auf- und Ausruf.



Topolino goes LodenDer Samstag Vormittag ist für Büroangestellte vor allem für 3 Dinge gut: 1) das erste mal in der Woche ausschlafen, 2) Aufräumen, putzen usw., 3) Eine Runde in die Stadt fahren. Und besonders die Runde in der „Stadt“ Bozen kann mit einigen Überraschungen aufwarten.

Topolino goes still LodenIrgendwie gibt es in Bozen immer was Neues, und doch bleibt alles beim Alten. Da sieht man Autos die von einem Lodenhersteller aufgemotzt wurden, sogenanntes Kuscheltuning, Touristen welche eifrig den Obstmarkt fotografieren, Schüler, welche zur Mittagszeit zum Zug rennen um rechtzeitig nach Hause zu kommen. Besonders freut es uns, dass zwei Institutionen weiterhin regen Zuspruch haben, die Osteria Carretai und die Eisdiele Avalon.

Carretai - Die StraßeCarretai, in der Dr. Streitergasse, ist besonders am Samstag Morgen eine Show für sich. Der Renner dieser Häppchen[A] Bar ist sicherlich der Tartar. Wenn mich nicht alles täuscht gehen da 20 Kilo am Samstag über die Ladentheke. Die Leute drängen sich im kleinen Lokal und stehen natürlich auch prächtig auf der Straße herum, jonglierend zwischen Teller, Häppchen, Weinglas und Zigarette. Von der Sarner Bäurin, über Schülern, Angestellten und sogar Bozner „Weisch“-Frauen ist alles vertreten und frönt den Leckereien. Bezahlt wird erst am Ende und nach Stückzahl, Wein und Häppchen kosten gleich viel, da ist die schwierigste Aufgabe des Kunden, den Überblick über die konsumierten Freuden zu behalten.

 

Carretai - Tartine Casrretai

Über die Eisdiele Avalon in der Freiheitsstraße wurde ja schon öfter in den Medien berichtet. Der Meister verarbeitet nur echtes Obst, deren Herkunft angegeben wird. Keine Zusatzstoffe und natürlich ist er bemüht auch etwas ausgefallenere Varianten anzubieten. Differenzierung ist eben alles. Besonders gut gefallen hat uns, dass von der drei Schokoladesorten eine mit Chili und Kardamon dabei war. Die Angestellte bestand darauf, dass wir diese zuerst kosten sollten, bevor wir sie bestellten, denn es geht um Kundenzufriedenheit und nicht nur um Exotik.

Esidiele Avalon

Gerne wünschten wir uns mehr solcher löblicher Beispiele, besonderer Gastronomie und beständiger Qualität. Besonders weil sie auf den Traditionen aufbaut und sie weiterentwickelt.

Eine kleine Randnotiz noch zu guter letzt. Wer erinnert sich noch an die Episode „Friedensplatz“? Ich finde es gut, dass die Gemeinde mit diesem Schild gegen das Vergessen ankämpft. Meiner Meinung nach ein Vorkommnis dessen wir uns immer noch schämen sollten.

Siegesplatz



Fußnoten

  1. es sind keine Tapas, wir sind nicht in Spanien...torna


kein alkoholAlkohol ist in aller Munde – nicht nur sprichwörtlich. Und nicht erst seit den neuen Verschärften Bestimmungen bezüglich „Alkohol am Steuer“ wird viel über den Alkoholkonsum diskutiert. Es werden auch schon fleißig Internetseiten eingerichtet, siehe www.promille.it, auf denen anscheinend eine Diskussion stattfindet. In Wirklichkeit sind das nur Seiten auf denen Gegner dieses Gesetzes ihren Unmut kundtun. Andersgläubige werden mit Totschlagargumenten niedergemacht. Da verwundert auch nicht das Ergebnis der Umfragen. Ich möchte hier nun als Auftakt ein paar Situationen schildern, welche ich selbst erlebt habe oder zugetragen wurden, die ein erschreckendes Bild zeichnen. Man bekommt nicht schlecht Lust nach vermehrten Alkoholkontrollen unter Tags zu verlangen. Das heutige Thema – Morgens in Südtirol:

Szene 1 – 9:30 Uhr irgendwo in einer Bar
Eine Gruppe Handwerker kommt herein, sie machen Pause. Einer bestellt einen Kaffe, einer ein Mineralwasser, drei weitere ein Bier. Es kommt ein Bekannter des Wassertrinkers herein und grüßt freundlich die ganze Truppe. Es kommt zu folgendem Gespräch (eingedeutscht):

Bekannter: „Na sieht man Dich auch mal wieder. Komm ich geb einen aus. Hast du schon bestellt?“
Wassertrinker: „Ja, danke ich trink ein Wasser.“
Bekannter:“Jetzt hör mal, ich zahl dir aber nur was ordentliches. Wer trinkt den schon Wasser!“
Wassertrinker: „Ja ok, dann nehm ich doch ein Bier.“
Bekannter: „ So gefällst Du mir schon besser“

 

Szene 2 – 8:03 Uhr eine Bar neben einer Hauptverkehrsstraße
In der Bar werden neben Getränken und Speisen auch Tabakwaren angeboten und ist deshalb ein beliebter Stopp. Der Tresen ist voll, ein Fahrer einer Spedition kommt herein.

Fahrer: „Einen Espresso Corretto Vecchia!“ -> Sprich einen Kaffee mit Vecchia Romagna (38% Alkoholgehalt)

 

Szene 3 –Das Südtirol 1 Gewinnspiel
Vor einigen Jahren hat die Radiostation Südtirol 1 ein Gewinnspiel veranstaltet. Ein Reporter ging in eine Bar und stellte einem Kunden eine einfache Frage. Wenn der Kunde die Frage richtig beantwortete bekam das ganze Lokal eine Lokalrunde des Getränks das dieser Kunde gerade Trank. Das ganze wurde Live übertragen und oft genug gab es Vormittags Gratis-Bierrunden.

 

Szene 4 – 7:03 Uhr Neuland Tages-Cafe
Eine Freundin von mir hat vor einigen Jahren ein Tages-Cafe übernommen, welches schon um 7 Uhr aufmacht. Jahrelang hatte sie nur in Gastbetrieben gearbeitet welche Abends geöffnet hatten. Nach ein paar Tagen berichtet sie erschüttert über die große Anzahl an Leuten, vor allem Männern, welche schon in Allerherrgottsfrüh Superalkohol konsumieren. „Der Gipfel “, meint sie „war, als um 7 Uhr als ich aufsperren will, schon einer draußen wartet, damit er einen Cinar trinken kann.“ Na dann Prost.

Im nächsten Teil wollen wir ein wenig Hilfestellung all jenen geben, welche auf die dummen Behauptungen keine richtige Antwort wissen. Wir bringen die Hitparade der dümmsten Sprüche der „Alkohol in jeder Lebenslage“-Fraktion und wie man zumindest nicht sprachlos.

Foto von augschburger