Asche

Alle Jahre wieder beobachtet man interessante Rituale. Jeder kennt den großen Wettbewerb im „Gute Vorsätze machen“ den wir uns zu Neujahr auf bürden. Dieser wird nur vom „Gute Vorsätze brechen“ überflügelt. Aber auch am Aschermittwoch etabliert sich langsam das Ritual „Bis zu Ostern mache ich dies und das nicht“ immer mehr. Am populärsten ist hier in Südtirol der Verzicht auf Alkohol.

 

Ich selbst habe vor ein paar Jahren bei diesem Spiel mitgemacht. Ich muss zugeben dass ich nicht allein war. Ein kleines Grüppchen von Freunden hat sich zusammengefunden und gemeinsam beschlossen dem Gehirnzellentöter für 40 Tage zu entsagen. Mediziner raten diese „Quarantäne“ auch als Test. Man soll damit testen können, ob man schon zu den Süchtigen gehört oder nicht, denn innerhalb von 40 Tagen ist immer ein Geburtstag oder eine andere Feierlichkeit die begossen werden kann. Wenn man da auch noch standhaft bleibt gehört man anscheinend noch nicht zu den Alkoholkranken. Ich habe meine Zweifel ob 40 Tage reichen, da man von Alkoholkranken weiß, dass sie selbst nach Jahren der Abstinenz noch rückfällig werden können.

 

Jedenfalls habe ich, im Unterschied zu manchen Kollegen, die auf das gute Glas Wein zum Besonderen Essen nicht verzichten konnten, durchgehalten. Trotz einiger Feierlichkeiten. Und das Resultat war ernüchternd. Nach 40 Tagen habe ich nach einem Cuba schon einen „Fetzen beinander“ gehabt der sich gewaschen hat. Der Damm war gebrochen und nach zwei weiteren habe ich mir das Schienbein aufgeschlagen, was ich aber erst am nächsten Tag merkte. Erst durch Nachfrage bei Freunden von mir konnte ich meine Darbietung genießen. Nach dieser tollen Figur habe ich dann für ein halbes Jahr mehr keinen Tropfen mehr angerührt.

 

Drum prüfe wer für 40 Tage etwas entsagen möchte, es könnte sein, dass der Zustand länger anhält.