Mauro Ferrarese and Band

Es ist das Top-Gesprächsthema nach den anstehenden Wahlen und gehört zum alljährlichen Tradition im Herbst. Fast wie die Weihnachtsessen, welche sich vor den Feiertagen häufen sich auch hier die Termine zu denen man eingeladen wird und wie bei diesen gleichen sich die Abende auch.

Normalerweise. Doch ein paar Veranstalter versuchen die Regeln zu brechen und mischen die Karten neu. Die Gompm Alm, welche von unseren Berichten schon bekannt hat sich schon seit geraumer Zeit der „guten“ Musik verschrieben und versucht neuen Schwung  in die Traditionen zu bringen. Die Idee Blues mit Törggelen und einer etwas feineren Kost, und das auf einer Almhütte, klingt nicht nur interessant – sie ist es auch.

Wie war’s denn nun
Im Gegensatz zu den Großveranstaltungen, welche auf der Alm so abgehen, war hier der Kreis eher klein und man musste sich schon vor Wochen um die Plätze bemühen. Es gab einen Shuttle Dienst, die Organisation war sehr gut und die Stimmung prächtig. Dazu beigetragen haben natürlich die Musik und die familiäre Atmosphäre. Denn wie der Herbert, der heimliche Törggelen Experte, schreibt geht es beim Törggelen darum, sich mit Freunden zu umgeben und zusammen zu feiern.

Das war bei dieser Feier leicht, denn fast alle Gäste sind Gompm-Alm Stammgäste. Da konnte man mit jedem „anbandeln“, denn jeder hatte so sein persönliches Festival-Erlebnis zu teilen und wie zu erwarten traf man die eine oder andere Bekanntschaft, welche man immer wieder trifft, wenn man sich zum Helli begibt.
Mauro Ferrarese

Die Musik
Mauro Ferrarese hat diese Stimmung sichtlich angesteckt und obwohl nicht viel Platz war und der Schlagzeuger auf der Ofenbank platz nehmen musste mutete die Performance schon fast einem Marathon an. Von 20:00 bis 1:30 Uhr spielten sie mit wenig Pausen und wer meint, dass Blues nur Trübsal verbreitet wurde eines besseren belehrt. Wie spaßig der Blues klingen kann sieht und hört man (in furchtbarer Qualität) in diesem Micro-Mittschnitt - zur Abwechslung singt ein Gast mit, und ein anderer Gast hat sich eine Gitarre geschnappt :-).

Und das Essen
Hier kann man getrost sagen, dass es wunderbar war. Es gab natürlich die Kesten und die Schlachtplatte – da kann man mit sehr guten Zutaten nichts verbessern – aber es gab auch verfeinerte Traditionsgerichte. Sozusagen abgestaubte Klassiker in denen eine Leichtigkeit und Verspieltheit gegeben wurde, ohne die Wurzeln zu leugnen. Ich möchte zwei Beispiele nennen. Zum einen gab es eine Lasagne mit Gemüse wo unter anderem auch Weißkohl (Kobis) verwendet wurde. Ein weiteres Beispiel war der Tiramisu der mit Kastanienmehl gemacht wurde.

Also kann man nur sagen, weiter so und das nächste Jahr sind wir wieder dabei. Übrigens, es gibt noch ein paar Termine mit Theater und schräger Volksmusik. Vielleicht sind ja noch ein paar Plätze frei.



Bergfeuer zu Herz-Jesu
Die Alljährlichen Bergfeuer am Herz-Jesu-Sonntag sind ein Spektakel. Es ist beeindruckend, schönes Wetter vorausgesetzt, die verschiedenen Lichter in der Ferne und die Formen an den Hängen der Täler zu erspähen. Interessant ist auch, wie schon den kleinen Buben und Mädchen bei dieser Gelegenheit erklärt wird warum diese Feuer gemacht werden. Es geht mal wieder um die Unabhängigkeit Tirols und der Tiroler. Ein wahrlich ewiges Thema, und so manchen Außersüdtiroler nervt es auch, dass bei jedem Nachfragen, warum etwas in Südtirol so ist, wie es ist, immer die Antwort zu bekommen, dass es an der Andersartigkeit und Unabhängigkeit der Südtiroler liegt.

Und das gilt für alle Bereiche, ob in der Wirtschaft, der Kultur, der öffentlichen Verwaltung und eben auch den Traditionen. Es wird vor allem auf den Unterschied hingewiesen. Man könnte fast die Absicht vermuten, man wolle eine Art Südtiroler-Übermensch-Gedanke schaffen. Aber nachdem wir in vielen Belangen unsere Nachbarn überflügelt haben, muss sich dieser Ansatz wohl eher aus der Überschwänglichkeit des Erfolges herausgebildet haben.

Wir müssten aber mehr darauf achten auch die Gemeinsamkeiten mit unseren Nachbarn und Mitbürgern hervorzuheben, denn allzu großes Selbstvertrauen schlägt gern in Arroganz um. Das hat Folgen, denn wer als Arrogant angesehen wird gilt nicht als Vorbild. Das gilt zum einen für die führende Schicht, aber auch für den kleinen Mann, denn das Kirchturmdenken ist nur der kleine Ableger des größeren Zirkus im Landtag.

Deshalb werden auch oft die positiven Errungenschaften unseres Landes oft abgelehnt. Die all zu offene zur Schaustellung unserer Überlegenheit, die allseits geliebte Formel „Mir sein Mir“ und das herauspicken der Argumente von Experten, welche gerade ins Konzept passen, geben ein klares Bild der Willkür.

Die gleiche Arroganz schmettert aber auch die Kritik ab, welche wie sich in letzter Zeit immer öfter zeigt auch angebracht ist. Und das macht aus Kritikern Protestwähler.

Das klingt jetzt alles recht negativ, doch es braucht meiner Meinung nach nicht viel um wieder durchzustarten. Wenn wir nur einen Schritt zurückgehen und wir allen etwas mehr Aufmerksamkeit widmen, können wir wieder den gemeinsamen Weg entdecken, den wir alle in Südtirol anstreben. Ich gehe sogar soweit zu Behaupten, dass die Ziele der „Großen“ und der „Kleinen“ aller Landessprachen und der anderen Mitbürger im Grunde die gleichen sind. Und wenn man dies erkennt und das Potential sieht welches wir in Südtirol haben, an Menschen, Natur und der Fähigkeit in schwierigen Situationen Zusammenzuhalten (welche Südtirol zu dem Gemacht hat was es heute ist) können wir auch positiv in die Zukunft sehen.



Topolino goes LodenDer Samstag Vormittag ist für Büroangestellte vor allem für 3 Dinge gut: 1) das erste mal in der Woche ausschlafen, 2) Aufräumen, putzen usw., 3) Eine Runde in die Stadt fahren. Und besonders die Runde in der „Stadt“ Bozen kann mit einigen Überraschungen aufwarten.

Topolino goes still LodenIrgendwie gibt es in Bozen immer was Neues, und doch bleibt alles beim Alten. Da sieht man Autos die von einem Lodenhersteller aufgemotzt wurden, sogenanntes Kuscheltuning, Touristen welche eifrig den Obstmarkt fotografieren, Schüler, welche zur Mittagszeit zum Zug rennen um rechtzeitig nach Hause zu kommen. Besonders freut es uns, dass zwei Institutionen weiterhin regen Zuspruch haben, die Osteria Carretai und die Eisdiele Avalon.

Carretai - Die StraßeCarretai, in der Dr. Streitergasse, ist besonders am Samstag Morgen eine Show für sich. Der Renner dieser Häppchen[A] Bar ist sicherlich der Tartar. Wenn mich nicht alles täuscht gehen da 20 Kilo am Samstag über die Ladentheke. Die Leute drängen sich im kleinen Lokal und stehen natürlich auch prächtig auf der Straße herum, jonglierend zwischen Teller, Häppchen, Weinglas und Zigarette. Von der Sarner Bäurin, über Schülern, Angestellten und sogar Bozner „Weisch“-Frauen ist alles vertreten und frönt den Leckereien. Bezahlt wird erst am Ende und nach Stückzahl, Wein und Häppchen kosten gleich viel, da ist die schwierigste Aufgabe des Kunden, den Überblick über die konsumierten Freuden zu behalten.

 

Carretai - Tartine Casrretai

Über die Eisdiele Avalon in der Freiheitsstraße wurde ja schon öfter in den Medien berichtet. Der Meister verarbeitet nur echtes Obst, deren Herkunft angegeben wird. Keine Zusatzstoffe und natürlich ist er bemüht auch etwas ausgefallenere Varianten anzubieten. Differenzierung ist eben alles. Besonders gut gefallen hat uns, dass von der drei Schokoladesorten eine mit Chili und Kardamon dabei war. Die Angestellte bestand darauf, dass wir diese zuerst kosten sollten, bevor wir sie bestellten, denn es geht um Kundenzufriedenheit und nicht nur um Exotik.

Esidiele Avalon

Gerne wünschten wir uns mehr solcher löblicher Beispiele, besonderer Gastronomie und beständiger Qualität. Besonders weil sie auf den Traditionen aufbaut und sie weiterentwickelt.

Eine kleine Randnotiz noch zu guter letzt. Wer erinnert sich noch an die Episode „Friedensplatz“? Ich finde es gut, dass die Gemeinde mit diesem Schild gegen das Vergessen ankämpft. Meiner Meinung nach ein Vorkommnis dessen wir uns immer noch schämen sollten.

Siegesplatz



Fußnoten

  1. es sind keine Tapas, wir sind nicht in Spanien...torna


Ostermarkt

Der Marktplatz, Treffpunkt aller möglichen Leuten und vor Jahrzehnten oft eine der wenigen Abwechslungen im ganzen Jahreslauf. Während die Wochenmärkte mehr oder weniger zu reinen Bekleidungsangeboten degradiert sind, ist bei vielen Jahresmärkten noch ein Teil des ürsprünglichen Warenangebotes geblieben. Wie z.B. bei dem hier besuchten Ostermarkt in Lana.

markt2 1

Abgesehen von dem großen Bekleidungsangebot, das nun in der Zwischenzeit logischerweise jeden Markt beherrscht, ist auch hier noch ein gewisser Teil des ursprünglichen Angebotes erhalten geblieben damit die Bezeichnung “Vieh- und Krämermarkt” doch noch gerechtfertigt ist. Ein großer Teil des Standraumes ist für landwirtschaftliche Geräte und Produkte vorbehalten. Es gibt noch Schweine und Hühner im Angebot, Truthenne. Jede Menge Traktoren und anders schwere Gerät. Fast eine Messe im Kleinformat. Und ein Beispiel wie es vielleicht vor Jahrhunderten zugegangen ist, wo aus solchen Märkten z.T. die heutigen Börsen hervorgegangen sind.

markt1 1Ach ja und das werden sicher noch Viele von uns erinnern, die Stände mit den Süßigkeiten (Mandorlato!!) und den Luftballons!



krampusDer 5. Dezember ist gemäß der Tradition der Krampus Tag. In vielen Orten Südtirols wird dieser Brauch hoch gehalten und gepflegt. Was blieb es uns anderes übrig als ihn mal kurz in Augenschein zu nehmen. Am frühen Nachmittag begann in vielen Orten schon das treiben der wilden Gesellen. So z.B. in Schlanders wo die Krampusse schon gegen 14.00 ihren sicher schweisstreibenden Dienst antraten. Während die kleineren Kinder sicherlich keine Freude an ihnen haben, hatten die “mittleren” um so mehr Spaß und eine wilde Hatz begann. Was positiv auffiel ist sicherlich das Fehlen jeglicher Feuerwerkskörper und Schnöller, die vor Jahren diesen Spaß oft auch gefährlich machten. >>Weiterlesen>>