13 Sep 2007
Heimat, da tun wir uns doch leicht, oder?
Gepostet von Knoedel-Admin in Mir sein Mir[22] Kommentare
Hat jemand von euch Lesern schon mal versucht den Begriff Heimat jemanden zu erklären, der nicht deutsch spricht. Egal ob es jetzt ein italienisch sprechender Mitbürger ist oder jemand, der aus dem Ausland kommt. Es wird schwierig. In vielen Sprachen findet unsere Definition der Herkunft bzw. des Ortes wo man sich „behoamatet“ fühlt keine Entsprechung. Da ist das Konzept eher auf das Land/Staat bezogen aus dem man kommt. Yoda, hat in seinem Blog, seine Leser aufgerufen Ihren Heimatbegriff zu veröffentlichen, wir deutschsprachige Südtiroler haben es diesbezüglich zweifach leicht.
Erstens sind wir eine sprachliche Minderheit im Staate Italien. Deshalb fühlen wir Heimat eher dort, wo unsere Sprache gesprochen wird. Zweitens unterstützt unser Kirchturmdenken natürlich sehr die Einschränkung seiner Herkunft auf ein kleines Gebiet – ob es nun ein geographisches ist oder ein emotionales[A] spielt meiner Meinung nach keine Rolle.
Was für uns aber durchaus wichtig ist, glaub ich, ist die Tatsache dass wir in einer Landschaft leben, welche Eindruck hinterlässt. Auch auf uns, die wir glauben, dass wir uns daran gewöhnt haben. Wer für längere Zeit[B] Südtirol verlassen hat und die Berge wieder sieht, den erfüllt ein besonderes Gefühl. Man meint fast etwas wiedergefunden zu haben, von dem man gar nicht wusste dass man es verloren hatte. So fühlt sich Heimat an.
Manch einer meint natürlich, dass man dieses Gefühl instrumentalisieren kann. Vielleicht fühlt man sich auch deshalb oft etwas befremdlich, wenn man auf manchem Leibchen geschrieben steht: „Dem Land Tirol die ewige Treue“. Das geht mir zu weit, meine Heimat gehört mir und die kann mir auch niemand nehmen. Aber es braucht mir auch niemand zu sagen, was oder wo meine Heimat ist.


