Blöder SchurzHat jemand von euch Lesern schon mal versucht den Begriff Heimat jemanden zu erklären, der nicht deutsch spricht. Egal ob es jetzt ein italienisch sprechender Mitbürger ist oder jemand, der aus dem Ausland kommt. Es wird schwierig. In vielen Sprachen findet unsere Definition der Herkunft bzw. des Ortes wo man sich „behoamatet“ fühlt keine Entsprechung. Da ist das Konzept eher auf das Land/Staat bezogen aus dem man kommt. Yoda, hat in seinem Blog, seine Leser aufgerufen Ihren Heimatbegriff zu veröffentlichen, wir deutschsprachige Südtiroler haben es diesbezüglich zweifach leicht.

Erstens sind wir eine sprachliche Minderheit im Staate Italien. Deshalb fühlen wir Heimat eher dort, wo unsere Sprache gesprochen wird. Zweitens unterstützt unser Kirchturmdenken natürlich sehr die Einschränkung seiner Herkunft auf ein kleines Gebiet – ob es nun ein geographisches ist oder ein emotionales[A] spielt meiner Meinung nach keine Rolle.

Was für uns aber durchaus wichtig ist, glaub ich, ist die Tatsache dass wir in einer Landschaft leben, welche Eindruck hinterlässt. Auch auf uns, die wir glauben, dass wir uns daran gewöhnt haben. Wer für längere Zeit[B] Südtirol verlassen hat und die Berge wieder sieht, den erfüllt ein besonderes Gefühl. Man meint fast etwas wiedergefunden zu haben, von dem man gar nicht wusste dass man es verloren hatte. So fühlt sich Heimat an.

Manch einer meint natürlich, dass man dieses Gefühl instrumentalisieren kann. Vielleicht fühlt man sich auch deshalb oft etwas befremdlich, wenn man auf manchem Leibchen geschrieben steht: „Dem Land Tirol die ewige Treue“. Das geht mir zu weit, meine Heimat gehört mir und die kann mir auch niemand nehmen. Aber es braucht mir auch niemand zu sagen, was oder wo meine Heimat ist.



Fußnoten

  1. sprich nur die Familie und besten Freunde...torna
  2. nicht nur zwei Wochen Urlaub...torna


Mixed Action

Es geht doch nichts über ein vollgepacktes Wochenende. Ich meine vollgepackt mit Events. Nicht dass an anderen Wochenenden nichts los wäre – nur nichts interessantes, wenn man nicht gerade zwischen vorgespielten Interesse[A] und Scheintod hin- und herschwankt. Da hatten wir das Volleyballturnier in Lana, Rock in der Lahn und das Rock Open Air in Prad. Ich will gar nicht weiter ausholen, aber es gab sicher noch die eine oder andere größere Veranstaltung. Und das nächste, das wird ja noch besser. Man nehme das Open Air der Kastelruther Spatzen[B], das Beach-Volleyballturnier in Dorf Tirol, das Schools Out Open AirFestival. Zumindest haben wir fällt nicht auch noch die 50cc challenge auf erst auf die nächste Woche.

Manchmal glaub ich ja, dass die Veranstalter einen Kalender mit nur einem Blatt haben, den Juni. Haben diese Leute denn Angst, dass später keiner mehr da ist, dass alle in Ferien fahren, oder was? Danach kann man wieder auf Monate auf was ordentliches warten. Es tut einem im Herzen weh, wenn man sich für eine Feier entscheiden muss[C], denn eines kann man sicher nicht – eine Tournee machen. Das lässt der Hausverstand und die Führerscheinkontrollen nicht zu. Das geht anderen genauso und das nennt man dann “Die Kundenbasis teilen”. Denn anders als eine Partymeile, wo ein reiches Angebot Kunden anlockt und bindet, wirken Großveranstaltungen[D], welche auch noch in weit voneinander entfernt sind, polarisierend. Da hat also keiner etwas davon.

After Tournier

Wie wärs also mit etwas Absprache zwischen den Herrschaften an den Schalthebeln, wie wir es ja schon einmal erhofft haben. Und ja, wie man von den Fotos sehen kann, hab ich mich auf dem Volleyballturnier in Lana rumgetrieben. Da fällt mir auch noch was ein. Wenn es regnet stört das dann auch alle Events - auch nicht gut oder?



Fußnoten

  1. der Lebensabschnittspartnerin zuliebe...torna
  2. ok, vielleicht nicht die selbe Zielgruppe, aber lustig ist es doch...torna
  3. besonders in der Gruppe...torna
  4. nenne wir sie mal so...torna


Kein Tirol
Man stolpert im Stadt- und Landbild immer wieder über Zeitgenossen bzw. deren Hinterlassenschaft, die Ihre freie Meinungsäußerung mittels Spraydose kundtun. Nur kurz vorweg möchte meinen Hut vor den echten Graffitikünstler ziehen, aber von denen ist hier nicht die Rede. Zurück zum Thema. Eigentlich gibt es ja nur noch zwei Arten von Parolensprayern hier bei uns: Verliebte (z. B. TVTB Sarah = Ti voglio troppo bene Sarah) und faschios aus beiden Sprachlagern. Manchmal aber haben sie ja recht, und hier ruf ich alle auf die Liste zu vervollständigen, und auch sage hier: „Ich will Kein Tirol, …“

… in dem es immer noch Idioten gibt, die glauben mit Spraydosen in grottenschlechter Typografie ihre Anfeindungen zu verbreiten.

… in dem rechte Radikale immer noch Lügen verbreiten.

… in denen italienische Kinder von den Eltern nicht ermutigt werden die zweite Landessprache von klein auf zu lernen, und sich im fortgeschrittenen Alter umso schwerer tun das nachzuholen.

… in dem Gastwirte sich über die das Alkoholverbot für Jugendliche unter 18 Jahren aufregen, und meinen dass Jugendschutz ihnen, dass Geschäft vermiest.