Diese Parkbank hat ihren Fu� verloren
Unsere Städte und Dörfer sind ja bekannt dafür immer adrett und sauber zu sein. Es ist sozusagen ein Markenzeichen. Alles schön sein, zum Einen für die Touristen und natürlich zum Anderen auch für die Einheimischen. Studien haben bewiesen, dass je schöner und sauberer ein Ort ist (gilt im Besonderen auch für Toiletten), desto geringer sindVandalische Akte zu befürchten. Die Hemmschwelle ist größer, wenn die Unversehrtheit noch gegeben ist.

Bauchoperation beim PinguinTrotzdem kann man in letzter Zeit wieder vermehrt bemerken, daß öffentliches Eigentum zerstört wird oder Müll mutwillig zerstreut und noch einiges mehr. Über die Hintergründe mögen sich wohl Soziologen die Köpfe zerbrechen. Angestaute Frustrationen, Übermut und Alkohol werden wohl einige der Faktoren sein. Was mir aber wichtig erscheint ist,daß wir nicht zu schnell in die Schubladenfalle tappen. Aussagen wie, das sind die “Besoffenen”, “Ausländer”, “Jugendlichen” sind sehr schnell gemacht und entbinden uns der Verantwortung. Wenn man dem Phänomen näher auf die Finder schaut kommt man aber schnell zur Erkenntnis,daß so einfache Aussagen weder zutreffen, noch eine Lösung bringen. Wer diese Ausbrüche in eine Ecke von sich schiebt bis sie ein Ausmaß angenommen haben, welche das Einschreiten der Behörden erfordert, braucht sich am Ende nicht wundern,daß auch die eigenen Freiheiten eingeschränkt werden.

Ich verlange jetzt nicht ein Zivilcourage-Offensive, wenn sie auch nicht ganz falsch wäre. Aber auch in den eigenen Reihen sollten man ruhig recht kritisch mit diesen Vorkommnissen umgehen. Nur weil es der eigene Freund, Verwandte oder Chef ist bedeutet nicht,daß wir es nicht gut finden, wenn öffentliches Gut zerstört wird, sei es nun ein Zug, ein Bus, eine Parkbank oder auch nur die Wand einer Toilette.
Das war nicht der Wind



Der Christian hat sich auf der Präsentation der Machbarkeitsstudie einer neuen Eisenbahn (oder S-Bahn) von Bozen nach Eppan schlau gemacht. Und auch hier, wie bei manch solcher Vorschläge, scheint das ganze etwas unausgegohren zu sein. Vielleicht ist der Vorschlag eine neue Trasse nach Eppan zu machen nicht ganz so hirnrissig, wie jene, eine von Meran ins Passeiertal zu bauen, aber ein Problem bleibt immer das Gleiche. Die Zubringerdienste.

Das mit den Zubringerdiensten ist wirklich einer der großen Knackpunkte. Ich weiß noch von Londoner Zeiten, dass es einen riesen Unterschied macht, ob man direkt an einer U-Bahnstation lebt, oder man (nur 2 km entfernt) Bus, Zug und dann U-Bahn nehmen muss. Für die gleiche Entfernung zum Arbeitsplatz brauchte ich 3-mal so lange. Wenn ich ein Auto gehabt hätte hätte ich auf die öffentlichen Verkehrsmittel verzichtet.

Vielleicht wären auch radikalere (und billigere) Methoden wirksam. Die Straßen nur zu bestimmten Zeiten für bestimmte Gefährte zu reservieren. Z.B. dass Touristen nicht in den Pendler-Zeiten fahren dürfen - die Bauern[A] bestimmte Ablade-Fenster bekommen usw. Praktisch das Auto-Fahren so unaktraktiv machen dass die öffentlichen Verkehrsmittel mehr genutzt werden.

Das ist nicht eine Verbotsstrategie, sondern eine Optimierung der vorhandenen Resourcen. Ich finde dass in unserem Land, Geld sein dank, immer zuerst darüber nachgedacht wird was man neues dazubauen kann, bevor man sich Gedanken darüber macht, wie man das bestehende besser nutzen könnte.



Fußnoten

  1. ja, ja immer auf die armen Bauern...torna