Gefunden, gelesen, gut befunden, weitergegeben:



Bergfeuer zu Herz-Jesu
Die Alljährlichen Bergfeuer am Herz-Jesu-Sonntag sind ein Spektakel. Es ist beeindruckend, schönes Wetter vorausgesetzt, die verschiedenen Lichter in der Ferne und die Formen an den Hängen der Täler zu erspähen. Interessant ist auch, wie schon den kleinen Buben und Mädchen bei dieser Gelegenheit erklärt wird warum diese Feuer gemacht werden. Es geht mal wieder um die Unabhängigkeit Tirols und der Tiroler. Ein wahrlich ewiges Thema, und so manchen Außersüdtiroler nervt es auch, dass bei jedem Nachfragen, warum etwas in Südtirol so ist, wie es ist, immer die Antwort zu bekommen, dass es an der Andersartigkeit und Unabhängigkeit der Südtiroler liegt.

Und das gilt für alle Bereiche, ob in der Wirtschaft, der Kultur, der öffentlichen Verwaltung und eben auch den Traditionen. Es wird vor allem auf den Unterschied hingewiesen. Man könnte fast die Absicht vermuten, man wolle eine Art Südtiroler-Übermensch-Gedanke schaffen. Aber nachdem wir in vielen Belangen unsere Nachbarn überflügelt haben, muss sich dieser Ansatz wohl eher aus der Überschwänglichkeit des Erfolges herausgebildet haben.

Wir müssten aber mehr darauf achten auch die Gemeinsamkeiten mit unseren Nachbarn und Mitbürgern hervorzuheben, denn allzu großes Selbstvertrauen schlägt gern in Arroganz um. Das hat Folgen, denn wer als Arrogant angesehen wird gilt nicht als Vorbild. Das gilt zum einen für die führende Schicht, aber auch für den kleinen Mann, denn das Kirchturmdenken ist nur der kleine Ableger des größeren Zirkus im Landtag.

Deshalb werden auch oft die positiven Errungenschaften unseres Landes oft abgelehnt. Die all zu offene zur Schaustellung unserer Überlegenheit, die allseits geliebte Formel „Mir sein Mir“ und das herauspicken der Argumente von Experten, welche gerade ins Konzept passen, geben ein klares Bild der Willkür.

Die gleiche Arroganz schmettert aber auch die Kritik ab, welche wie sich in letzter Zeit immer öfter zeigt auch angebracht ist. Und das macht aus Kritikern Protestwähler.

Das klingt jetzt alles recht negativ, doch es braucht meiner Meinung nach nicht viel um wieder durchzustarten. Wenn wir nur einen Schritt zurückgehen und wir allen etwas mehr Aufmerksamkeit widmen, können wir wieder den gemeinsamen Weg entdecken, den wir alle in Südtirol anstreben. Ich gehe sogar soweit zu Behaupten, dass die Ziele der „Großen“ und der „Kleinen“ aller Landessprachen und der anderen Mitbürger im Grunde die gleichen sind. Und wenn man dies erkennt und das Potential sieht welches wir in Südtirol haben, an Menschen, Natur und der Fähigkeit in schwierigen Situationen Zusammenzuhalten (welche Südtirol zu dem Gemacht hat was es heute ist) können wir auch positiv in die Zukunft sehen.



Die Jungs von Helios sind schon auf Zack. Innovative Werbespots und Kampagnen für die verschiedensten Kunden (meist die Öffentliche Hand). Auch der folgende Spot ist sehr gut umgesetzt, die Visualisierung der Redewendungen ist gut gelungen. Nur frag ich mich, benötigen wir einen teuren Werbespot, den man dann nicht mal übersetzen kann, ohne alles nochmal zu machen? Besonders wenn man bedenkt, dass es die Bestrebungen gibt “CasaClima” auch außerhalb der Provinz populär zu machen. Aber es geht ja auch um die italienischsprachigen Südtiroler. Die Klimahausagentur wird von uns allen finanziert (durch Steuergelder) und deshalb sollte auch bei den Kommunikationsmitteln darauf geachtet werden, dass sie leicht in die zweite Landessprache zu übersetzen sind.



Vor einigen Monaten haben wir eine kleine Umfrage zum Thema Zweisprachigkeitsprüfung gemacht. Die Resultate waren interessant und deshalb haben wir bei der „Dienststelle für die Zwei- und Dreisprachigkeitsprüfungen“ ein paar Nachforschungen angestellt. Wir haben also ein paar Fragen gestellt und Frau Wanda Finocchiaro, Koordinatorin der Dienststelle, hat uns auch einige Antworten geschickt. >>Weiterlesen>>



Eurac LogoMan hört ja immer, das das “Land” überall seine Finger drin haben muß. Nun auch in der Satire. Wie auch unserer Freundes-Blog haben auch wir auf so manches Übersetzungsproblem aufmerksam gemacht, daß es hier und da gibt. Nun kommt die öffentliche, ähem. wissenschaftliche Seite (die Eurac) und macht was gescheites draus. Na da wünschen wir ihnen viel Glück und Erfolg. Viel Spaß beim abblitzen.



Alles ist SpracheSo weit musste es kommen, denn dass wir Südtiroler allesamt kein schönes und korrektes Deutsch sprechen ist ja bestens bekannt. Jetzt machen es uns aber unsere italienischsprachigen Mitbürger einmal vor. Nachdem es scheinbar nicht möglich ist, dass diese sudtirolesi bei uns die zweite offizielle Landessprache[A] erlernen, gehen sie nach Deutschland. Zum Beispiel Hermann-Vöchting-Gymnasium Blomberg. Hier kann man lesen:

Für die Verbesserung ihrer Berufschancen brauchen die italienischen Schüler ein Zertifikat der Zweisprachigkeit. Durch den Deutschlandaufenthalt möchten sie sich auf die Deutschprüfung vorbereiten.

Ich begrüße zwar diese Aktion, sehe aber auch dass sich zwei Fragen direkt stellen:

  1. Muss man ins Ausland gehen um eine “fremde” Sprache zu lernen?
  2. Wäre es nicht auch angebracht, dass so manchen Südtiroler mal nach Deutschland geht um korrektes deutsch zu lernen?

Zur ersten Frage, kann man in Bezug auf Deutsch und Südtirol, eindeutig JA sagen. Auch wenn es hier gute Möglichkeiten gibt um die deutsch Sprache zu erlernen, der Umgang mit den deutschsprachigen Mitbürgern findet nicht in Hochdeutsch statt. Bevor sich jemand die Mühe macht korrektes Deutsch zu sprechen, damit man sich verständigen kann, wechselt man ins italienische. Ein gutes Beispiel hat hier Étranger beschrieben. Noch schwieriger wird es, wenn an Stelle der Hochsprache direkt in Dialekt gesprochen werden soll. Es fehlt hierbei nicht nur um Unterrichtsmöglichkeiten, sondern es ist auch vermessen diese von einem Gegenüber zu verlangen.

Die zweite Frage ist also nicht ganz so sinnlos, denn anscheinend haben viele Südtiroler ein Problem mit der deutschen Sprache. Es ist auch für uns eine Art Fremdsprache. Sie wird in der Schule unterrichtet, wir lesen sie täglich und hören sie in Radio und Fernsehen. Trotzdem schämen wir uns sie zu verwenden. Natürlich ist unser Dialekt ein starker Kultureller Bestandteil den wir erhalten müssen, aber es ist durchaus auch angebracht dass wir unsere Amtssprache sprechen. Nicht nur bei “Ämtern”, sondern auch um einen besseren Umgang mit unseren Mitbürgern zu schaffen. Und wenn wir es nicht schaffen diese hier im Landl zu lernen, dann müssen auch wir nach Deutschland um Deutsch zu lernen.



Fußnoten

  1. die Deutsch heißt und nicht deutscher Dialekt...torna


International anerkannte Sprachprüfungen sollen dem Patentino gleichgestellt werden. Das muß so sein, da wir ja immer gern über Europa reden (wenn wir etwas erhoffen), es aber dann schnell wieder vergessen, wenn wir etwas dafür tun sollen.

Durch die Gleichstellung können auch Mitbürger aus anderen EU-Staaten (aber natürlich auch italienische Mitbürger) welche ein zertifiziertes Zeugnis abgelegt haben, daß sie die Landessprachen beherschen, im öffentlichen Dienst eingestellt werden ohne einer weiteren Prüfung.

Mehr über diese Thematik hat “enrico” geschrieben und gibt auch ein paar interessante Anstöße zum Thema “Bilinguismo”. Ein Auszug:

Nella pratica politica dell’Alto Adige, da quando lo Statuto di autonomia esiste, il bilinguismo non è quasi mai stato considerato un valore, piuttosto è stato inteso, in negativo, come tributo del cittadino all’assetto autonomistico, una sorta di impropria tassa individuale (e anticipata) sul lavoro a carico del singolo.

Und hier geht’s zum vollständigen Artikel.



Qualche settimana fa abbiamo cercato di definire il termine “Heimat” che nel tedesco è univoco per definire il luogo di appartenenza o meglio … ed ecco che un autore di madre lingua tedesca ha problemi a spiegare il termine in italiano. Mi è proprio successo quando scrivevo l’articolo, che una mia collega mi ha chiesto di spiegarle il termine perché lo aveva già sentito durante lo studio universitario in Germania. Vista la mia negligenza ho posto a qualche mio amico/a altoatesino/a il quesito e vorrei proporre qui le loro definizioni: >>Weiterlesen>>



Blöder SchurzHat jemand von euch Lesern schon mal versucht den Begriff Heimat jemanden zu erklären, der nicht deutsch spricht. Egal ob es jetzt ein italienisch sprechender Mitbürger ist oder jemand, der aus dem Ausland kommt. Es wird schwierig. In vielen Sprachen findet unsere Definition der Herkunft bzw. des Ortes wo man sich „behoamatet“ fühlt keine Entsprechung. Da ist das Konzept eher auf das Land/Staat bezogen aus dem man kommt. Yoda, hat in seinem Blog, seine Leser aufgerufen Ihren Heimatbegriff zu veröffentlichen, wir deutschsprachige Südtiroler haben es diesbezüglich zweifach leicht.

Erstens sind wir eine sprachliche Minderheit im Staate Italien. Deshalb fühlen wir Heimat eher dort, wo unsere Sprache gesprochen wird. Zweitens unterstützt unser Kirchturmdenken natürlich sehr die Einschränkung seiner Herkunft auf ein kleines Gebiet – ob es nun ein geographisches ist oder ein emotionales[A] spielt meiner Meinung nach keine Rolle.

Was für uns aber durchaus wichtig ist, glaub ich, ist die Tatsache dass wir in einer Landschaft leben, welche Eindruck hinterlässt. Auch auf uns, die wir glauben, dass wir uns daran gewöhnt haben. Wer für längere Zeit[B] Südtirol verlassen hat und die Berge wieder sieht, den erfüllt ein besonderes Gefühl. Man meint fast etwas wiedergefunden zu haben, von dem man gar nicht wusste dass man es verloren hatte. So fühlt sich Heimat an.

Manch einer meint natürlich, dass man dieses Gefühl instrumentalisieren kann. Vielleicht fühlt man sich auch deshalb oft etwas befremdlich, wenn man auf manchem Leibchen geschrieben steht: „Dem Land Tirol die ewige Treue“. Das geht mir zu weit, meine Heimat gehört mir und die kann mir auch niemand nehmen. Aber es braucht mir auch niemand zu sagen, was oder wo meine Heimat ist.



Fußnoten

  1. sprich nur die Familie und besten Freunde...torna
  2. nicht nur zwei Wochen Urlaub...torna


Zwischendurch hat man auch Kontakt zu echten „Zuagroasten“, Menschen also, die nicht in Südtirol geboren sind und auch nicht unseren Dialekt sprechen. Manche sprechen nur Deutsch und kein Italienisch, manche nur Italienisch und kein Deutsch[A], manche Italienisch und ein wenig Deutsch und auch welche die weder die eine noch die andere Landessprache auch nur rudimentär beherrschen. Die letzte Gruppe lassen wir mal aus, denn wie schon der Self-Man gesagt hat: „Dies ist wieder eine andere Geschichte.“ Am interessantesten sind die Reaktionen auf unsere Sprachgewohnheiten von jenen, welche von beiden Sprachen eine Ahnung haben. Oft höre ich Kommentare voller Verwunderung mit welcher Leichtigkeit wir von einem Satz zum Anderen die Sprache wechseln, wenn wir uns in „gemischten“ Gruppen befinden. Wie komisch es ist dass eine Aussage in Deutsch auf Italienisch beantwortet wird und auf Deutsch weiter diskutiert wird. Ein Idealfall, ich gib es ja zu. Noch lustiger finde ich aber wenn ich die Herkunft gewisser Worte erklären muss, die nicht eindeutig einer Sprache oder der anderen zuzuordnen ist. Natürlich ist das „ma dai“ im Deutschen Gebrauch aus dem italienischen entlehnt, aber es gibt auch Worte wie z.B. „Puttega“ welches beide Sprachgruppen verwenden, aber außerhalb der Provinz keine Verwendung findet., Google liefert den Beweis. Jeder weiss wie es zu verwenden ist, aber keiner weiss was es eigentlich heißen soll. Eine interessante Arbeit über diesen Austausch der Sprachen mit dem Titel „Interferenze Lessicali“ könnt ihr downloaden und nach noch mehr solchen Worten im Südtiroler Dialekt Wörterbuch nachschlagen. Leider gibt es so etwas noch nicht für unseren italienischen Mitbürger.



Fußnoten

  1. ich unterstelle hier mal, dass die italienische Sprachgruppe in unserem Land unseren Dialekt zumindest versteht, wenn ihn auch nicht viele sprechen...torna

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