Erinnerungen werden wach wenn man im Videouniversum des Internets solche Schmankerl aus vergangenen Zeiten ausgräbt. Dieses Italia-Dance-Video mit Südtiroler Ursprung gehört eindeutig dazu. Der Refrain spukt noch immer in den Köpfen der mitdreisigern (die sogenannte Generation Golf) Südtirols herum und endlich kann man die Akteure in einer ihrer selten Live-Performances genießen.

Haltet euch die Bäuche. E per i lettori italiani di questo blog - il testo è in italiano germanico, godetevelo.



Freier FallDie öffentlich/rechtliche Sendeanstalten und besonders bei uns der Sender Bozen haben eher ein angestaubtes Image. Man erwartet sich eher von der privaten Medienlandschaft, dass sie auf ein junges Publikum setzt und näher am Puls der Zeit ist. Aber in Südtirol ist das wieder einmal anders. Die Privatradios kämpfen ums überleben und da muss das Programm so breit wie möglich aufgestellt werden. Radio Sonnenschein, der sich schon immer als Radio für junge Zuhörer verstanden hat die gleichen Probleme und hat nicht die Mittel ambitionierte Radioproduktionen zu finanzieren.

Und hier kommt die Überraschung. Der Rai Sender Bozen entwickelt aus Soundcheck die neue Sendung „Freier Fall“. Drei Stunden mit Live im Sender gespielter Musik, Jugendkultur, Blog und Forum. Hut ab an die Radiochefin welche sich die Sendung gewünscht hat, mit der Begründung, dass die Jugend in den Südtiroler Medien immer weniger Platz findet, außer wenn es darum geht ihnen etwas zu verkaufen.

Aus der Beschreibung der Sendung:

Ein Schwerpunkt wird auf in Südtirol gespielter und produzierter Rockmusik liegen. »Rockmusik« ist hier als Hilfsbegriff zu sehen, da andere Musikrichtungen wie Hiphop, Punk, Elektronik oder Blues-Rock mit einbezogen werden. Zweiter Schwerpunkt wird die Südtiroler Jugendkultur, die in Diskussionen, Interviews und Beiträgen vorgestellt wird.

Die Sendung geht heute um 19.45 los dauert über 3 Stunden. Diskutieren kann man dann im South-Tyrolean Music Board. Dann wünschen wir mal viel Erfolg (und vielleicht gibt’s die Sendung auch mal als Podcast - inzwischen gibt es aber ja den Live-Stream).



Skanenrs Cd CoverNein, liebe Metal-Freunde, das ist kein Nachruf auf die erfolgreiche Metalband Südtirols. Dies sind nur 2 symbolischen Eckdaten dieser Gruppe. 1982 Hat sich eine Gruppe junger Musikfans zusammengetan und als “Skanners” ihr erstes Demotape aufgenommen. Im Jahre 1986 trat die Gruppe zum ersten Mal mit dem Album “Dirty Armada” offizell in Erscheinung. Die Band entwickelte sich erfolgreich und trat zusammen mit Gruppen wie: MOTORHEAD,HALLOWEEN,SAXON, MANOWAR, DIO,TWISTED SISTER und DEEP PURPLE (1996) auf.
Doch nun zu den neuesten Neuigkeiten; nach einer intensiven Arbeitszeit stellen die Skanners nun ihr neuestes Album vor: “The Serial Healer” am 12.01.2008 im Magic Bus in Brescia - um 17.30 und um 21.00 Uhr offizelle Live-Vorstellung im 3XXX di Bedizzole (BS). Also Metalfans streicht euch das Datum dick im Kalender an! Diese und weitere Details könnt ihr auch hier nachlesen



Man kann sie durchaus als erfrischend werten, diese Jungs aus Brixen mit gitarrenschwangeren Liedern. Es gibt wenig bekannte Pop/Rock-Bands in Südtirol die auch ihre eigenen Lieder schreiben, schon gar nicht auf deutsch. Da macht es auch Freude, dass ein Lied über Südtirol ohne zu sehr patriotischen Parolen auskommt. Den letzten Satz des Refrains ist wohl eher ein Zugeständnis an den Rock, als eine bösartige Herausforderung.

Das die Texte nicht nur aus “verkaufstechnischen” Gründen gesäubert wurden zeigt sich auf der Homepage der Jungs, die auch eine Zusammenfassung der Geschichte Südtirols beherbergt. Und man muß zugeben, daß diese (obwohl schon 6 Jahre alt, im Internet eine Ewigkeit) ein recht positives Licht auf ihr Verständnis von Südtirol wirft.

Na dann, let’s rock!



LogoTimeCodeDas wär doch mal eine tolle Neuigkeit - Bozen hat Nachtbusse. Man wäre auch am Wochenende mobil, müsste sich nicht um Parkplätze und Verkehrskontrollen kümmern, usw. Aber so schnell wird das wohl nix. Obwohl so einen Anfang gibt es schon. Und zwar wegen der „Time_Code“.

TIME_CODE ist eine Veranstaltungsreihe, die ein neues Zeitgefühl vermitteln will… eine bürgerfreundliche Zeit zwischen Kunst, Literatur, Musik und Sport. Es ist ein Projekt, das die Einwohner von Bozen für die Zeitpolitik ihrer Stadt gewinnen möchte - mit dem Hinweis auf die einfache, aber wahre Erkenntnis: Zeit bedeutet Lebensqualität!

Und nachdem einige dieser Veranstaltungen spät abends[A] laufen geht die Sasa auch bis um 00:20 (aber nur Samstags). Das wurde jedenfalls so verkündet. Echt super, nur hat die Aktion zwei Haken. Der eine ist, dass nach dem 2. November wieder Schluss ist und der andere ist noch blöder. Ein paar Veranstaltungen gehen bis 1:00 Uhr, da muss ich halt dann doch das Auto nehmen oder doch noch das Taxi.

PS: Die Veranstaltungen scheinen recht nett zu sein und man kann in den Stadtviertelchroniken sicher viele interessante Hintergründe erfahren.



Fußnoten

  1. bis nach Mitternacht, Oh Gott...torna


Immer wieder kann man lesen, dass die Tourismustreibenden auf den hochwertigen Besucher setzen sollen. Die Qualität soll stimmen und die Schnäppchenjäger sollen nach Mallorca fliegen. Der Massentourismus soll eingedämmt werden, die Busse voll mit Ich-Schmier-Mir-Mein-Mittag-Am-Frühstückstisch-Gäste sollen gutbetuchten und kultivierten Ich-Lass-Es-Mir-Gutgehen weichen. Da müssen die Rahmenbedingungen auch stimmen. Da muss Kultur her.

Maria JoaoIn den letzten Jahren hat sich auch einiges getan. Ein Beispiel dafür sind die Meraner Musikwochen. Die gibt es schon eine ganze Weile und die Qualität muss sich hinter anderen vergleichbaren Veranstaltungen in ganz Europa nicht verstecken. Dieses Jahr waren The Netherland Philharmonic Orchestra, das Russian National Orchestra, das Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin, Royal Philharmonic Orchestra London und Thomas Quasthoff & Maria Joao um einige zu nennen dabei. Da würden man meinen, dass unsere SMG sicher auch Ihre Hände im Spiel hat. Der Vermarktungswert ist ja nicht unerheblich. Das Land wird sicherlich auch als Sponsor auftreten, den Glamour der Hochkultur aufsaugen. Aber nein, die Wirtschaft sponsert das Festival. Allen voran eine Bank und ein deutscher Autohersteller.

Ok, man könnte meinen, dass die Südtiroler Landesregierung keine internationalen Musik-Events finanzieren will. Aber weit gefehlt, wie wir in einer offiziellen Pressemitteilung vom 10. September lesen können:

GRAND PRIX DER VOLKSMUSIK
Angesichts der Finanzknappheit des Senders Bozen der Rai wird das Land in die Bresche springen, um die Ausstrahlung des Grand Prix’ der Volksmusik aus Südtirol im Jahre 2009 zu ermöglichen. “Über unsere Haushaltskapitel Fremdenverkehr und Marke werden wir 150.000 bis 180.000 Euro zur Verfügung stellen, um die 200.000 bis 220.000 Euro teure Veranstaltung mitzufinanzieren”, so der Landeshauptmann. Ausschlaggebend für die Entscheidung war die Werbewirksamkeit der Sendung, die von Millionen Zuschauern in Österreich, der Schweiz, Deutschland und Südtirol verfolgt wird.

Werbewirksam wird die Sendung schon sein, und die Reichweite ist auch beachtlich, wenn man sonstige Werbeausgaben im Fernsehen betrachtet. Aber ist das die Zielgruppe die wir uns wünschen? Ich will ja nicht die Liebhaber der Volkstümlichen Musik verunglimpfen, aber wenn wir von dem Heile Welt, Schatz Putzi Mausi Image weg wollen müssen wir auch dementsprechend auftreten.



Eingang

Das Festival auf der Gompm Alm ist ja schon fast eine Institution, ok es ist eine Institution. Das tolle Wetter und die bunte Mischung der Besucher sollten wohl optimale Voraussetzungen sein um eine ordentliche Party vom Stapel zu lassen. Auch dieses Jahr wurde einiges geboten, vor allem Musik, ein Volleyball-Turnier, ein verunglkückter Sonnenbrillen-Wettbewerb und unmögliche hygienische Verhältnisse. Es ist mir durchaus bewusst, dass man auf der Alm keine besonderen Ansprüche haben sollte, aber wer so sehr darauf pocht, dass man sich in einem Schutzgebiet befindet, dass man keine Drogen konsumieren soll, nur innerhalb des Zaunes campieren und man kein eigenes Essen und Trinken mitnehmen darf, und alle Zelte abklappert um 5 Euro für die Müllentsorgung zu kassieren, sollte es auch möglich machen, dass man innerhalb der Veranstaltung seine Notdurft verrichten kann.


Keine Drogen Gipsmaske

Niemand sollte gezwungen werden, im Wald sein Häufchen[A] zu hinterlassen. Warum gezwungen?. Nehmen wir mal an, dass an diesen beiden Tagen 1.000 Besucher auf der Veranstaltung waren, eine vorsichtige Schätzung (es waren sicherlich mehr), und nehmen wir weiters an, dass durchschnittlich jeder Besucher einmal aufs Häuschen muss[B] ergeben sich 1.000 Besuche auf den 2 fixen und 3 Dixie-Klos[C] und 1 Waschbecken. Dass die Dixie-Klos nach nur ein paar Stunden unmöglich waren versteht sich von selbst, also konzentrierte sich alles auf die 2 übrig gebliebenen sanitären Anlagen. Dass sich da mal schnell eine Schlange bildet ist leicht vorherzusehen.

Knappes TurnierIch muss ja zugeben, dass ich mich schon des Öfteren gefragt habe, wieso es eine so große Diskrepanz gibt bei der Anzahl an sanitären Anlagen in Firmen und in Gastbetrieben. Ein Handwerksbetrieb mit 15 Angestellten muss 5 Klos installieren, eine Diskothek für 600 Leute braucht nur 4, und da arbeiten meist auch mehr als 10 Leute. So richtig logisch ist das ja nicht – außer man argumentiert, dass Arbeitnehmer eher auf Klo, als am Arbeitsplatz sind. Aber wie wir wissen ist diese ganze Klo-Angelegenheit den Gastronomen sowieso ein Dorn im Auge. Da muss man was unterhalten, das kein Geld bringt. Aber da möchte ich mal ganz provokant sagen, wer was verkauft, das oben rein geht, soll sich nicht wundern, dass unten/hinten was rauskommt, das zu entsorgen gehört also zum Service ;-)

Early in the eveningIch würde mir also wünschen, dass sich die Gastronomen ein wenig mehr um dieses Thema kümmern würden. Und um mal gleich mit dem Argument aufzuräumen, dass die sanitären Anlagen sowie nur beschmiert und zerstört würden, will ich auf mehrere Studien verweisen, welche herausgefunden haben, dass je schöner und sauberer eine Anlage ist, desto weniger Schäden und Dreck wird hinterlassen. Vernachlässigte sanitäre Anlagen hingegen, laden geradezu ein „weiterzumachen“. Kurz, schön bleibt schön, hässlich wird noch hässlicher. Das kann aber natürlich nur funktionieren wenn man nicht tausende Leute auf zwei Klos loslässt.



Fußnoten

  1. natürlich mit Taschentüchern...torna
  2. Kurzbesucher vielleicht gar nicht, die die übernachten sicherlich öfter...torna
  3. 0,005 Klos pro Besucher...torna


Tournee Banner

Markus Dorfmann ist wohl der Kopf hinter der Gruppe „DerDoggiSingt“, bekannt geworden, letzten Herbst durch seine erste Tournee und durch den satirisch angehauchten Song „Dor Franz vom Grödnertol“ welcher auf Youtube immerhin 40.000 mal angeschaut wurde. Jetzt macht er wieder eine Tour durchs Landl und es ist zwar nicht mehr ein Geheimtipp, aber ein Tipp allemal. Wir hatten das Glück schon vor ein paar Monaten mit Markus Dorfmann zu sprechen und haben eine Art Interview geführt, aber wie wir halt so sind, haben wir nicht die üblichen Fragen gestellt. Zum Interview geht’s hier… >>Weiterlesen>>