Nach den wochenlangen Regenfällen hat nun die Saison der Organspender, wie Motorradfahrer auch gern genannt werden, wieder begonnen. Wir haben schon letztes Jahr über die Statistiken der Aufklärungskampagne berichtet, und deren spärlichen Erfolge. Wir können ja durchaus die Begeisterung der Motorradfahrer verstehen, Kurven fahren ist schöner als geradeaus und schnell fahren kickt mehr als langsam fahren. Aber die Kombination von schlechter Streckenkenntnis und zu wenig Erfahrung mit Bergstraßen ist Brandgefährlich. Ein weiterer Faktor sind die anderen Straßenteilnehmer, denn ein nicht unbeträchtlicher Anteil der Passfahrer sind Touristen, also andere Teilnehmer mit wenig Streckenkenntnisund wenig Erfahrung mit Bergstraßen.

Wenn man die Statistiken ansieht, könnte man meinen, dass die Anzahl der Unfälle und Toten eher mit dem Wetter als mit den Aufklärungskampagnen zu tun haben. Vielleicht wäre ja eine wirklich neue Strategie von Nöten. Im anschließenden Video kann man ein paar Halsbrecherische Manöver sehen, sie nicht so extrem wie manche Polizeivideo, aber schon der normale Wahnsinn ist meiner Meinung nach zuviel.

Mein Vorschlag wären geregelte Fahrtzeiten für besonders interessante Pässe. Zum Beispiel von 11-12 Uhr die Passstraße nur in eine Richtung für Motorräder freigeben, abfahren in 1 Minuten-Takt. Da können sie dann sich richtig gehen lassen. Und wer da dann zu übermütig wird, den hauts halt dann aus der Bahn und trägt die Kosten für seine Bergung selbst. Zumindest wäre dann die Gefahr für andere etwas gemildert.



Brumm BrummWer kennt nicht den Ausspruch „Die Blechlawine ist ins stocken gekommen.“ wenn mal wieder vom Stau auf der Autobahn die Rede ist. Eine besondere Abart dieser Blechlawine findet alle Jahre wieder nach Südtirol und in die benachbarten Provinzen – die Oldtimer-Lawine. Gab es früher nur die Mille Miglia die mit historischen Gefährten über die Alpenpässe tuckerte, gibt es jetzt eine Reihe von anderen Veranstaltungen auf denen die mit viel Liebe, und noch viel mehr Geld, lauffähig gehaltenen Karossen, von ihren betuchten Herrschaften durch die Gegend kutschiert werden. Der hier abgelichtete Oldtimer-Zug ist von Deutschland aus gestartet und organisiert wie sie sind, haben sie das Pannenfahrzeug gleich mitgebracht. Nicht dass es nicht ein interessanter Anblick ist, diese Zeugen einer anderen Zeit zu sehen, aber bei der Menge der Treffen zwängen sich doch einige Gedanken auf.

 

Gelber EngelIm Winter dürften diese Motorkutschen kaum durch unsere Städte fahren, sie sind ja sicher noch Euro 0, aber im Sommer gibt es keinen Feinstaub und deswegen ist das auch egal. Das Mendelrennen wurde verboten, aus Umweltgründen, da plädiere ich doch auch dafür, dass diese Oldtimer-Rennen verboten werden, außer sie montieren einen Katalysator.

 

Stau bei der AusfahrtDa fällt mir ein, letztes Jahr war Südtirol der Schauplatz einer großen Audi-Sause. Ich weiss nicht wieviele Journalisten da waren, aber sicher ein paar hundert, welche auf den vielen Q7 und anderen bereitgestellten Modellen zig-tausend Kilometer in unserer schönen Landschaft verfahren haben. Ich will nicht kleinlich sein, aber da hat keiner auch nur einen Euro abgedrückt um die Straßen und die Umwelt zu erhalten. Und kommt mir nicht mit, das kommt über die Steuern, welche die Gastronomie bezahlt für diese Gäste. Da will ich doch unterscheiden, zwischen einem Gast der zum Wandern kommt und das Auto auch ein paar Tage stehen lässt und einem, der herkommt um den ganzen Tag mit dem Auto (oder Motorrad) durch die Gegend kurvt.

 



Teststand

Nein, nicht die Weihe selbst war zu spät, oder zu kurz, ich schreibe diesen Eintrag zu spät, war zur spät dort und schreibe einen zu kurzen Post. Alles in Allem ist die Weihe nach Augenzeugenberichten gut verlaufen und es gab keine Zwischenfälle. Das Polizeiaufgebot war prächtig, war alles da was man so kennt, und die Kontrollen häufig, auch noch auf den Straßen nach der Veranstaltung.

Geweihte Ordnungshüter

Nur noch zwei, drei Gedanken zu der Initiative Bikerssafety. Ich finde es gut, dass sowas gemacht wird, verstehe aber nicht wieso bei der heurigen Kampagne ein 35 jähriger für tot erklärt wird, wenn in der auf der website gezeigten Statistik, genau die Gruppe der 35-45-jährigen am wenigsten Unfälle verursacht. Die Sensibilisierungskampagne würde ich auch auf Hotels ausweiten, dort wohnen nämlich die Motorradtouristen, welche unsere Straßen so sehr lieben, gerade weil sie sie nicht kennen. Und ein letzter Seitenhieb – 25 Tote sind weniger als 26 und sollten deshalb nicht größer dargestellt werden wie es hier der Fall ist.

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