Tabelle der WertungMit dem Slogan “Südtirol für alle” will ein neues Tourismusportal auf touristische Einrichtungen aufmerksam machen, welche auch für Besucher geeignet sind, welche für “Menschen mit körperlichen Beeinträchtigungen, wie Menschen mit Behinderungen, Menschen im Rollstuhl, ältere Menschen, aber auch beispielsweise Familien mit kleinen Kindern und Kinderwagen”. Das von der sozialen Genossenschaft Indipendent gestartete Projekt ist sehr löblich, doch wie immer stellen sich einige Fragen.

Ist die Barrierefreiheit nicht gesetzlich festgeschrieben? Für die nicht-touristische Wirtschaft ist sie es, da bin ich mir sicher, vielleicht auch im touristischen Sektor - aber nur für Neubauten (wer mehr weiß, darf gern sein Wissen mit uns teilen). Die Klassifizierung “nichtZugänglich” ist wohl kaum von Nutzen, wenn man folgendes auf der Seite liest.

…Die Anmeldung erfolgt in jedem Fall unverbindlich…
…Sollte diese erste Bewertung positiv ausfallen, steht einem Eintrag in Südtirol für alle nichts mehr im Wege…


Was im Klartext bedeutet, dass nur sich freiwillig meldende Betriebe getestet werden, diese es sich dann aber anders überlegen können und auch nur aufgenommen werden, wenn sie bestehen. Also kann man die schlechtesten Kategorie wohl streichen, denn ich kann mir gut vorstellen, dass ein Gastwirt eher nicht im Verzeichnis als “Zugänglichkeit nur mit Hilfestellung” gefunden werden will.

Ob nun ein Verzeichnis von nur “geeigneten” Betrieben auch einen Effekt auf die Verbreiterung des Angebots hat wage ich zu Bezweifeln. Da würden Negativbewertungen schon eher was bewirken. Denn einfach in einem Portal nicht vertreten zu sein ist eine Sache, in einem “schlecht” dargestellt eine andere. Ein Marketingexperte, der Name fällt mir gerade nicht ein, hat folgendes herausgefunden: Eine positive Beurteilung erzählt man 2 Personen, eine negative in 10.



Gefunden, gelesen, gut befunden, weitergegeben:



Dachmarken sind etwas Gutes und vor allem treten sie inflationär auf. Besonders im Tourismus bieten sich Dachmarken an[A], wohl auch deshalb hat auch Italien jetzt eine geschaffen[B]. Doch wie es so mit der Tourismus Werbung so ist, finden wir auch hier eine Ungereimtheiten. Um etwas genauer zu werden, Über Südtirol wird wieder mal etwas komisch berichtet. Auf dem Blog „Una voce dal Sudtirolo“ findet Ihr eine gute Analyse, die aufzeigt, dass Werbung machen genau so gute Recherche braucht, wie Journalismus.

PS: Wer schickt den Link an die SMG, damit die hier mal wieder trommeln können?

Update: Auch noch sehr informative Analyse findet Ihr hier bei Brennerbasisdemokratie.



Fußnoten

  1. über die Südtiroler Dachmarke möchte ich erst gar nicht anfangen zu diskutieren...torna
  2. und eine extra Italia S.p.A. auch...torna


suedtirol ist schoen

Manchmal kommen auch andere auf gute Ideen, nicht nur wir ;-)
Aber Spass bei Seite. Die Website „Südtirol ist schön“ verarbeitet auf satirische Weise die Tourismuswerbung Südtirols. Und ganz nach dem Motto, nur echtes aus Südtirol, können wir eine gewisse Seelen-Verwandtschaft zu Ihnen erkennen.


http://www.suedtirol-ist-schoen.eu

Eine Notiz an die SMG – Falls Ihr was gegen eine Persiflage habt und die Seite zwingt die Sachen runterzunehmen ist euch nicht zu helfen.



Il famoso formaggio CaterinDass die Deutsche Sprache nicht gerade einfach ist, geschweige denn logisch ist uns wohl bekannt. Auch wenn wir uns immer rühmen der deutschen Muttersprache anzugehören sprechen die meisten von uns eher Hochdialekt als Hochdeutsch. Ohne einen direkten Vorwurf machen zu wollen, stehen uns unsere italienisch sprechenden Mitbürger in Sachen Sprachgewandtheit in nichts nach. Englisch ist eine Sprache mit vielen Akzenten[A], besonders weil man sie auf der ganzen Welt verwendet. Trotz dieser Eigenart, welche Englisch zu einer sehr populären internationalen Sprache macht, und dem einfachen Satzbau und Wortschatz, lassen es sich die mediterranen Länder nicht nehmen, diese Sprache nicht zu beherrschen. Wie schwer das Übersetzerdasein ist haben wir ja schon hier kennen gelernt, nun setzen wir aber noch einen drauf. Was wollen sie uns mitteilen, die Verfasser dieses Schildes? Bitte ratet mit, und wartet mit dem Weiterlesen. In dieser Kühltheke werden Käsestücke feil geboten, und zwar große Stücke. Anscheinend so groß, meinen die Verantwortlichen, dass sie nur von der Gastronomie gekauft werden. Also in Neudeutsch: „Caterern“. Demnach sind das Cantering-Portionen. Dass in einem normalen Supermarkt kein Gastronom einkauft ist wahrscheinlich jedem klar, und dass der Eindruck von einem niedrigen Preis suggeriert werden soll, nach dem Motto: „Große Stücke zum Großhandelspreis!“ ist auch naheliegend. Die Kunden aber meinten es handle sich um einen Markennamen und waren verwirrt, denn solche Marketing-Kunstgriffe funktionieren eben nur wenn sie fehlerfrei sind.



Fußnoten

  1. Wer kennt sie nicht, den typischen Sound eines Inders, der sich exzellent auf englisch unterhalten kann, und trotzdem wie ein Trottel wirkt....torna


Walther beäugt das Treiben

WeihnachtsbauarbeitenJetzt geht’s in die Endrunde. Schnell noch alles fertig machen, denn am 1. Dezember öffnen sie wieder die Original Südtiroler Christkindlmärkte. Die Polemiken über diese neuzeitlichen Gelddruckmaschinen wollen wir mal außen vor lassen, drüber lästern tun doch eh alle. Deshalb freuen wir uns heuer darauf, denn das milde Wetter (heute hatte es mancherorts gar +13°C) verspricht uns mal nicht tiefgefrorene Zehen mit verbrannten Fingern und Zungen zu vereinen. Wir lassen uns überraschen und sind guter Dinge. Übrigens hat der Glühwein-Wahn schon weitere Kreise gezogen. So manches etablierte Lokal bietet auch die warmen Promille an, meist nur das Fertigprodukt, zur Freude der Magenschleimheute und der Putzfrauen, die das Maleur dann wegmachen müssen.