Warum ist Italien eine Bananenrepublik - warum fühlen sich die rechtschaffenden Bürger als Deppen. Unter anderem wegen solchen dummen Aktionen. Selbständige, Handwerker, Firmen usw, also jeder der eine Mehrwertsteuernummer hat, musste seit zwei Jahren wieder eine Kunden- und Lieferantenliste abgeben. Außer einem Mehraufwand und Kosten (die meisten kleinen Betriebe und Selbständige haben wohl diese Listen vom Steuerberater machen lassen) ist eine Nützlichkeit dieser Listen nie ersichtlich gewesen. Nun erhalte ich heute eine Mail mit folgenden Inhalt:

Die seit 2 Jahren wieder eingeführte Pflicht zur Abgabe der Kunden- und Lieferantenliste ist nun rückwirkend abgeschafft worden. Es werden auch keine Kontrollen auf die bereits abgegebenen Listen der Vorjahre getätigt.

Kurzum, jeder der die Liste gemacht hat war ein Depp. Wer sie nicht gemacht hat hat wieder mal recht behalten - warum sollte man sich auch die Mühe machen, es wird sowieso wieder abgeschafft.



In den letzten Jahren gibt es immer mehr Spasspartein (echte als auch fiktive), die das politische System auf den Arm nehmen. Nicht nur in Italien, wo die nächsten Wahlen schon bald anstehen, und nicht nur auf nationaler Ebene[A].

Als Beispiel hierfür steht zum Beispiel die Kandidatur von Herrn Grissemann bei den Landtagswahlen in Niederösterreich mit seiner ICH-Partei. Er wurde jetzt ausgeschlossen, nachdem er bei einer Pressestunde sein Programm vorgestellt hat. Dabei hat er natürlich eine extreme Haltung an den Tag gelegt, aber so mancher etablierter Politiker würde mit solchen Aussagen durchaus durchkommen.

In Italien ist das Phänomen “ich gründe halt meine eigene Partei” ja politischer Alltag und mit ein Grund für die Misere in der wir stecken. Und gemäß diesem Motto haben auch einige Moderatoren von RadioDeejay ihre Partei gegründet, die ” Ketty Metti“. Wenn man das Programm liest erkennt man zwar sofort, dass dies nicht ganz ernst gemeint sein kann, aber einige Punkte sind nicht ganz Weltfremd.

- istituzione di un corpo di polizia del “bel costume” che reprima il cattivo gusto
- telefonini, messaggini e connessioni internet a costi ridotti
- scambi culturali, sociali e “fisici” tra nord, centro e sud e con altri paesi (il c.d. “programma Orgasmus”) volti all’integrazione sia nazionale che internazionale

Man sollte mal versuchen, die echten Programme der Parteien ebenso mit einem schmunzeln zu lesen, nachdem diese ja auch nicht ernst gemeint sein können, wenn man die politische Realität beobachtet. Unmögliches wird versprochen und natürlich auch nicht umgesetzt. DieseSpassparteien sind also nicht nur eine Karikatur des politischen Systems, sondern auch ein Zeichen dafür, dass es durchschaut werden kann.

Den Sprung aber von diesem durchschauen zu einem umdenken und einem geänderten Wahlverhalten fehlt oft. Oft auch aus Mangel an Alternativen. Wir würden uns mehr Bürgerlisten wünschen - auch auf nationaler Ebene. Sozusagen als “echte Vertreter des Volkes aus dem Volk”.



Fußnoten

  1. erinnern wir uns an die Bürgermeisterwahl in Bozen...torna


OMPL IconDie Entwicklungen im Web der letzten Jahre bieten viele neue Möglichkeiten die Inhalte vieler Internetseiten zu sammeln und nach eigenen Wünschen zu organisieren. Die wichtigste davon ist sicher RSS.

RSS (Abkürzung für Really Simple Syndication, zu deutsch etwa „wirklich einfache Verbreitung“) ist ein elektronisches Nachrichtenformat, das dem Nutzer ermöglicht, die Inhalte einer Webseite – oder Teile davon – als sogenannte RSS-Feeds zu abonnieren oder in andere Webseiten zu integrieren.

Soweit so gut, aber was bringt das? Ich kann zum Beispiel die RSS-Feeds von 200 Sportseiten abbonieren und mittels einer Suchfunktion mir nur jene Informationen anzeigen lassen, in denen meine Lieblingsmannschaft vorkommt. Wenn ich das von Hand machen müßte bräuchte ich Tage dafür.

Und wie komme ich zu diesen Feeds? Entweder sehe ich in Verzeichnissen nach, oder ich abboniere die Seite, indem ich sie direkt in meinem RSS-Reader eingebe (mehr Infos gibt es hier). Das funktioniert ganz gut, wenn man beim surfen auf eine interessante Seite stößt, ist aber langwierig.

Deshalb haben wir uns gedacht eine Sammlung mit Feeds aus und über Südtirol zu veröffentlichen. Sie ist natürlich noch nicht komplett, aber immerhin konnten wir schon 125 Quellen sammeln. Wir bemühen uns sie regelmäßig zu erweitern und Vorschläge könnt ihr an opml [at] spaghetti-mit-knoedel.com schicken.

Hier geht’s zum download: Südtiroler RSS-Feeds - OMPL (203)

Die Datei ist im OPML Format, welche sich leicht in jeden RSS-Reader einlesen läßt.

Eines wird bei der Benutzung dieser neuen Informationskanäle auch klar, ohne Selektion kann man schnell in der Informationsflut untergehen. Die Arbeit des Redakteurs und Journalisten, welche Informationen für uns filtern fällt weg und deshalb muß man diese Arbeit nun selbst machen. Auf der anderen Seite kann man sich besser über ein Thema sein eigenes Bild machen.