Nein, dies ist kein Aufruf zu einem Online Voting – das ist ein Aufruf zur Landtagswahl zu gehen. Warum es einen solchen Aufruf braucht können wir in wenigen Zeilen beschreiben.
Vor wichtigen Wahlen gibt es immer Umfragen. Die einen sagen das, die anderen jenes und viele sind noch Unentschlossen. Bei dieser Wahl scheint es noch eine Gruppe zu geben – jene welche wissen was sie bestimmt nicht wählen. Die SVP. Auch Mitbürger welche keinen direkten Nachteil durch die Landesregierung erfahren haben, sind der Meinung, dass die SVP einen Denkzettel verdient haben. Die Gründe sind oft schwammig, oft konkret gegen einzelne Persönlichkeiten. Alle haben aber gemein, dass in Zukunft die Partei die Geschicke im Land anders lenken sollte bzw. sie sich anders geben sollten.
Der aufmerksame Leser hat bemerkt, dass die Nicht-SVP-Wähler nicht unbedingt zu einer anderen Partei wechseln wollen – viele sind mit den meisten Errungenschaften zufrieden, glauben auch dass die Partei die Kompetenz hat die Probleme die es gibt zu lösen, nur die Art stößt in vielen in letzter Zeit auf.
Die wahren Alternativen sind in Südtirol eher dünn gesät. Ich meine jetzt nicht, dass es keine anderen Parteien oder Bewegungen gibt welche man ankreuzen könnte. Diese haben aber noch nie bewiesen, dass auch die Fähigkeit haben die Geschicke des Landes zu leiten oder, bis auf wenige Einzeltaten, eine echte Opposition darstellen können.
Denn eines ist auch vielen klar, einfach aus Protest ins rechte Lager zu wechseln ist auch nicht gerade ungefährlich – am Ende bekommen die noch die Mehrheit. Das ist dann doch den meisten Nicht-SVP-Wählern zu unsicher. Da wird man dann doch lieber ganz zum Nicht-Wähler und geht gar nicht hin. Dann hat man es auch nicht zu Verantworten.
Und das Resultat – man braucht nur die Wahlen in Bayern anschauen. Die CSU hat ganz schön die Federn gelassen, aber nicht weil die meisten Wähler zu anderen Parteien gewechselt sind, sondern weil viele hunderttausend einfach zu Hause geblieben sind.
Bei uns würde eine ähnliche Entwicklung wohl die rechten Flügel stärken (im Verhältnis) und die Landespolitik eher lähmen als weiter bringen.
Was also tun. Eine Möglichkeit wäre trotzdem die SVP wählen, aber Kandidaten von der Liste auswählen, welche am nächsten zu seinen Überzeugungen stehen – denn es gibt mehr als den Luis und den Elmar und einige könnten auch etwas bewegen, wenn sie genügen Rückenstärkung aus dem Wählervolk bekämen. Eine andere Möglichkeit ist, eine Partei zu wählen, welche den eigenen Ideen am nächsten ist, und da muss man sich halt wirklich informieren. Man kann da schon zu erstaunlichen Erkenntnissen kommen – es könnte durchaus passieren, dass so mancher deutschsprachige Südtiroler den Partito Democratico wählen könnte – oder die Grünen - nicht wegen dem Naturschutz, dem Riccardo oder den Lobis, aber wegen ein paar jungen Einsteigern, welche für ein Südtirol stehen, welches nach vorne schaut.
Aber das wichtigste ist natürlich „wählen gehen“ – denn wer nicht eine halbe Stunde alle 5 Jahre hat, darf später auch nicht das Maul aufreisen, auch nicht als Protest-Nicht-Wähler.
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