Nachdem wir alle angenommen haben, dass das leidige Thema „gekreuzigter Frosch“ endgültig vom Tisch ist, nachdem der Ausschuss des Museions nochmal darüber beraten hat und beschlossen wurde, dass er bleibt.

Aber nachdem unser Landesvater den Papstbesuch zum Anlass genommen hat um wieder zu verlangen dass er abgehängt wird müssen wir uns nochmal damit beschäftigen. Diesmal aber nicht vom Ansatz her, ist es Kunst, was darf Kunst usw. Wir machen es uns diesmal einfacher. Betrachtet das folgende Bild:

Paedophilie oder Segnung

Es ist ein Fenster einer Kirche, das ist eindeutig – ebenso eindeutig könnte man die gezeigte Szene interpretieren, wenn man sich die Verwerflichen Priester-Kind-Verhältnisse, welche nicht nur in den USA und Australien für Furore sorgten, vor Augen führt.

Nun sagt uns aber unser Hausverstand, dass dieses Fensterbild nicht einen Pädophilen Akt darstellen kann – so zynisch ist nicht einmal die Kirche. Warum kann der gleiche Hausverstand dann nicht einfach einsehen (zumindest bei einigen) dass der Frosch nicht ein Angriff auf die Christenheit ist?



Projekt Synagoge arIm heiligen Land Tirol hat ein kleiner Frosch für viel Aufsehen gesorgt. Die Geschichte ist wohl jedem bekannt und nervt auch schon. Wir wollen hier deshalb nur darauf hinweisen, dass die Katholiken nicht alle gleich sind und das die Toleranz gegenüber bzw. das Verständnis der Kunst auch weiter gehen kann als es hier vorgeführt wurde.

Maurizio Cattelan, ein italienischer Künstler hat in Deutschland eine Installation gemacht, welche an zwei Standorten, einer Synagoge und einer katholischen Kirche, sich “auf das historische Verhältnis der Religionen, deren Grenzen und Möglichkeiten und die universellen Gefühle von Schuld und Hoffnung” verweist.

Interssant für uns ist zu sehen, dass hier an einer Kirche, die Kreuzigung einer Frau gezeigt wird und es zu keinem Aufschrei der Massen gibt. Bei uns darf Kunst höchstens im Museum frei sein, in einem kontrollierten Kontext - Achtung hier zeitgenössische Kunst! Aber auch das stimmt ja nur bedingt.

Mehr Infos findet ihr hier: VON CHRISTUS BIS ABU GHUREIB



Jesus im KittchenSoweit musste es ja mal kommen. Wer seinen Glauben öffentlich kundtut, muss auch im superkatholischen Südtirol eingesperrt werden. Oder will uns der Künstler etwas anderes mitteilen. Die Kombination Jesus am Kreuz, Fenstergitter mit Ausbuchtung für Blumen und öffentlicher Raum vor einem Restaurant gibt einem zu denken. Eine Interpretation wäre natürlich, dass der Tod am Kreuz allein nicht ausreicht, um die Menschheit von seiner Erbsünde zu befreien. Es gilt immer noch den Käfig der eigenen Glaubensgemeinschaft zu sprengen. Wie man dies schafft, ist natürlich eine ganz andere Geschichte. Das Martyrertum scheint aber nicht nur damals in Mode gewesen zu sein. Die ganze Welt zu überzeugen es besser zu machen, schaffen auch die aktuellen Für-Den-Einzigen-Gott-Selbstzerstörer nicht. Da liegt es dann wohl wieder an jedem selbst etwas für eine bessere Welt zu tun.