Tabelle der WertungMit dem Slogan “Südtirol für alle” will ein neues Tourismusportal auf touristische Einrichtungen aufmerksam machen, welche auch für Besucher geeignet sind, welche für “Menschen mit körperlichen Beeinträchtigungen, wie Menschen mit Behinderungen, Menschen im Rollstuhl, ältere Menschen, aber auch beispielsweise Familien mit kleinen Kindern und Kinderwagen”. Das von der sozialen Genossenschaft Indipendent gestartete Projekt ist sehr löblich, doch wie immer stellen sich einige Fragen.

Ist die Barrierefreiheit nicht gesetzlich festgeschrieben? Für die nicht-touristische Wirtschaft ist sie es, da bin ich mir sicher, vielleicht auch im touristischen Sektor - aber nur für Neubauten (wer mehr weiß, darf gern sein Wissen mit uns teilen). Die Klassifizierung “nichtZugänglich” ist wohl kaum von Nutzen, wenn man folgendes auf der Seite liest.

…Die Anmeldung erfolgt in jedem Fall unverbindlich…
…Sollte diese erste Bewertung positiv ausfallen, steht einem Eintrag in Südtirol für alle nichts mehr im Wege…


Was im Klartext bedeutet, dass nur sich freiwillig meldende Betriebe getestet werden, diese es sich dann aber anders überlegen können und auch nur aufgenommen werden, wenn sie bestehen. Also kann man die schlechtesten Kategorie wohl streichen, denn ich kann mir gut vorstellen, dass ein Gastwirt eher nicht im Verzeichnis als “Zugänglichkeit nur mit Hilfestellung” gefunden werden will.

Ob nun ein Verzeichnis von nur “geeigneten” Betrieben auch einen Effekt auf die Verbreiterung des Angebots hat wage ich zu Bezweifeln. Da würden Negativbewertungen schon eher was bewirken. Denn einfach in einem Portal nicht vertreten zu sein ist eine Sache, in einem “schlecht” dargestellt eine andere. Ein Marketingexperte, der Name fällt mir gerade nicht ein, hat folgendes herausgefunden: Eine positive Beurteilung erzählt man 2 Personen, eine negative in 10.



Hotel ParadisoMit Burgen und Schlössern ist Südtirol reich bestückt. Knapp 400 sollten es wohl sein, wenn man Burgen, Schlösser, Ansitze und Türme mitzählt. Nicht wenige davon sind Ruinen. Sie zeugen von der einstigen Macht und Wehrhaftigkeit Ihrer Erbauer. Sozusagen von der guten alten Zeit. Eigentlich kann man von jeder Ruine behaupten, dass sie mal bessere Zeiten gesehen hat und zwar jene als das Bauwerk noch heil war.

Hotel ParadisoEine besondere Art von Ruine haben wir im Martelltal gefunden, eine Hotelruine. Das Hotel „Paradiso“ wurde Gio Ponti 1936 als Prototyp für ein Liftkarussell erbaut, welches zwischen Bozen und Cortina erbaut werden sollte. Es war also als Auftakt zu einer touristischen Vision gedacht. Diese ist aber schnell zerplatzt. Wem beim Gedanken Hotelruine das Bristol einfällt, welches im Frühjahr abgerissen wurde, liegt nicht allzu sehr daneben. Beide Hotels hatten denselben Besitzer wie die FF (Das Bristol) zu berichten weiß. Nun stellt sich natürlich die Frage, wieso dieses seit Ende der Siebziger Jahre lehrstehende Gebäude noch nicht abgerissen wurde. Aber wenn man bedenkt, dass die Immobilie der Brauerei Forst gehört ist auch diese Frage schnell geklärt. Wahrscheinlich steht es noch um die Kubatur zu erhalten, um etwaige zukünftige Baupläne nicht zu gefährden, welche nach einem Abriss gefährdet sein können. Und dass diese Pläne bei der Forst auch Langfristig angelegt sein können, hat man bei der „Schwarzen Katze“ in Meran gesehen. Dieses Lokal stand einsatzbereit für über 10 Jahre leer, und das obwohl die Lage, Meraner Rennweg, kaum besser sein könnte.

Und um die Frage, welche am Anfang gestellt wurde zu beantworten. Ich glaube nicht, dass es eine Hotelruine jemals zum Status einer Burgruine bringen wird, schon nur aus dem einfachen Grund, dass der Baugrund für Hotels begehrt ist und sich im Allgemeinen Hotelarchitektur in unseren Breiten kaum schützenswert ist.