Tabelle der WertungMit dem Slogan “Südtirol für alle” will ein neues Tourismusportal auf touristische Einrichtungen aufmerksam machen, welche auch für Besucher geeignet sind, welche für “Menschen mit körperlichen Beeinträchtigungen, wie Menschen mit Behinderungen, Menschen im Rollstuhl, ältere Menschen, aber auch beispielsweise Familien mit kleinen Kindern und Kinderwagen”. Das von der sozialen Genossenschaft Indipendent gestartete Projekt ist sehr löblich, doch wie immer stellen sich einige Fragen.

Ist die Barrierefreiheit nicht gesetzlich festgeschrieben? Für die nicht-touristische Wirtschaft ist sie es, da bin ich mir sicher, vielleicht auch im touristischen Sektor - aber nur für Neubauten (wer mehr weiß, darf gern sein Wissen mit uns teilen). Die Klassifizierung “nichtZugänglich” ist wohl kaum von Nutzen, wenn man folgendes auf der Seite liest.

…Die Anmeldung erfolgt in jedem Fall unverbindlich…
…Sollte diese erste Bewertung positiv ausfallen, steht einem Eintrag in Südtirol für alle nichts mehr im Wege…


Was im Klartext bedeutet, dass nur sich freiwillig meldende Betriebe getestet werden, diese es sich dann aber anders überlegen können und auch nur aufgenommen werden, wenn sie bestehen. Also kann man die schlechtesten Kategorie wohl streichen, denn ich kann mir gut vorstellen, dass ein Gastwirt eher nicht im Verzeichnis als “Zugänglichkeit nur mit Hilfestellung” gefunden werden will.

Ob nun ein Verzeichnis von nur “geeigneten” Betrieben auch einen Effekt auf die Verbreiterung des Angebots hat wage ich zu Bezweifeln. Da würden Negativbewertungen schon eher was bewirken. Denn einfach in einem Portal nicht vertreten zu sein ist eine Sache, in einem “schlecht” dargestellt eine andere. Ein Marketingexperte, der Name fällt mir gerade nicht ein, hat folgendes herausgefunden: Eine positive Beurteilung erzählt man 2 Personen, eine negative in 10.



Paragrafen sind nicht immer VollkommenÜberall kann man es lesen. Die italienische Blogger-Szene schreibt sich den Frust vom Leib. Von Zensur, von einem undemokratischen Staat und noch viel mehr ist die Rede. Es hallt nicht nur durchs Internet, auch in der Offline-Welt und bis ins Parlament dringt der Unmut durch. Aber ist das alles nötig? Der Minister versucht zu beschwichtigen und verweist auf dieRegulierungsbehörde . Parlamentarier erkennen die Gunst der Stunde und appellieren lautstark und heute wurde ein Zusatzkomma vorgestellt, welches Veröffentlichungen ohne Unternehmerischen Hintergrund von der Pflicht befreit.

Es gibt aber doch einige Dinge über die sich die Blogger im Klaren sein sollten. Grundsätzlich sind wir für das Gesetz und gegen Zensur. Wir sind auch dafür, dass sich Blogger darüber im Klaren sind,daß das Internet nicht ein Rechtsfreier Raum ist und daß eine Regulierung nicht gleich zu setzen ist mit einer Zensur. Internetseiten, welche Redakteure und Journalisten verpflichten, müssen unserer Meinung nach registriert werden um die Arbeitnehmerverhältnis der Mitarbeiter zu regeln. Anderen angehenden Publizisten (und damit meine ich auch Blogger) muss es weiterhin möglich sein Inhalte zu publizieren, aber auch deren Arbeit soll geschützt werden. Also plädieren wir für die Abschaffung des “Albo dei giornalisti”. Warum das auch Blogger interessieren sollte, welche keine Journalisten sein wollen haben wir ausführlichst erörtert. >>Weiterlesen>>



No more alcoholWie wir schon im vorherigen Teil angekündigt haben, werden wir in diesem Teil unserer Serie auf ein paar Standardsprüche antworten. Beziehungsweise uns ein paar Gedanken zu diesen Sprüchen machen die immer wieder die Runde machen. Besonders seit der Einführung der neuen Verkehrsordnung geht das Sprüche klopfen kräftig weiter, und so mancher Politiker macht in Vor-Wahlkampfzeiten auch gerne mit.

Als Auftakt möchte ich einen Auszug aus einer ASTAT Studie zitieren, der die folgenden Aussagen umso verständlicher macht.

89,9 Prozent aller Befragten sind mit ihrem eigenen Trinkverhalten zufrieden und möchten nichts daran ändern.

Nachdem wir alle wissen, dass hierzulande nicht gerade mit dem Alkohol gespart wird, gibt das schon zu denken. Und hier nun unsere Top 3 der bewährtesten Sprüche.

„Die Regierung will uns nur abzocken und schikanieren.“
Da unterstellt man der Regierung Böswilligkeit. Das finde ich übertrieben, denn Regierungen können unfähig, träge, populistisch usw. sein, aber böswillig? Besonders sollte man bedenken, dass es eine einfache Lösung gibt den Strafen aus dem Weg zu gehen. Nicht betrunken am Straßenverkehr teilzunehmen. Einfacher geht’s nicht. Da können Strafen winken die noch so übertrieben sind, wenn man sich an die Regel hält sind sie hinfällig.

„Es gibt Situationen da muss man Alkohol trinken.“
Über den sozialen Druck der Gruppe usw. kann man lange Diskutieren und wir wollen hier niemanden verunglimpfen der es nicht schafft sich dem zu widersetzen. Man sollte es aber einfach mal versuchen. Kommt es dann aber trotzdem zum wiederholten Konsum und man ist laut Gesetz nicht mehr fahrtüchtig, dann muss man halt das Fahrzeug stehen lassen. Alle Begründungen trotzdem zu fahren, entspringen der Faulheit oder zumindest dem Unvermögen sich im vornherein über die Konsequenzen seines Handels bewusst zu werden.

„Dass kein Alkohol mehr ab 2:00 Uhr morgens ausgeschenkt wird beschneidet meine Freiheit.“
Ja, das ist war. Wenn Regeln aufgestellt werden ist es normal, dass nicht mehr alles erlaubt ist. Meistens wird ein Kompromiss geschlossen welcher die Beschneidung der Rechte mit den Vorteilen abwiegt. Ich finde es sehr lustig, dass sich über diese Regelung auch Leute aufregen, welche nie um 2:00 Uhr noch unterwegs sind. Sind wir mal ehrlich. Der überwiegende Teil der Nachtschwärmer geht schon vom Pub/Bar direkt nach Hause – und diese schließen spätestens um 2:00 Uhr. Diese langen Öffnungszeiten dieser Lokale haben in den letzten zehn Jahren das Verhalten der Besucher derart verändert, dass die Anzahl der Lokale welche längere Öffnungszeiten haben, vor allem Diskotheken und Nachtclubs massiv zurückgegangen sind. Es werden also die Rechte einer sehr kleinen Gruppe beschnitten. Das Gegenargument, dass die Regelung nicht das Alkoholproblem löst ist fadenscheinig, denn eine einzelne Maßnahme wird das nie vermögen. Es braucht mehrere Ansätze welche den Situationen gerecht werden. Und eine dieser besonderen Situationen sind die Disko-Besucher.

Statistisch gesehen sind sie eher jung und über die Mündigkeit von Jugendlichen und jungen Erwachsenen kann man sich an anderer Stelle unterhalten. Wir wollen jetzt nicht alle über einen Kamm scheren, aber man sollte die Jugend unterstützen wo man kann, vor allem rechtzeitig mit dem Saufen aufzuhören.



Jetzt ist es also durch, wie üblich mit auf den letzten Drücker bevor das Notdekret verfallen wäre. Und es gibt einige Neuigkeiten. Die meisten betreffen natürlich den Straßenverkehr. Was es da alles neues gibt kann man am besten bei der Polizia di Stato nachlesen, da gibt’s das Gesetz und was sich geändert hat.

Interessanter finde ich dass jetzt auch auf staatlicher Ebene kein Alkohol mehr in den Nachtstunden ausgegeben werden kann. Ähnliches hat schon vor wenigen Tagen auch die Region Venetien verabschiedet. Neben den weiteren Maßnahmen (Alkoholtester und Hinweisschilder) ist das endlich eine klare Regelung, welche einfach zu verstehen und umzusetzen ist[A]. Ich höre schon die Gastwirte wieder stöhnen, dass man ihnen das Geschäft kaputt macht, aber das ist wieder eine andere Geschichte. In anderen Ländern gibt es ähnliche Bestimmungen und da ist auch noch kein Gastwirt daran zu Grunde gegangen.

Ganz neu ist diese Idee wie gesagt ja nicht. Schon seit über 10 Jahren gibt es ein solches Verbot in England, eigentlich ist es noch strenger. Aus zwei Gründen. Läden, Kioske, Tankstellen usw. dürfen schon ab 10 Uhr Abends keinen Alkohol mehr verkaufen und zweitens haben durchschnittlich die Nachtlokale auf der Insel länger geöffnet als in unseren Breiten[B]. Nachdem man ja die Engländer kennt, weiß man auch, dass sie nicht die nüchternsten Zeitgenossen sind. Also kann sich die einheimische Schnapsdrossel auch wieder beruhigen, sie wird auch weiterhin ihren Rausch zusammenbekommen, denn mit reinem Zeitmanagement wird man diesem Übel nicht Herr.

Aber auf der anderen Seite kann es auch durchaus sinnvoll sein, dass man 1-2 Stunden bevor man Hause geht nicht noch weiter abstürzt. Und wer nur ein Glas zu viel hatte könnte auch eher wieder fahrtauglich sein – aber vorher den Alkohol-Test nicht vergessen.



Fußnoten

  1. auf jeden Fall leichter als das Alkoholverbot für Minderjährige...torna
  2. mal von Partyhauptstädten abgesehen...torna


kein alkoholAlkohol ist in aller Munde – nicht nur sprichwörtlich. Und nicht erst seit den neuen Verschärften Bestimmungen bezüglich „Alkohol am Steuer“ wird viel über den Alkoholkonsum diskutiert. Es werden auch schon fleißig Internetseiten eingerichtet, siehe www.promille.it, auf denen anscheinend eine Diskussion stattfindet. In Wirklichkeit sind das nur Seiten auf denen Gegner dieses Gesetzes ihren Unmut kundtun. Andersgläubige werden mit Totschlagargumenten niedergemacht. Da verwundert auch nicht das Ergebnis der Umfragen. Ich möchte hier nun als Auftakt ein paar Situationen schildern, welche ich selbst erlebt habe oder zugetragen wurden, die ein erschreckendes Bild zeichnen. Man bekommt nicht schlecht Lust nach vermehrten Alkoholkontrollen unter Tags zu verlangen. Das heutige Thema – Morgens in Südtirol:

Szene 1 – 9:30 Uhr irgendwo in einer Bar
Eine Gruppe Handwerker kommt herein, sie machen Pause. Einer bestellt einen Kaffe, einer ein Mineralwasser, drei weitere ein Bier. Es kommt ein Bekannter des Wassertrinkers herein und grüßt freundlich die ganze Truppe. Es kommt zu folgendem Gespräch (eingedeutscht):

Bekannter: „Na sieht man Dich auch mal wieder. Komm ich geb einen aus. Hast du schon bestellt?“
Wassertrinker: „Ja, danke ich trink ein Wasser.“
Bekannter:“Jetzt hör mal, ich zahl dir aber nur was ordentliches. Wer trinkt den schon Wasser!“
Wassertrinker: „Ja ok, dann nehm ich doch ein Bier.“
Bekannter: „ So gefällst Du mir schon besser“

 

Szene 2 – 8:03 Uhr eine Bar neben einer Hauptverkehrsstraße
In der Bar werden neben Getränken und Speisen auch Tabakwaren angeboten und ist deshalb ein beliebter Stopp. Der Tresen ist voll, ein Fahrer einer Spedition kommt herein.

Fahrer: „Einen Espresso Corretto Vecchia!“ -> Sprich einen Kaffee mit Vecchia Romagna (38% Alkoholgehalt)

 

Szene 3 –Das Südtirol 1 Gewinnspiel
Vor einigen Jahren hat die Radiostation Südtirol 1 ein Gewinnspiel veranstaltet. Ein Reporter ging in eine Bar und stellte einem Kunden eine einfache Frage. Wenn der Kunde die Frage richtig beantwortete bekam das ganze Lokal eine Lokalrunde des Getränks das dieser Kunde gerade Trank. Das ganze wurde Live übertragen und oft genug gab es Vormittags Gratis-Bierrunden.

 

Szene 4 – 7:03 Uhr Neuland Tages-Cafe
Eine Freundin von mir hat vor einigen Jahren ein Tages-Cafe übernommen, welches schon um 7 Uhr aufmacht. Jahrelang hatte sie nur in Gastbetrieben gearbeitet welche Abends geöffnet hatten. Nach ein paar Tagen berichtet sie erschüttert über die große Anzahl an Leuten, vor allem Männern, welche schon in Allerherrgottsfrüh Superalkohol konsumieren. „Der Gipfel “, meint sie „war, als um 7 Uhr als ich aufsperren will, schon einer draußen wartet, damit er einen Cinar trinken kann.“ Na dann Prost.

Im nächsten Teil wollen wir ein wenig Hilfestellung all jenen geben, welche auf die dummen Behauptungen keine richtige Antwort wissen. Wir bringen die Hitparade der dümmsten Sprüche der „Alkohol in jeder Lebenslage“-Fraktion und wie man zumindest nicht sprachlos.

Foto von augschburger



WhoZivilpolizisten haben eine lange Tradition. Sie werden vor allem dort eingesetzt, wo das Auftreten in Uniform, das Verhalten der Gauner und Ganoven beeinflusst. So können sie unerkannt, als Zivilist, das Treiben beobachten und dann zuschlagen und die Missetäter zur Strecke bringen. Wenn man sich aber zu erkennen gibt, ist die Maskerade natürlich aufgeflogen und der Nutzen zu nichte. Ist aber in großen Städten kein Problem, wenn man nicht immer in der gleichen Szene schnüffelt. Anders hingegen ist das bei Gemeindepolizisten, die kennt schließlich jeder. Wenn ein solcher in Zivil auftritt heißt das meistens nur eins, er hat Dienstschluss. In Bruneck ist von solchen Überlegungen abstand zu nehmen – die sind jetzt auch ohne Uniform unterwegs. Sogar am Abend. Sie kontrollieren, dass das Rauchverbot eingehalten wird, dass an Jugendliche unter 16 Jahren kein Alkhol ausgegeben wird usw. Ob die geänderte Kleiderordnung wirklich was bringt sei dahingestellt. Ab jetzt nimmt halt jeder an, dass sie immer im Dienst sind und wird ihnen mit dem typischen Misstrauen gegenübertreten. Auch eine Art des sozialen Abstiegs.



Kampagnenmotiv neben der Strasse„Gesoffen wird immer.“, dieses Zitat aus „Herr Lehmann“ hat es in sich. Alkohol ist wohl eine Volksdroge, legal und von vielen Suchtexperten als harte Droge eingestuft. Die positiven Effekte des Weins auf den menschlichen Organismus, solange er in moderaten Mengen genossen wird, ist hier auch nicht zu leugnen. Die Funktion als Schmiermittel der Gesellschaft finde ich aber als Problematisch. Aber das sehen wohl nicht alle so. >>Weiterlesen>>