Banner auf der Promenade
Heuer war es das erste mal soweit. Ab 14.30 konnte man am Samstag ohne schon gelöste Karte nicht mehr ins Kurhaus nach Meran zum Weinfestival. Über 2.400 Besucher stürmten quasi die Veranstaltung. Auch am Sonntag gab es einFull-House, wenngleich nur der Einlass in den Hauptsaal von den Sicherheitsleuten wie bei einer Diskothek geregelt werden musste. Die Stimmung war aber so schön wie selten in den letzten Jahren. Auch die Aussteller waren zuvorkommender und freundlicher als in anderen Jahren. Es hat sich langsam die Meinung durchgesetzt,daß diese Veranstaltung vor allem dem Image einträglich ist und weniger eine Verkaufsmesse. Deshalb ist die Veranstaltung nicht weniger wichtig.

Einige Produzenten haben auf Anfrage über ihre Motivation nach Meran zu kommen geäußert, daß das Merano-Winefestival der zweitwichtigste Termin in Italien ist, nach der Vinitaly. Wobei die kleineren sehr positiv anzumerken hatten, daß hier alle gleich behandelt werden, die Großen wie die Kleinen. Alle haben nur einen Tisch als Präsentationsfläche und die Weine werden von den Veranstaltern ausgesucht. So muß dann auch eine Tenuta Ornellaia ihren besten Wein mitbringen, auch wenn es ihn für Normalsterbliche üblicherweise weder zu kaufen und erst recht nicht zu verkosten gibt.

Sehr voller Hauptsaal

Überhaupt sind über ein Drittel der Weine die man kostet schon ausverkauft. Die letzten Flaschen werden noch nach Meran gebracht um sie sozusagenunters Volk zu verteilen. Es ist nicht Altruismus der sie dazu bringt, denn das einzige Segment im Markt der alkoholischen Getränke welches noch zulegt ist der Wein. Daß da die Rechnung aufgeht sich auch an den Endkunden zu wenden ist schon fast eine Milchmädchenrechnung. Gut daß es auch die Weinproduzenten gemerkt haben.

Culinaria ZeltDie Aussteller der Culinaria (dem Teil, der Essen, Soßen, Öle, Schokolade, Reis, Pasta,… gewidmet war) haben sich auch in den letzten Jahren gewandelt. Ein Bekannter, welcher die Hintergründe kennt, konnte uns aufklären. Die meisten “Großen” des Geschäfts wurden nicht mehr eingeladen. Sie waren noch nicht bereit sich mit dem Endkunden auseinanderzusetzen ohne direkt imAnschluß einen Verkauf zu landen. Die “Kleinen” hingegen sind nicht nur stolz auf ihre Produkte, sie nötigen fast zur Verkostung. Auch das ist schon fast zu viel, denn nach dem 5. Olivenöl, 4. Parmigiano, 7. Pesto, 2. Thunfisch,… (alle wirklich sehr gut) streikt langsam der Gaumen. Aber zugegeben es gibt Schlimmeres.

Zigarren drehenDie zeitweise Enge, wie schon zu Anfang bemerkt ist langsam ein Problem. Denn im Kurhaus gibt es keinen Platz mehr. Alle Säle mit Ausstellern (468 dieses Jahr) vollgestopft und ein ewig langes Zelt auf der Promenade zeigen,daß es langsam kreative Ideen braucht um den Erfolg mittelfristig nicht zu gefährden. Denn was soll man tun. Weiter wachsen kann es nicht. Wenn es verlängert oder geteilt wird kann es durch den Inhaltsschwund kollabieren. Und preislich sollte es nicht weiter nach oben gehen, denn dann verliert es einen seinen wichtigstenAlleinstellungsfaktor, den Endkunden.



Merano WineFestival & CulinariaDas Meraner Weinfestival steht wieder vor der Tür und wieder stellt sich die Frage ob es sich lohnt. Natürlich lohnt es sich. Und aus den Erfahrungen der letzten Jahre haben wir auch noch mehr dazugelernt, als wir eh schon wußten. Dieses Jahr werden wir am Samstag dem Genuß von Bachus frönen. Auch wollen wir einen Bericht nachreichen um denjenigen, welche auch dieses Jahr nicht die Möglichkeit oder Lust haben daran teilzunehmen, etwas mitzubringen. Aber nur um jetzt keine unnötigen Hoffnungen zu schüren. Auf die Nebenveranstaltung “Elite” gehen wir nicht. Bei 350 Euro ist der Spaß wirklich vorbei. Und noch ein Tipp. Die GourmetArena schaut ja wirklich verlockend aus und der Sonntag wird wohl ein rechtes Spektakel.

Domenica 11 novembre verrà celebrato l’oro bianco di Alba mediante un’asta in diretta mondiale via satellite tra la GourmetArena a Merano, l’Hotel Kempinsky a Berlino e il Ritz Carlton a Hong Kong. I maggiori chef specializzati nel tartufo saranno invitati a rendere onore a questo magico bulbo. L’intero guadagno verrà devoluto in beneficenza alla Fondazione piemontese per la ricerca sul cancro diretta da Allegra Agnelli.


Na dann, zum Wohl, guten Appetit und eifriges Mitsteigern.



LogoTimeCodeDas wär doch mal eine tolle Neuigkeit - Bozen hat Nachtbusse. Man wäre auch am Wochenende mobil, müsste sich nicht um Parkplätze und Verkehrskontrollen kümmern, usw. Aber so schnell wird das wohl nix. Obwohl so einen Anfang gibt es schon. Und zwar wegen der „Time_Code“.

TIME_CODE ist eine Veranstaltungsreihe, die ein neues Zeitgefühl vermitteln will… eine bürgerfreundliche Zeit zwischen Kunst, Literatur, Musik und Sport. Es ist ein Projekt, das die Einwohner von Bozen für die Zeitpolitik ihrer Stadt gewinnen möchte - mit dem Hinweis auf die einfache, aber wahre Erkenntnis: Zeit bedeutet Lebensqualität!

Und nachdem einige dieser Veranstaltungen spät abends[A] laufen geht die Sasa auch bis um 00:20 (aber nur Samstags). Das wurde jedenfalls so verkündet. Echt super, nur hat die Aktion zwei Haken. Der eine ist, dass nach dem 2. November wieder Schluss ist und der andere ist noch blöder. Ein paar Veranstaltungen gehen bis 1:00 Uhr, da muss ich halt dann doch das Auto nehmen oder doch noch das Taxi.

PS: Die Veranstaltungen scheinen recht nett zu sein und man kann in den Stadtviertelchroniken sicher viele interessante Hintergründe erfahren.



Fußnoten

  1. bis nach Mitternacht, Oh Gott...torna


Immer wieder kann man lesen, dass die Tourismustreibenden auf den hochwertigen Besucher setzen sollen. Die Qualität soll stimmen und die Schnäppchenjäger sollen nach Mallorca fliegen. Der Massentourismus soll eingedämmt werden, die Busse voll mit Ich-Schmier-Mir-Mein-Mittag-Am-Frühstückstisch-Gäste sollen gutbetuchten und kultivierten Ich-Lass-Es-Mir-Gutgehen weichen. Da müssen die Rahmenbedingungen auch stimmen. Da muss Kultur her.

Maria JoaoIn den letzten Jahren hat sich auch einiges getan. Ein Beispiel dafür sind die Meraner Musikwochen. Die gibt es schon eine ganze Weile und die Qualität muss sich hinter anderen vergleichbaren Veranstaltungen in ganz Europa nicht verstecken. Dieses Jahr waren The Netherland Philharmonic Orchestra, das Russian National Orchestra, das Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin, Royal Philharmonic Orchestra London und Thomas Quasthoff & Maria Joao um einige zu nennen dabei. Da würden man meinen, dass unsere SMG sicher auch Ihre Hände im Spiel hat. Der Vermarktungswert ist ja nicht unerheblich. Das Land wird sicherlich auch als Sponsor auftreten, den Glamour der Hochkultur aufsaugen. Aber nein, die Wirtschaft sponsert das Festival. Allen voran eine Bank und ein deutscher Autohersteller.

Ok, man könnte meinen, dass die Südtiroler Landesregierung keine internationalen Musik-Events finanzieren will. Aber weit gefehlt, wie wir in einer offiziellen Pressemitteilung vom 10. September lesen können:

GRAND PRIX DER VOLKSMUSIK
Angesichts der Finanzknappheit des Senders Bozen der Rai wird das Land in die Bresche springen, um die Ausstrahlung des Grand Prix’ der Volksmusik aus Südtirol im Jahre 2009 zu ermöglichen. “Über unsere Haushaltskapitel Fremdenverkehr und Marke werden wir 150.000 bis 180.000 Euro zur Verfügung stellen, um die 200.000 bis 220.000 Euro teure Veranstaltung mitzufinanzieren”, so der Landeshauptmann. Ausschlaggebend für die Entscheidung war die Werbewirksamkeit der Sendung, die von Millionen Zuschauern in Österreich, der Schweiz, Deutschland und Südtirol verfolgt wird.

Werbewirksam wird die Sendung schon sein, und die Reichweite ist auch beachtlich, wenn man sonstige Werbeausgaben im Fernsehen betrachtet. Aber ist das die Zielgruppe die wir uns wünschen? Ich will ja nicht die Liebhaber der Volkstümlichen Musik verunglimpfen, aber wenn wir von dem Heile Welt, Schatz Putzi Mausi Image weg wollen müssen wir auch dementsprechend auftreten.



Fundstücke, lesenswertes, usw. im Netz über Südtirol:



Eingang

Das Festival auf der Gompm Alm ist ja schon fast eine Institution, ok es ist eine Institution. Das tolle Wetter und die bunte Mischung der Besucher sollten wohl optimale Voraussetzungen sein um eine ordentliche Party vom Stapel zu lassen. Auch dieses Jahr wurde einiges geboten, vor allem Musik, ein Volleyball-Turnier, ein verunglkückter Sonnenbrillen-Wettbewerb und unmögliche hygienische Verhältnisse. Es ist mir durchaus bewusst, dass man auf der Alm keine besonderen Ansprüche haben sollte, aber wer so sehr darauf pocht, dass man sich in einem Schutzgebiet befindet, dass man keine Drogen konsumieren soll, nur innerhalb des Zaunes campieren und man kein eigenes Essen und Trinken mitnehmen darf, und alle Zelte abklappert um 5 Euro für die Müllentsorgung zu kassieren, sollte es auch möglich machen, dass man innerhalb der Veranstaltung seine Notdurft verrichten kann.


Keine Drogen Gipsmaske

Niemand sollte gezwungen werden, im Wald sein Häufchen[A] zu hinterlassen. Warum gezwungen?. Nehmen wir mal an, dass an diesen beiden Tagen 1.000 Besucher auf der Veranstaltung waren, eine vorsichtige Schätzung (es waren sicherlich mehr), und nehmen wir weiters an, dass durchschnittlich jeder Besucher einmal aufs Häuschen muss[B] ergeben sich 1.000 Besuche auf den 2 fixen und 3 Dixie-Klos[C] und 1 Waschbecken. Dass die Dixie-Klos nach nur ein paar Stunden unmöglich waren versteht sich von selbst, also konzentrierte sich alles auf die 2 übrig gebliebenen sanitären Anlagen. Dass sich da mal schnell eine Schlange bildet ist leicht vorherzusehen.

Knappes TurnierIch muss ja zugeben, dass ich mich schon des Öfteren gefragt habe, wieso es eine so große Diskrepanz gibt bei der Anzahl an sanitären Anlagen in Firmen und in Gastbetrieben. Ein Handwerksbetrieb mit 15 Angestellten muss 5 Klos installieren, eine Diskothek für 600 Leute braucht nur 4, und da arbeiten meist auch mehr als 10 Leute. So richtig logisch ist das ja nicht – außer man argumentiert, dass Arbeitnehmer eher auf Klo, als am Arbeitsplatz sind. Aber wie wir wissen ist diese ganze Klo-Angelegenheit den Gastronomen sowieso ein Dorn im Auge. Da muss man was unterhalten, das kein Geld bringt. Aber da möchte ich mal ganz provokant sagen, wer was verkauft, das oben rein geht, soll sich nicht wundern, dass unten/hinten was rauskommt, das zu entsorgen gehört also zum Service ;-)

Early in the eveningIch würde mir also wünschen, dass sich die Gastronomen ein wenig mehr um dieses Thema kümmern würden. Und um mal gleich mit dem Argument aufzuräumen, dass die sanitären Anlagen sowie nur beschmiert und zerstört würden, will ich auf mehrere Studien verweisen, welche herausgefunden haben, dass je schöner und sauberer eine Anlage ist, desto weniger Schäden und Dreck wird hinterlassen. Vernachlässigte sanitäre Anlagen hingegen, laden geradezu ein „weiterzumachen“. Kurz, schön bleibt schön, hässlich wird noch hässlicher. Das kann aber natürlich nur funktionieren wenn man nicht tausende Leute auf zwei Klos loslässt.



Fußnoten

  1. natürlich mit Taschentüchern...torna
  2. Kurzbesucher vielleicht gar nicht, die die übernachten sicherlich öfter...torna
  3. 0,005 Klos pro Besucher...torna


Mixed Action

Es geht doch nichts über ein vollgepacktes Wochenende. Ich meine vollgepackt mit Events. Nicht dass an anderen Wochenenden nichts los wäre – nur nichts interessantes, wenn man nicht gerade zwischen vorgespielten Interesse[A] und Scheintod hin- und herschwankt. Da hatten wir das Volleyballturnier in Lana, Rock in der Lahn und das Rock Open Air in Prad. Ich will gar nicht weiter ausholen, aber es gab sicher noch die eine oder andere größere Veranstaltung. Und das nächste, das wird ja noch besser. Man nehme das Open Air der Kastelruther Spatzen[B], das Beach-Volleyballturnier in Dorf Tirol, das Schools Out Open AirFestival. Zumindest haben wir fällt nicht auch noch die 50cc challenge auf erst auf die nächste Woche.

Manchmal glaub ich ja, dass die Veranstalter einen Kalender mit nur einem Blatt haben, den Juni. Haben diese Leute denn Angst, dass später keiner mehr da ist, dass alle in Ferien fahren, oder was? Danach kann man wieder auf Monate auf was ordentliches warten. Es tut einem im Herzen weh, wenn man sich für eine Feier entscheiden muss[C], denn eines kann man sicher nicht – eine Tournee machen. Das lässt der Hausverstand und die Führerscheinkontrollen nicht zu. Das geht anderen genauso und das nennt man dann “Die Kundenbasis teilen”. Denn anders als eine Partymeile, wo ein reiches Angebot Kunden anlockt und bindet, wirken Großveranstaltungen[D], welche auch noch in weit voneinander entfernt sind, polarisierend. Da hat also keiner etwas davon.

After Tournier

Wie wärs also mit etwas Absprache zwischen den Herrschaften an den Schalthebeln, wie wir es ja schon einmal erhofft haben. Und ja, wie man von den Fotos sehen kann, hab ich mich auf dem Volleyballturnier in Lana rumgetrieben. Da fällt mir auch noch was ein. Wenn es regnet stört das dann auch alle Events - auch nicht gut oder?



Fußnoten

  1. der Lebensabschnittspartnerin zuliebe...torna
  2. ok, vielleicht nicht die selbe Zielgruppe, aber lustig ist es doch...torna
  3. besonders in der Gruppe...torna
  4. nenne wir sie mal so...torna


BewertungskarteBei einem kleinem Filmfestival geht es ja nicht ums gewinnen, sondern um die mondäne Atmosphäre. Die Kinolandschaft ist in Südtirol ja eher kärglich, da machen die Bozner Filmtage schon Laune. Besonders wenn sie zum 21. Mal stattfinden. Es wurde auch eifrig der rote Teppich ausgerollt und in den Medien getrommelt. Insgesamt ist es aber dann doch eher eine PR Aktion. Das Publikum für die etwas anspruchsvolleren Filme waren die „üblichen Verdächtigen“, die Leute, die sowieso eine Vorlieb für das Programmkino haben. Großen Zulauf hat natürlich auch die Dokumentation über Siegfried Langer bekommen, welche im größten Saal gezeigt wurde. Da muss ich leider auch schon die erste Frage aufwerfen. Wieso werden gewisse Filme im Wettbewerb zweimal gezeigt und andere nur einmal? Das hat auf den Publikumspreis großen Einfluss. Die nicht vergleichbaren Größe der Säle und die durchaus komische Aufteilung der Vorführzeiten zeigte sich wahrscheinlich auch am Ergebnis. Und da wollen wir nicht die Jury vergessen. Sind drei Personen nicht ein bisschen wenig, besonders wenn nur eine Jurorin sicher Zweisprachig ist (da sie aus Südtirol kommt), vier Filme im Wettbewerb aber in Deutsch gezeigt werden. Die zwei italienischen Beiträge hat der österreichische Juror wahrscheinlich auch nicht so gut verstanden[A]. Bei den Dokumentarfilmen sieht es ähnlich aus. Und gerade da gewinnt ein italienischer Film. Dementsprechend wird in der Begründung auch nur von der Verschmelzung der Bilder gesprochen. Es wird schon stimmen, dass sich in Südtirol keine „gscheiten“ Juroren finden lassen, aber ein zwei mehr könntens schon sein.



Fußnoten

  1. ok, es gibt Untertitel, und Puristen behaupten, dass die Emotionen nur in Originalsprache rüberkommen, aber eintauchen ist trotzdem schwierig...torna


…oder besser gesagt: Warum in Südtirol Feste nur gehäuft auftreten, die Dorffeste langsam aussterben und was das mit langen Nächten im Sommer zu tun hat.

0608 02

Dorf-, Wiesen-, Wald-, Feuerwehr- und Dorffeste (chi più ne ha, più ne metta) sind in Südtirol allseits beliebt. Die famosen Kirchtige (Fest des Heiligen einer Kirche) sind da auch nicht ausgeschlossen, und lassen sich in grob zwei Kategorien festmachen: „Die Kultigen“ und „Die Touristischen“. Diese beiden Begriffe benötigen keiner weiteren Erklärung. Natürlich meiden die Einheimischen die touristisch angehauchten Feste soweit es geht, aber leider gibt es gewisse Termine auf dem Festkalender, da muss man sich mit den „Gästen“ mischen. Entweder weil in der besagten Zeit kein anderes Fest gemacht wird, oder weil das Fest einfach ein Pflichttermin ist, und man es halt mal aushält wenn einem die „Gäste“ zum x-ten mal versuchen weis zu machen dass jeder Südtiroler von Ihrem Geld lebt. >>Weiterlesen>>