Gefunden, gelesen, gut befunden, weitergegeben:



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PS: Wir konnten es uns einfach nicht verkneifen, so einen Eintrag können wir nur alle 4 Jahre machen.



16:9 LogoMan kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass das digitale terrestrische Fernsehen umbedingt notwendig ist. Ein Fortschritt ohne den wir nicht Auskommen und der unseren Fernsehkonsum revolutionieren wird. Aber trotz scheinbarer Innovation ist besonders das Fernsehen, besonders in Italien, eine Wirtschaft welche sich sehr konservativ und langsam entwickelt. Dies hat viele Gründe und einige wollen wir am Beispiel DVB-T aufzeigen.

Warum digitalisiert man das Fernsehen?
Um es kurz zu machen. Damit man Pay-TV auch ohne Sat-Schüssel verkaufen kann. Man kann nämlich mit DVB-T mehr Kanäle senden und die neuen Pay-Per-View[A] sind erst seit der digitalen Technik möglich. Die ganzen Argumente, dass es besseren Empfang usw. kann man sich sparen. Auch dass die Kosten für die Sendeanstalten zurückgehen kümmern uns Konsumenten wenig. Auch, dass man DVB-T für mobile Applikationen verwenden kann (sozusagen im Zug) ist kein Vorteil gegenüber dem analogen System.

Die versprochenen Mehrkanäle können natürlich nicht mit der Vielfalt der Sat-Angebote mithalten und wenn man bedenkt, dass man einen neuen Empfänger kaufen muss um praktisch keine Verbesserung der Dienste zu haben grenzt das schon an …

Aber es geht doch um den technischen Fortschritt?
Dass es nicht darum geht kann man an einem anderen Beispiel zeigen. Das Bildformat 16:9. Wir kennen alle die schwarzen Balken die erscheinen wenn man einen Film im Fernsehen anschaut. Filme werden seit Jahrzehnten im Breitbildformat gefilmt und passen deshalb nicht richtig in den Standard-Fernsehschirm (der 4:3 ist). Schon Anfang der 90er wurde deshalb der 16:9 Standard definiert. In der analogen Fernsehwelt gab es deshalb PalPlus, welches sich aber nicht durchsetzen konnte. Wer also einen Breitbildfernseher hatte, um Filme besser zu sehen, konnte dies nur mit DVDs machen, denn die Sendungen wurden immer 4:3 ausgestrahlt. Wir reden hier noch von Röhrenbildschirmen im Breitbildformat, die es schon seit über 10 Jahren gibt. Man konnte zwar das Fernsehbild anpassen, verlor dabei aber jegliche Schärfe.

Mit dem Einzug des digitalen Fernsehempfangs (zuerst via Satellit und jetzt FreetoAir) hat sich die Situation nicht geändert. Das italienische Fernsehen strahlt weiterhin in 4:3 aus, auch wenn sie Material haben, das im 16:9 Format produziert wurde. Akut zu bemerken ist das durch die vielen neuen LCD- und Plasmaschirme die verkauft werden und die alle das Breitbildformat verwenden. Wenn die Sender 16:9 richtig senden würden, würde nicht nur der Bildschirm voll ausgenützt (wie wenn man das Bild anpasst), sondern man hätte auch keine Qualitätseinbußen.

Und das vielbesprochene HDTV?
DVB-T ist nicht für HDTV ausgelegt. Seit 2006 definiert man für Europa den Standard. Dafür braucht es dann wieder neue Geräte und die Anzahl der Kanäle würde sich wieder halbiere. Das kann man vergessen, man führt ja die neue Technik wegen der höheren Senderanzahl ein. Es gab zwar Experimente zur Olympiade in Turin, aber sehr viel tut sich da nicht. Eine gute Zusammenfassung des steinigen Weges des HDTVs in Italien bekommt man bei Wikipedia.

Fazit
Wir sehen, dass die Fernsehanstalten Innovationen so lange wie möglich versuchen hinauszuzögern. Besonders die privaten Fernsehsender suchen die Innovation nur, wenn sie eine Möglichkeit sehen mit wenig Aufwand Mehreinnahmen zu generieren. Die staatlichen Sender (besonders in Deutschland und Österreich) sind da die Vorreiter und sind eher darauf aus auch Qualität an den zahlenden Kunden zu bringen. Wir haben also das Glück auf diese Produktionen zurückgreifen zu können. Wer sich im jetzt also einen neuen Flachbildschirm kauft sollte sich im Klaren sein, dass er etwas für die Zukunft kauft. Nicht nur im Bezug auf HDTV sondern auch das normale Fernsehbild macht nur Spass, wenn man über DVB_T oder Satellit die deutschen Sender schaut. Außer natürlich man mag unscharfe und verzerrte Bilder ;-)



Fußnoten

  1. Einzeln bestellbare Angebote ohne Abbonement...torna


MaulkorbDies war der Titel eines Seminars des Amtes für deutsche Kultur und Famile - Abteilung Audiovisuelle Medien. Ein interessanter Titel und deshalb ein Muß für eine engagierten Blogger. Ich habe mich also auf den Weg in die Landeshauptstadt gemacht und mir von Hansjörg Kucera, ehemaliger Chefredakteur des Senders Bozen, der den Kurs abhielt erzählen lassen was Sache ist. >>Weiterlesen>>



Letzte Woche hatte ich die Grippe. Eigentlich nicht weltbewegend in Anbetracht der Tatsache, dass die Atommacht Pakistan am Abgrund entlang torkelt, die deutschen Eisenbahner die BRD lahmlegen (die Deutschen machen alles gründlichst, wenn schon denn schon), die Börse auf Sturzflug ging und die UNO den Weltklimabericht von 15.000 Seiten auf wenige dutzende zurecht stutzt!). Was solls, endlich mal wieder ein Grund wie in guten alten Schülertagen, durch alle Kanäle zu zappen. Und das ist je Einiges, was sich dem modernen Fern-Schauer bietet. Aber die macht die Masse auch die Klasse? Wohl selten! Der kalte Schauer rieselt über den Rücken! >>Weiterlesen>>



Serie A - Dritter SpieltagVolleyball gehört zu jenen Mannschaftssportarten die irgendwie jeder schon einmal ausgeübt hat. Ob jetzt in der Schule, am Strand mit Freunden oder auch im Verein. Aber ist es überhaupt noch in Volleyball zu spielen? Spielt überhaupt noch jemand Volleyball? Sieht sich jemand die Spiele an? Um es vorweg zu nehmen, ja. Aber die Entwicklung von Volleyball ist exemplarisch für viele Sportarten und deshalb wollen wir hier mal etwas Licht in den Sporthimmel bringen.


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Immer wieder kann man lesen, dass die Tourismustreibenden auf den hochwertigen Besucher setzen sollen. Die Qualität soll stimmen und die Schnäppchenjäger sollen nach Mallorca fliegen. Der Massentourismus soll eingedämmt werden, die Busse voll mit Ich-Schmier-Mir-Mein-Mittag-Am-Frühstückstisch-Gäste sollen gutbetuchten und kultivierten Ich-Lass-Es-Mir-Gutgehen weichen. Da müssen die Rahmenbedingungen auch stimmen. Da muss Kultur her.

Maria JoaoIn den letzten Jahren hat sich auch einiges getan. Ein Beispiel dafür sind die Meraner Musikwochen. Die gibt es schon eine ganze Weile und die Qualität muss sich hinter anderen vergleichbaren Veranstaltungen in ganz Europa nicht verstecken. Dieses Jahr waren The Netherland Philharmonic Orchestra, das Russian National Orchestra, das Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin, Royal Philharmonic Orchestra London und Thomas Quasthoff & Maria Joao um einige zu nennen dabei. Da würden man meinen, dass unsere SMG sicher auch Ihre Hände im Spiel hat. Der Vermarktungswert ist ja nicht unerheblich. Das Land wird sicherlich auch als Sponsor auftreten, den Glamour der Hochkultur aufsaugen. Aber nein, die Wirtschaft sponsert das Festival. Allen voran eine Bank und ein deutscher Autohersteller.

Ok, man könnte meinen, dass die Südtiroler Landesregierung keine internationalen Musik-Events finanzieren will. Aber weit gefehlt, wie wir in einer offiziellen Pressemitteilung vom 10. September lesen können:

GRAND PRIX DER VOLKSMUSIK
Angesichts der Finanzknappheit des Senders Bozen der Rai wird das Land in die Bresche springen, um die Ausstrahlung des Grand Prix’ der Volksmusik aus Südtirol im Jahre 2009 zu ermöglichen. “Über unsere Haushaltskapitel Fremdenverkehr und Marke werden wir 150.000 bis 180.000 Euro zur Verfügung stellen, um die 200.000 bis 220.000 Euro teure Veranstaltung mitzufinanzieren”, so der Landeshauptmann. Ausschlaggebend für die Entscheidung war die Werbewirksamkeit der Sendung, die von Millionen Zuschauern in Österreich, der Schweiz, Deutschland und Südtirol verfolgt wird.

Werbewirksam wird die Sendung schon sein, und die Reichweite ist auch beachtlich, wenn man sonstige Werbeausgaben im Fernsehen betrachtet. Aber ist das die Zielgruppe die wir uns wünschen? Ich will ja nicht die Liebhaber der Volkstümlichen Musik verunglimpfen, aber wenn wir von dem Heile Welt, Schatz Putzi Mausi Image weg wollen müssen wir auch dementsprechend auftreten.



Das neudeutsche „pimpen“ bzw. tunen, welche man früher als aufmotzen oder friesieren kannte ist ja wieder groß in Mode gekommen. Auf allen Fernsehkanälen, in vielen Kinostreifen und verschiedenste Veranstaltungen huldigen diesem Steckkenpferd[A].

Viele werden sich an ihre Vespa oder Ciao erinnern, welche früher illegaler weise mit Auspuff und größerem Zylinder versehen wurden. Es war schon fast normal. Später kam die Ape. Eigentlich glaubte ich dass die Ape-Welle schon vorbei ist, aber in der Populär-Wissenschaftlichen Sendung Galileo von Pro7 kamen die Stree Devils aus dem Ultental zu Ehren.

Witzig ist natürlich wie die Jungs versuchen korrektes Deutsch zu sprechen und über-korrigieren. Da wird dann aus „Da kommt noch ein Vergaser drauf“ ein „Da kommt noch ein Vergaser hinauf“. Deshalb wird es wohl auch die Untertitel brauchen, welche nicht immer wirklich das wiedergeben was gesagt wurde. Aber so sind sie halt, die Journalisten.



Fußnoten

  1. so nennt man Hobby auf deutsch...torna