Fest in Eppan
Ich muss zugeben, dass ich bisher Törggelen und Feste als zwei verschiedene Arten von Freizeitaktivitäten gesehen habe. Bei einem schaut man im Voraus in einem Keller einen Platz zu bekommen und geht dann mit seinen Freunden und Kollegen hin und feiert mit eben dieser Gruppe. Bei einem Fest geht man hin (mitunter auch allein) und schaut wer noch so alles da ist. Jetzt gibt es aber schon seit längeren, wie ich jetzt gemerkt habe, eine Kombination. Das Törggele-Fest. Das kann eine touristische Ausprägung haben, wie das in Klausen, das schon Ende September stattfindet und eher an Weihnachtsmarkt erinnert und wo man sich mit Recht frägt woher sie so früh die Kösten (Kastanien) herbekommen. Aber es gibt auch die volksnahen Feste in Eppan und Tisens.

Ansitz in EppanZu Essen gibt es erwartungsgemäß Keschten (auch Kastanien), Hauswurst mit Kraut und die anderen typischen Törggele-Speisen. Die Stimmung ausgelassen, der Zulauf enorm. Es widerspricht der allgemeinen Meinung, dass nur im Sommer die Leute sich aus dem Haus trauen. Einen Haken hat das Ganze aber. Es ist im Oktober am Abend einfach kalt. Und bei aller Liebe zum Feiern, im Sommer ist man am Abend lieber draußen.



Rittertage Schluderns

Hier also der zweite Teil unseren Südtiroler-Fest-Report. Und auch dieses mal sparen wir nicht mit Kritik und Lob. Versprochen. >>Weiterlesen>>



Der Christian hat sich auf der Präsentation der Machbarkeitsstudie einer neuen Eisenbahn (oder S-Bahn) von Bozen nach Eppan schlau gemacht. Und auch hier, wie bei manch solcher Vorschläge, scheint das ganze etwas unausgegohren zu sein. Vielleicht ist der Vorschlag eine neue Trasse nach Eppan zu machen nicht ganz so hirnrissig, wie jene, eine von Meran ins Passeiertal zu bauen, aber ein Problem bleibt immer das Gleiche. Die Zubringerdienste.

Das mit den Zubringerdiensten ist wirklich einer der großen Knackpunkte. Ich weiß noch von Londoner Zeiten, dass es einen riesen Unterschied macht, ob man direkt an einer U-Bahnstation lebt, oder man (nur 2 km entfernt) Bus, Zug und dann U-Bahn nehmen muss. Für die gleiche Entfernung zum Arbeitsplatz brauchte ich 3-mal so lange. Wenn ich ein Auto gehabt hätte hätte ich auf die öffentlichen Verkehrsmittel verzichtet.

Vielleicht wären auch radikalere (und billigere) Methoden wirksam. Die Straßen nur zu bestimmten Zeiten für bestimmte Gefährte zu reservieren. Z.B. dass Touristen nicht in den Pendler-Zeiten fahren dürfen - die Bauern[A] bestimmte Ablade-Fenster bekommen usw. Praktisch das Auto-Fahren so unaktraktiv machen dass die öffentlichen Verkehrsmittel mehr genutzt werden.

Das ist nicht eine Verbotsstrategie, sondern eine Optimierung der vorhandenen Resourcen. Ich finde dass in unserem Land, Geld sein dank, immer zuerst darüber nachgedacht wird was man neues dazubauen kann, bevor man sich Gedanken darüber macht, wie man das bestehende besser nutzen könnte.



Fußnoten

  1. ja, ja immer auf die armen Bauern...torna