Der Christian hat sich auf der Präsentation der Machbarkeitsstudie einer neuen Eisenbahn (oder S-Bahn) von Bozen nach Eppan schlau gemacht. Und auch hier, wie bei manch solcher Vorschläge, scheint das ganze etwas unausgegohren zu sein. Vielleicht ist der Vorschlag eine neue Trasse nach Eppan zu machen nicht ganz so hirnrissig, wie jene, eine von Meran ins Passeiertal zu bauen, aber ein Problem bleibt immer das Gleiche. Die Zubringerdienste.

Das mit den Zubringerdiensten ist wirklich einer der großen Knackpunkte. Ich weiß noch von Londoner Zeiten, dass es einen riesen Unterschied macht, ob man direkt an einer U-Bahnstation lebt, oder man (nur 2 km entfernt) Bus, Zug und dann U-Bahn nehmen muss. Für die gleiche Entfernung zum Arbeitsplatz brauchte ich 3-mal so lange. Wenn ich ein Auto gehabt hätte hätte ich auf die öffentlichen Verkehrsmittel verzichtet.

Vielleicht wären auch radikalere (und billigere) Methoden wirksam. Die Straßen nur zu bestimmten Zeiten für bestimmte Gefährte zu reservieren. Z.B. dass Touristen nicht in den Pendler-Zeiten fahren dürfen - die Bauern[A] bestimmte Ablade-Fenster bekommen usw. Praktisch das Auto-Fahren so unaktraktiv machen dass die öffentlichen Verkehrsmittel mehr genutzt werden.

Das ist nicht eine Verbotsstrategie, sondern eine Optimierung der vorhandenen Resourcen. Ich finde dass in unserem Land, Geld sein dank, immer zuerst darüber nachgedacht wird was man neues dazubauen kann, bevor man sich Gedanken darüber macht, wie man das bestehende besser nutzen könnte.



Fußnoten

  1. ja, ja immer auf die armen Bauern...torna


ZUG1 Ölpreisschock und Fahrverbote haben in den letzten Jahren den Zulauf an Kundschaft auf der Zuglinie Meran - Bozen gewaltig erhöht. Ich kann mich noch an die Ende der 80-er Jahre erinnern, als die Bahnhofsvorstände (ja, die gabs damals noch in jedem Bahnhof auf der Linie und sogar 1 - 2 Mitarbeiter zusätzlich) die Leute zählten die ein- und ausstiegen. Damals zirkulierte das Gerücht, die Linie würde dasselbe Ende der Vinschgerbahn machen und aufgelassen werden. Und dabei hatte alles 1881 so hoffnungsvoll begonnen. >>Weiterlesen>>