Gefunden, gelesen, gut befunden, weitergegeben:



Zwischendurch hat man auch Kontakt zu echten „Zuagroasten“, Menschen also, die nicht in Südtirol geboren sind und auch nicht unseren Dialekt sprechen. Manche sprechen nur Deutsch und kein Italienisch, manche nur Italienisch und kein Deutsch[A], manche Italienisch und ein wenig Deutsch und auch welche die weder die eine noch die andere Landessprache auch nur rudimentär beherrschen. Die letzte Gruppe lassen wir mal aus, denn wie schon der Self-Man gesagt hat: „Dies ist wieder eine andere Geschichte.“ Am interessantesten sind die Reaktionen auf unsere Sprachgewohnheiten von jenen, welche von beiden Sprachen eine Ahnung haben. Oft höre ich Kommentare voller Verwunderung mit welcher Leichtigkeit wir von einem Satz zum Anderen die Sprache wechseln, wenn wir uns in „gemischten“ Gruppen befinden. Wie komisch es ist dass eine Aussage in Deutsch auf Italienisch beantwortet wird und auf Deutsch weiter diskutiert wird. Ein Idealfall, ich gib es ja zu. Noch lustiger finde ich aber wenn ich die Herkunft gewisser Worte erklären muss, die nicht eindeutig einer Sprache oder der anderen zuzuordnen ist. Natürlich ist das „ma dai“ im Deutschen Gebrauch aus dem italienischen entlehnt, aber es gibt auch Worte wie z.B. „Puttega“ welches beide Sprachgruppen verwenden, aber außerhalb der Provinz keine Verwendung findet., Google liefert den Beweis. Jeder weiss wie es zu verwenden ist, aber keiner weiss was es eigentlich heißen soll. Eine interessante Arbeit über diesen Austausch der Sprachen mit dem Titel „Interferenze Lessicali“ könnt ihr downloaden und nach noch mehr solchen Worten im Südtiroler Dialekt Wörterbuch nachschlagen. Leider gibt es so etwas noch nicht für unseren italienischen Mitbürger.



Fußnoten

  1. ich unterstelle hier mal, dass die italienische Sprachgruppe in unserem Land unseren Dialekt zumindest versteht, wenn ihn auch nicht viele sprechen...torna


Tournee Banner

Markus Dorfmann ist wohl der Kopf hinter der Gruppe „DerDoggiSingt“, bekannt geworden, letzten Herbst durch seine erste Tournee und durch den satirisch angehauchten Song „Dor Franz vom Grödnertol“ welcher auf Youtube immerhin 40.000 mal angeschaut wurde. Jetzt macht er wieder eine Tour durchs Landl und es ist zwar nicht mehr ein Geheimtipp, aber ein Tipp allemal. Wir hatten das Glück schon vor ein paar Monaten mit Markus Dorfmann zu sprechen und haben eine Art Interview geführt, aber wie wir halt so sind, haben wir nicht die üblichen Fragen gestellt. Zum Interview geht’s hier… >>Weiterlesen>>



Asterix&Obelix Bd. 3Nach und nach werden die Helden unserer Jugend (wann hört die denn eigentlich auf?) an den Zeitgeist angepasst. Einer dieser Zeitgeister ist der, die lokalen Dialekte wieder mehr zu fördern und zu kultivieren.

Bekanntestes Beispiel dieser Anpassung ist wahrscheinlich Asterix & Obelix, welche ja schon in etlichen lokalen Dialekten eine neue Ausdrucksweise gefunden haben. Über Sinn und Unsinn derartiger Machenschaften lässt sich streiten, und vielleicht tun auch wir das Mal, aber nicht heute. Denn in südtirolerisch ist erst kürzlich der dritte Band erschienen und trotz aller Diskussionen muss man sagen, dass man sich gut damit amüsieren kann. Eigentümlich ist es schon unseren Dialekt zu lesen, nachdem es nicht wirklich eine Rechtschreibung dafür gibt (die Schweitzer haben für ihr spezielles Deutsch eine entwickelt). Und so muss man die Texte zu Anfang laut lesen, um über den Umweg des Gehöhrs zu verstehen, was eigentlich gemeint war. Vielleicht hilft ja das studieren des Vokabulars auf der Seite „Oschpele - das Südtiroler Dialekt-Wörterbuch um uns an den geschriebenen Dialekt zu gewöhnen.

Auch sehr gelungen (wenn auch etwas derb) ist ein Videoprojekt, welches unseren allen Helden Michael Knight in ein neues Abenteuer schickt. Die verzweifelte Suche nach einer Toilette und das Ganze mit Originalaufnahmen in neuer Synchronisation in unserem Dialekt. Ich muss zugeben ich hab Tränen gelacht – auch wegen der tollen Mode der 80er.