24 Apr 2007
Zwischendurch hat man auch Kontakt zu echten „Zuagroasten“, Menschen also, die nicht in Südtirol geboren sind und auch nicht unseren Dialekt sprechen. Manche sprechen nur Deutsch und kein Italienisch, manche nur Italienisch und kein Deutsch[A], manche Italienisch und ein wenig Deutsch und auch welche die weder die eine noch die andere Landessprache auch nur rudimentär beherrschen. Die letzte Gruppe lassen wir mal aus, denn wie schon der Self-Man gesagt hat: „Dies ist wieder eine andere Geschichte.“ Am interessantesten sind die Reaktionen auf unsere Sprachgewohnheiten von jenen, welche von beiden Sprachen eine Ahnung haben. Oft höre ich Kommentare voller Verwunderung mit welcher Leichtigkeit wir von einem Satz zum Anderen die Sprache wechseln, wenn wir uns in „gemischten“ Gruppen befinden. Wie komisch es ist dass eine Aussage in Deutsch auf Italienisch beantwortet wird und auf Deutsch weiter diskutiert wird. Ein Idealfall, ich gib es ja zu. Noch lustiger finde ich aber wenn ich die Herkunft gewisser Worte erklären muss, die nicht eindeutig einer Sprache oder der anderen zuzuordnen ist. Natürlich ist das „ma dai“ im Deutschen Gebrauch aus dem italienischen entlehnt, aber es gibt auch Worte wie z.B. „Puttega“ welches beide Sprachgruppen verwenden, aber außerhalb der Provinz keine Verwendung findet., Google liefert den Beweis. Jeder weiss wie es zu verwenden ist, aber keiner weiss was es eigentlich heißen soll. Eine interessante Arbeit über diesen Austausch der Sprachen mit dem Titel „Interferenze Lessicali“ könnt ihr downloaden und nach noch mehr solchen Worten im Südtiroler Dialekt Wörterbuch nachschlagen. Leider gibt es so etwas noch nicht für unseren italienischen Mitbürger.
Fußnoten
- ich unterstelle hier mal, dass die italienische Sprachgruppe in unserem Land unseren Dialekt zumindest versteht, wenn ihn auch nicht viele sprechen...torna↩
April 24th, 2007 at 03:26
Gonz an interesanter artikl, ober woaß jemond woher es wort BRUNZN kimp??
May 4th, 2007 at 08:07
…hehehe… und was sagt ihr zum Wort “seggo” oder “sekko”?
Südtiroler “Teggn” werden z.Z. in 2 Theaterstücke dargestellt:
1. “mai o mai” in Kaltern der Kühnen Ü Bühne (www.kueb.org)
2. “sekko” in der Carambolage (www.carambolage.org)