1 Apr 2008

Irgendwie sind sie für einige Jahre verstummt. Vielleicht ist der Klimawandel schuld, die paar letzten Frühjahre waren mild, auch wenn es uns Menschen nie schnell genug „warm und sonnig“ wird, und deshalb konnte man sie nicht mehr hören – die Frostsirenen.
Über die Sinnhaftigkeit habe ich mich schon als Kind oft gewundert, denn die Bauern waren meist schon in den „Wiesen“ und haben die Frostberegnung schon in Gang gebracht bevor es allgemein bekannt gegeben wurde dass es friert. Ich habe auch schon improvisierte Gastlokale gesehen, in denen sich die Landwirte dann die Nacht um die Ohren schlagen mussten in Erwartung der Eisfee. Ok, so hart ist das auch nicht, denn für Karten, Bier usw. ist immer gut gesorgt.
Heuer ist es nun doch wieder kalt genug und die Sirenen heulen wieder. Man kann nur froh sein, dass man dieses Jahr am frühen Abend gewarnt wird, wer erinnert sich nicht an die nächtlichen Weckrufe.
Zumindest das vergängliche Schauspiel in der Früh entschädigt für die Ruhestörung.
Nebenbei bemerkt. Wir können uns diesen Luxus leisten, weil wir noch genug Wasser für die „Beregnung“ haben, in anderen Apfelländern wird Tropfberegnung verwandt, aber das ist wieder eine andere Geschichte.
June 17th, 2008 at 01:32
[…] Die Bewässerung der Obstwiesen in Südtirol ist ein Privileg, das nur wenige Obstbauern auf der Welt haben. Denn nicht überall wo Äpfel wachsen können, ist auch genügend Wasser vorhanden um mit der VerschwenderischenBeregnung nach Südtiroler Prinzip die Bäume am verdursten zu hindern. Tropfberegnung heißt das Stichwort. Die hilft natürlich nicht gegen den Frost im Frühjahr und deshalb gehört auch dieser Frost-Schutz zum Luxusanbaugebiet Südtirol. […]