6 Oct 2007
Alle Jahre wieder kommt nicht nur das Christkind sondern auch der Große Preis von Meran gesponsort von der Brauerei Forst[A]. Das wichtigste Hindernisrennen im Pferderennsport Italiens wie man aus der Werbung entnehmen kann. Es gibt Zeitungsbeilagen und das nationale Fernsehen überträgt und die Polemiken über die Baufälligkeit der Anlage wird wieder an die Oberfläche gespült. Wir finden dass es sich aus anderen Gründen lohnt dabei zu sein. Findet heraus welche…
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Und wie läuft so was ab
Auch wenn es den Rennplatz in Meran schon lange gibt hatte noch nicht jeder die Gelegenheit eines mitzuerleben, deshalb hier eine kurze Beschreibung des Ablaufs. Es gibt an jedem Renntag mehrere Rennen, denn das eigentliche Rennen dauert kaum länger als 5-7 Minuten. Deshalb braucht man auch keinen fixen Sitzplatz. Vor dem Rennen studiert man auf dem Programm die Aufstellung und bekommt einen kleinen Hinweis welche Pferde favorisiert werden. Dann werden die Pferde in einem Rundparkur vorgeführt und alle pilgern hin. Jeder versucht die wertvollen Pferde von der Nähe aus zu betrachten und vorherzusehen ob das Pferd ruhig ist, oder nervös oder krank oder … Dann geht’s ab zur Wettannahme und man setzt auf das oder die auserkorenen Pferde. Jetzt wird es auf den Tribünen wieder eng. Das Startleuten gibt an das das Rennen läuft und man sieht die meiste Zeit nur entfernte Farbpunkte. Nach der letzten Kurve kommt bekanntlich der Zieleinlauf und jetzt wird es laut, jeder der gewettet hat grölt jetzt mit und feuert sein Pferd an. Am Ende zerreist man seinen Wettschein oder jubelt über den oft geringen Gewinn. Aber dabei sein ist ja alles und es kommt ja gleich das nächste Rennen also auf zum Rundkurs.

Sind Pferderennen etwas mondänes oder nur was für Spieler?
Ja und Nein. Ascot in England ist sicherlich mondän, und die Leute die auch bei dem schönsten Wetter nur im Wettraum auf Monitore glotzen sind Spieler. Aber sonst kann man den Großen Preis als ein Familienfest bezeichnen. Mit Kind und Kegel sind da ganze Familien am Start. Gewettet wird in minimalen Summen (2 Euro und so) und nachdem es wirklich ein Glückspiel, ist kann die kleine Tochter auch mal gewinnen, obwohl sie die Pferde lieber streicheln als peitschen würde. Überhaupt waren alle Klassen der Gesellschaft vorhanden, das Ticket kostete auch nur 10 Euro im Vorverkauf und war somit für jeden erschwinglich. Die Promis hatten natürlich ihre eigene Tribüne, aber die ist genauso Baufällig und einen guten Blick auf die Bahn haben sie auch nicht. Die Tribüne liegt hinter der Ziellinie. Überhaupt rate ich jedem der zu einem Pferderennen geht auch zu wetten. Es macht mehr Spaß, auch wenn verliert. Es geht um nicht viel, aber die 2 Euro die man gesetzt hat machen mitreisender. Außerdem ist das Durchschauen der Regeln und Wett-Typen eine Herausforderung für sich.
Das Rennen, der Sturz, die Überraschung
Und der große Preis selbst. War das Rennen spannend? Und ob, denn dieses Jahr gab es keinen Favoriten. Wie sollte man wetten, wer würde am Ende vorne liegen. Über 3500 Meter hetzen die Reiter ihre Pferde und die Fotografen hetzen von einem Hindernis zum anderen um die besten Bilder zu bekommen. Einer der Favoriten ist sogar gestürzt und wir hatten das Glück es zufällig zu fotografieren. Dabei wurde auch fast ein Fotograf erwischt, der zu nahe am Geschehen war[B]. Jedenfalls hat dies die Reihenfolge ordentlich durchgemischt und am Ende konnte sich das Pferd des Meraner Trainers durchsetzen. Mit einem ordentlichen Vorsprung.
Der Minus-Punkt des Tages: uns hat eine Videoleinwand gefehlt mit der wir die Rennen besser verfolgen hätten können. Das wäre doch heutzutage kein so großes Problem oder?
Der Plus-Punkt: Obwohl alle Welt behauptet dass die Infrastruktur miserabel ist fanden wir einwandfreie Toiletten, besser als bei mancher Bar oder anderen Veranstaltung.
Fazit: Nächstes Jahr den Großen Preis nicht verpassen, aber auch andere Pferde-Renntage sind einen Besuch wert.
Update: Auf Youtube haben wir auch eine Aufzeichnung des Rennens gefunden - leider nur in französisch, aber was solls ![]()

