11 Oct 2007

Letzte Woche fand im Meraner Kursaal das erste Forum Meran für Familienunternehmen statt. Also einer dieser Veranstaltungen bei der sich Unternehmer treffen, sich austauschen und sich von namhaften Referenten inspirieren lassen. Diese Veranstaltungen rufen in der gemeinen Bevölkerung ein gewisses Unbehagen aus, denn die jahrelange Schelte gegen Globalisierung und großen Unternehmen hat das Unternehmertum an sich in Verruf gebracht. Dabei bedenken viele nicht, dass auch jeder Handwerker, jedes Hotel und jedes Geschäft ein Unternehmen ist. Und weil das meistens Familienunternehmen sind, ist der Anteil der Familienunternehmen 95% an der Anzahl aller Unternehmen.
Was diesen 95% aber fehlte, waren Veranstaltungen welche direkt an sie gerichtet waren und welche neue Impulse geben können. Denn auch sie müssen sich weiterentwickeln, denn wie wir alle wissen, ändert sich die wirtschaftliche Welt rasant. Warum sollten also nur Großunternehmen von den neuen Entwicklungen profitieren?

Einer der interessantesten Aspekte war sicher, daß nicht die Interessenvertreter[A] dieses Forum veranstaltet haben, sondern zwei Unternehmer. Die Politiker, welche sich dann gern im Rampenlicht präsentieren, wurden außen vor gelassen und somit war auch ihn Südtirol mal die Gelegenheit, dass sich Unternehmer mal ohne Wahlkampf Geplapper und Selbstbeweihräucherungen auf den Inhalt konzentrieren konnten.
Zu den Referenten zählten neben Reinhold Messner, Peter Thun, Walter Steinmair und Norbert Lantschner auch noch vertreten von Festo, SAP, Weissman und der Wirtschaftsguru Reinhard Sprenger. Das genaue Programm kann man hier nachlesen. Insgesamt waren die Vorträge alle sehr Interessant und die Resonanz war auch sehr positiv und man konnte wirklich sehen, daß sich die Unternehmer auch wirklich untereinander austauschten. Das war ja der eigentlich Zweck der Veranstaltung, es sollte nicht nur Vorträge geben sondern es sollten neue Kontakte geknüpft werden können.
Nur die Südtiroler waren, bis auf die üblichen Verdächtigen, wieder mal spärlich vertreten. Die meisten trudelten beim Vortrag von Messner herein und verschwanden dann auch wieder. Gerade die Südtiroler Unternehmer, welche so gern in ihrer Heile-Welt-Blase sich breitmachen, müßten über den berühmten Tellerrand hinausschauen und Kontakte zur Welt da draußen knüpfen. Aber wie immer ist es den einheimischen Führungskräften weder Zeit noch Geld wert und überhaupt ist das ja nur etwas für die Großen. Vor so viel Engstirnigkeit möchte man am liebsten Kapitulieren.
Das aus einem kleinem Betrieb auch schnell ein sehr großer und Erfolgreicher sein kann hat Thun gezeigt. Daß die Berge, die es zu versetzen gilt in unseren Köpfen sind, hatte Messner zu berichten. Wie könnte man besser die Familienunternehmer aus Südtirol animieren beim nächsten mal dabei zu sein.
PS: Ich finde es schon interessant, wenn Politiker die Vorträge des Forums für ihre Interessen missbrauchen. So geschehen mit dem Vortrag von Herrn Steinmair.
Fußnoten
- die Unternehmer-, Handwerker- und Handelsverbände ignorierten die Veranstaltung solange es ging...torna↩

October 31st, 2007 at 04:27
[…] Anfang diesen Monats fand das erste Forum Meran für Familienunternehmen statt. Wir berichteten darüber. Um einen kleinen Einblick auch all jenen zu geben, welche nicht dabei waren konnten wir mit den […]
November 5th, 2007 at 12:40
[…] Aria e Rumore della provincia autonoma di Bolzano ha fatto un intervento allo scorso Forum Merano. Questo secondo video, della serie che vi proporremmo è in lingua italiana ed è un resoconto. […]