Verkehr




Stolz wird verkündet wie Südtiroler Studenten einen Medienpreis eingeheimst haben. Die “gekonnte Verknüpfung von Realität mit der surrealen Legowelt” wird von der Jury der Kurzfilm “Raumschiff Legopreis” gerühmt. Aber eine wirkliche Auseinandersetzung mit dem Thema findet nicht statt. Das “gemeine Volk” wird interviewt, wo die Beführworter eindeutig in der Überzahl sind und am Ende sagt man, “Gott sei dank ist der Brennerbasistunnel dann doch gebaut worden”.

Ähm 2025 ist der noch lang nicht fertig, es wird auch wieder das Bild vermittelt, dass der ganze Güterverkehr in den Tunnel soll (was einfach nicht stimmt) und es wirkt wie ein Loblied auf den Tunnel und die uneingeschränkte Mobilität. Aber seht selbst.



Logo BBTDass der Brennerbasistunnel eher ein Prestigeprojekt, als eine wirkliche Lösung der Tranistproblems ist, sollte inzwischen jedem Bekannt sein. Auch dass derBBT in die Trasse der Hochgeschwindigkeitszüge (TAV ) von Palermo nach Berlin eingefügt wird lässt an eine Lösung des Güterverkehrs zweifeln. Aber wenn wir die Beteuerungen glauben und derBBT wirklich für die Entlastung der Autobahn, sprich LKW’s auf die Bahn, bringt, dann wollen wir doch annehmen, dass es so schnell wie möglich soweit sein sollte.

Auf dem Blog von Riccardo della Sbarba konnte ich heute über eine Studie lesen, welche die Bauzeiten von so langen Tunneln vergleicht:

Pubblico qui sotto i diagrammi. Come si vede, invece che il 2015 come previsto dal progetto (intanto la BBT ha allungato la previsione al 2022) lo studio fa l’ipotesi del 2029.


Freie Übersetzung: In den vorgestellten Diagrammen sieht man, dass dieses Projekt bis 2015 abgeschlossen sein sollte (inzwischen nennt dieBBT das Jahr 2022), die Studie nennt 2029 als einen möglichen Termin.

Das heißt frühestens in 14 Jahren, wenn wir die Zulaufstrecken usw. nicht berücksichtigen. Klingt ja auch nicht so weit weg, aber wenn wir uns mal überlegen dass es die Brennerautobahn erst seit 1972 wirklich gibt schaut das schon anders aus. In etwas mehr als 30 Jahren sind aus ca. 150.000LKWs pro Jahr 2.000.000 geworden, welche über den Brenner rauschen. Allein in den letzten 8 Jahren hat sich der Verkehr um 45% erhöht. Wenn in Zukunft das Verkehrsaufkommen auch nur halb so schnell wächst (und es wird wachsen), dann haben wir in 14 Jahren 3.000.000LKWs zu bewältigen (frei nach Adam Riese).

Und was sagt uns das?
Na dass wir nicht erst auf das Wunder BBT (sofern es eines ist) warten sollten, sondern schon jetzt etwas dagegen unternehmen. Wie heißt es so oft in amerikanischen Foren, schreibt eurem Abgeordneten. Hier würde ich vorschlagen mal dem Luis einen Brief zu schreiben und sich ein wenig umzuhören. Es geht ja nicht nur darum gegen den BBT zu sein, sondern das Problem Transitverkehr wirklich anzugehen.



Nach den wochenlangen Regenfällen hat nun die Saison der Organspender, wie Motorradfahrer auch gern genannt werden, wieder begonnen. Wir haben schon letztes Jahr über die Statistiken der Aufklärungskampagne berichtet, und deren spärlichen Erfolge. Wir können ja durchaus die Begeisterung der Motorradfahrer verstehen, Kurven fahren ist schöner als geradeaus und schnell fahren kickt mehr als langsam fahren. Aber die Kombination von schlechter Streckenkenntnis und zu wenig Erfahrung mit Bergstraßen ist Brandgefährlich. Ein weiterer Faktor sind die anderen Straßenteilnehmer, denn ein nicht unbeträchtlicher Anteil der Passfahrer sind Touristen, also andere Teilnehmer mit wenig Streckenkenntnisund wenig Erfahrung mit Bergstraßen.

Wenn man die Statistiken ansieht, könnte man meinen, dass die Anzahl der Unfälle und Toten eher mit dem Wetter als mit den Aufklärungskampagnen zu tun haben. Vielleicht wäre ja eine wirklich neue Strategie von Nöten. Im anschließenden Video kann man ein paar Halsbrecherische Manöver sehen, sie nicht so extrem wie manche Polizeivideo, aber schon der normale Wahnsinn ist meiner Meinung nach zuviel.

Mein Vorschlag wären geregelte Fahrtzeiten für besonders interessante Pässe. Zum Beispiel von 11-12 Uhr die Passstraße nur in eine Richtung für Motorräder freigeben, abfahren in 1 Minuten-Takt. Da können sie dann sich richtig gehen lassen. Und wer da dann zu übermütig wird, den hauts halt dann aus der Bahn und trägt die Kosten für seine Bergung selbst. Zumindest wäre dann die Gefahr für andere etwas gemildert.



Twike in EchtAuf der Energie Passeier die vor zwei Wochen in St. Leonhard stattfand konnten man sich über zeitgemäßes Bauen und Energiesparen informieren. Denn Sinn dieser Veranstaltung möchte man erahnen, die Sinnhaftigkeit aber trotzdem bezweifeln. Sie ist eine Gegenveranstaltung zur Klimahouse in Bozen und propagiert auch nicht das einheimische Klimahaus, sonder das deutsche Passivhaus. Organisiert von einem Berater (Berthold Prünster) schafft sie also eher Verunsicherung im ganzen Passiv-Klima-Haus-House Definitionswirrwarr. Nachdem das Thema aber wichtig ist und man keine Plattform auslassen kann, haben sich auch Landesrat Michl Laimer und Norbert Lantschner zu Vorträgen beim Konkurrenten hinreisen lassen.

Die Besucherzahlen waren nicht gerade berauschend, trotz Medienrummels und deshalb wäre eine Konzentration auf einen einzigen Event im Jahr glaub´ich besser. Aber trotz dem negativen Eindruck den die Veranstaltung hinterlassen hat gab es auch Lichtblicke. Zugegeben auch etwas zum Schmunzeln anregende und vor allem Visionäre.

Zu sehen waren nämlich zwei Twikes. Aber was sind Twikes? >>Weiterlesen>>



Vignetten zur Identifizierung der SchadstoffklasseDa hat sich das Landesmobilitätsressort wieder was tolles einfallen lassen. Die Fahrverbote haben letztes Jahr zwar nichts gebracht, aber daran war das Wetter schuld. Das Jahr zuvor hat es auch nichts gebracht, aber da war auch das Wetter schuld. Also gibt es auch dieses Jahr Fahrverbote und man hofft daß das Wetter heuer mitspielt. Einen kleinen Lichtblick gibt es am Horizont, die Maßnahmen werden nur geringfügig geändert und das heißt, dass fast alle, die letztes Jahr fahren dürfen, auch heuer noch fahren dürfen.

Was uns nicht so gut gefällt ist die Vignette. Es gibt 14 verschiedene Vigneten in 4 Farben. Das soll die Identifizierung berechtigter Fahrzeuge erleichtern.

“Es ist ganz einfach”, betonte heute Mobilitätslandesrat Widmann, “keine Vignette, keine freie Fahrt.” meint Landesrat Widmann.

Ja dann wäre ja eine genug gewesen. Ich hab zwar das Prinzip verstanden das sich das Ressort ausgedacht hat. Wenn die Bestimmungen geändert werden, muss man keine weitere rausschicken, aber die Einfachheit geht dann den Bach runter. Da wäre es doch besser gewesen man würde eine pro Jahr machen, jeweils in einer anderen Farbe. Und nur wer fahren darf bekommt eine. Das würde auch die Kontrolle in Zukunft vereinfachen.

Aber das Problem der landesfremden Fahrzeuge ist auch heuer noch nicht gelöst. Diese machen einen gehörigen Anteil des Verkehrsaufkommen aus, man bedenke nur an die LKW’s welche über die Autobahn quer über Bozen hinwegbrausen, und die haben keine Vignette oder werden nicht kontrolliert. Die angekündigte Situationsanalyse hätte man auch schon letztes Jahr machen können und auf deren Ergebnisse können wir gespannt sein.



info mobilitaet
Das Callcenter “Info Mobilität” hat im letzten Jahr 54.000 Anrufe erhalten. Landesrat Widmann stellte vor allem folgendes heraus:

So hätten 94 Prozent der Anrufer nicht etwa eine Beschwerde vorzubringen gehabt, sondern eine Auskunft gebraucht.

Das bedeutet dass trotzdem noch über 10 Anrufer pro Tag eine Beschwerde vorbrachten. Und es ist auch nicht klar, welche Beschwerde nicht trotzdem als “Anfrage” verstanden wurde. Ich wäre auch gespannt ob es eine Auswertung darüber gibt welche Informationen erfragt werden, denn daraus könnte man sicher einiges ablesen.

Als erstes natürlich, dass das Telefon ein wichtiges Instrument zur Informationsbeschaffung ist. Wahrscheinlich auch wichtiger als das Internet. Die hohe Anzahl an anrufen zeigt aber auch, dass die Informationen nicht so leicht zugänglich waren und es dieses Instrument brauchte. Weiters wäre es auch interessant zu sehen wie viele Anfragen negativ beantwortet wurden. Was meine ich damit?

Stellen wir uns vor 3000 Anrufer fragen ob es eine Busverbindung auf den Hirzer gibt[A]. Das könnte doch einen Bedarf dafür anzeigen. Wird das dann weitergeleitet und erwägt eine Busverbindung anzulegen?
Meiner Meinung nach ist nicht nur in den Beschwerden ein Potential für Verbesserungen versteckt sondern auch in den Anfragen, deshalb immer mal ran an die Daten.



Fußnoten

  1. ist ein verrücktes Beispiel ich weiß...torna


Teststand

Nein, nicht die Weihe selbst war zu spät, oder zu kurz, ich schreibe diesen Eintrag zu spät, war zur spät dort und schreibe einen zu kurzen Post. Alles in Allem ist die Weihe nach Augenzeugenberichten gut verlaufen und es gab keine Zwischenfälle. Das Polizeiaufgebot war prächtig, war alles da was man so kennt, und die Kontrollen häufig, auch noch auf den Straßen nach der Veranstaltung.

Geweihte Ordnungshüter

Nur noch zwei, drei Gedanken zu der Initiative Bikerssafety. Ich finde es gut, dass sowas gemacht wird, verstehe aber nicht wieso bei der heurigen Kampagne ein 35 jähriger für tot erklärt wird, wenn in der auf der website gezeigten Statistik, genau die Gruppe der 35-45-jährigen am wenigsten Unfälle verursacht. Die Sensibilisierungskampagne würde ich auch auf Hotels ausweiten, dort wohnen nämlich die Motorradtouristen, welche unsere Straßen so sehr lieben, gerade weil sie sie nicht kennen. Und ein letzter Seitenhieb – 25 Tote sind weniger als 26 und sollten deshalb nicht größer dargestellt werden wie es hier der Fall ist.

Exemple Gute Kombination Volles PostIt


Der Christian hat sich auf der Präsentation der Machbarkeitsstudie einer neuen Eisenbahn (oder S-Bahn) von Bozen nach Eppan schlau gemacht. Und auch hier, wie bei manch solcher Vorschläge, scheint das ganze etwas unausgegohren zu sein. Vielleicht ist der Vorschlag eine neue Trasse nach Eppan zu machen nicht ganz so hirnrissig, wie jene, eine von Meran ins Passeiertal zu bauen, aber ein Problem bleibt immer das Gleiche. Die Zubringerdienste.

Das mit den Zubringerdiensten ist wirklich einer der großen Knackpunkte. Ich weiß noch von Londoner Zeiten, dass es einen riesen Unterschied macht, ob man direkt an einer U-Bahnstation lebt, oder man (nur 2 km entfernt) Bus, Zug und dann U-Bahn nehmen muss. Für die gleiche Entfernung zum Arbeitsplatz brauchte ich 3-mal so lange. Wenn ich ein Auto gehabt hätte hätte ich auf die öffentlichen Verkehrsmittel verzichtet.

Vielleicht wären auch radikalere (und billigere) Methoden wirksam. Die Straßen nur zu bestimmten Zeiten für bestimmte Gefährte zu reservieren. Z.B. dass Touristen nicht in den Pendler-Zeiten fahren dürfen - die Bauern[A] bestimmte Ablade-Fenster bekommen usw. Praktisch das Auto-Fahren so unaktraktiv machen dass die öffentlichen Verkehrsmittel mehr genutzt werden.

Das ist nicht eine Verbotsstrategie, sondern eine Optimierung der vorhandenen Resourcen. Ich finde dass in unserem Land, Geld sein dank, immer zuerst darüber nachgedacht wird was man neues dazubauen kann, bevor man sich Gedanken darüber macht, wie man das bestehende besser nutzen könnte.



Fußnoten

  1. ja, ja immer auf die armen Bauern...torna


Endlich mal ein guter Service. Da ist uns doch glatt ein email unter die Augen gekommen mit einem richtig interessantem Link. Nämlich dieser hier. Das PDF das ihr hier runterladen könnt gibt die Radarkontrollen für die aktuelle Woche für die Region Trentino-Südtirol an. Zwar nur die der Polizia aber immerhin. Das PDF erneuert sich am Montag Nachmittag. Also ab jetzt gibt’s keine Ausreden mehr - ihr wurdet gewarnt.

PS: Das ist kein illegaler Hack. Die Polizei ist vom Gesetz her angehalten die Autofahrer darauf aufmerksam zu machen, dass Radarkontrollen stattfinen. Auf der Autobahn wird das elegant beim “Casello” gelöst indem es ständig auf den Leuchttafeln steht.



Bier KennzeichenAuf unseren Straßen bekommt man ja so einiges zu sehen und personalisierte Auto-Kennzeichen (sogenannte Wunschkennzeichen) kennen wir nicht nur aus dem Fernsehen, sondern auch von unsere Nachbarn. In Deutschland kann man auch eine kleine Personalisierung vornehmen, man kann (falls die Kombination nicht besetzt ist) den dritten und vierten Buchstaben, sowie die drei Zahlen frei wählen. Trotz Einschränkung finden sich immer noch Leute die witzige Wortspiele erschaffen. Obwohl ich als Ordnungshüter bei diesem Fahrzeug bei jeder Kontrolle den Alkoholspiegel überprüfen würde.

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