Politica




Jesus im KittchenSoweit musste es ja mal kommen. Wer seinen Glauben öffentlich kundtut, muss auch im superkatholischen Südtirol eingesperrt werden. Oder will uns der Künstler etwas anderes mitteilen. Die Kombination Jesus am Kreuz, Fenstergitter mit Ausbuchtung für Blumen und öffentlicher Raum vor einem Restaurant gibt einem zu denken. Eine Interpretation wäre natürlich, dass der Tod am Kreuz allein nicht ausreicht, um die Menschheit von seiner Erbsünde zu befreien. Es gilt immer noch den Käfig der eigenen Glaubensgemeinschaft zu sprengen. Wie man dies schafft, ist natürlich eine ganz andere Geschichte. Das Martyrertum scheint aber nicht nur damals in Mode gewesen zu sein. Die ganze Welt zu überzeugen es besser zu machen, schaffen auch die aktuellen Für-Den-Einzigen-Gott-Selbstzerstörer nicht. Da liegt es dann wohl wieder an jedem selbst etwas für eine bessere Welt zu tun.



Kein Tirol
Man stolpert im Stadt- und Landbild immer wieder über Zeitgenossen bzw. deren Hinterlassenschaft, die Ihre freie Meinungsäußerung mittels Spraydose kundtun. Nur kurz vorweg möchte meinen Hut vor den echten Graffitikünstler ziehen, aber von denen ist hier nicht die Rede. Zurück zum Thema. Eigentlich gibt es ja nur noch zwei Arten von Parolensprayern hier bei uns: Verliebte (z. B. TVTB Sarah = Ti voglio troppo bene Sarah) und faschios aus beiden Sprachlagern. Manchmal aber haben sie ja recht, und hier ruf ich alle auf die Liste zu vervollständigen, und auch sage hier: „Ich will Kein Tirol, …“

… in dem es immer noch Idioten gibt, die glauben mit Spraydosen in grottenschlechter Typografie ihre Anfeindungen zu verbreiten.

… in dem rechte Radikale immer noch Lügen verbreiten.

… in denen italienische Kinder von den Eltern nicht ermutigt werden die zweite Landessprache von klein auf zu lernen, und sich im fortgeschrittenen Alter umso schwerer tun das nachzuholen.

… in dem Gastwirte sich über die das Alkoholverbot für Jugendliche unter 18 Jahren aufregen, und meinen dass Jugendschutz ihnen, dass Geschäft vermiest.