Mir sein Mir




oe1 geschichte

Auf dem Österreichischen Kultursender Ö1 gibt es eine Geschichts-Radiosendung (und auch einen ). Pro Woche wird ein Thema in kleinen Portionen abgehandelt. Letzte Woche war das Thema die Ladiner in Südtirol. Interessant und hörenswert.

Aus dem Inhalt:

  • Eine lebendige Volksgruppe mit weit zurück reichenden Wurzeln
  • Die Ladiner als Spielball politischer Interessen im Mittelalter und früher Neuzeit
  • Die Ladiner und ihr erwachendes Nationalbewußtsein…
  • Italianisierung, Germanisierung und immer wieder entäuschte Hoffnungen
  • Situation und Perspektiven der Ladiner heute

Update: Nachdem uns DoloMythicos aufmerksam gemacht hat, dass die Links gestorben sind, haben wir uns entschlossen, die Dateien hier zum download anzubieten.

Minderheit in der Minderheit - Ö1 Geschichte (16)



Jeder Südtiroler kennt sie, oder glaubt sie zu kennen - die Bergbauern. Wer sie kennt, weiß dass es kein leichtes Leben ist und ist froh, dass sie unterstützt werden - sei es nun finanziell oder mit praktischer Hilfe beim Heu machen. Die anderen machen oft den Fehler die Bergbauern in einem Topf mit den Talbauern zu werfen. Aber nicht nur der Winkel der Wiesen und Äcker ist anders, auch der Menschenschlag ist ein anderer.

Die Belohnung ist das Leben selbst. Ich lebe friedlicher, ich habe keinen Stress. Und die Kinder leben wie im Paradies. Deswegen habe ich mich auch dafür entscheiden.

Dieses Zitat aus einer Reportage vom Deutschlandradio Kultur zeigt diesen Unterschied auf. Lesens- und Hörenswert - ein Einblick in unsere bäuerliche Kultur die noch relativ unberührt ist von den Touristen im “Urlaub auf dem Bauernhof”.

Reportage - Hoch hinaus

MP3-Download der Reportage - Hoch hinaus

Update: Wie ein Leser uns aufmerksam gemacht hat - kann man auf diesem Hof auch urlauben (siehe unten).



Als erstes möchte ich allen danken, die bisher mitgemacht haben. Es zeigt sich, dass das Essen ein wichtiger Teil unseres Lebens ist. Ich möchte deshalb eine zweite Runde einleuten, bevor ich eine Zusammenfassung mache und eine Hitparade der beliebtesten Gerichte “in” (nicht nur “aus”) Südtirol zu verfassen.

Ich rufe die weiteren Blog-Schreiber sich zu beteiligen. Es geht darum, die 5 Gerichte/Speisen zu nennen, auf welche man mindestens einmal pro Monat nicht verzichten kann. Alle Gerichte sind zugelassen, aber man sollte nicht nur Nudel schreibe, sondern z.B. Spaghetti Carbonara. Verfasst einen Beitrag und setzt einen Link auf “Blogparade: So isst Südtirol“, wo ihr auch noch mehr Infos und die bisherigen Teilnehmer findet.

Per i nostri amici di madre lingua italiana. Questo recall per un “MeMe”, come ho imparato da poco si riferisce a nominare in un post i cinque piatti dei quali non potete fare a meno di mangiare una volta al mese e di mettere un link al post “Blogparade: So isst Südtirol“, dove troverete anche maggiori informazioni e i blogger che hanno partecipato fino ad ora. >>Weiterlesen>>



KürbissuppeLetztes Jahr amüsierten wir uns über die Lektüren der Südtiroler Blogger und heuer wollen wir mal eine Parade starten. Passend zu unserem leicht ironischen Blog-Namen natürlich mit kulinarischer Ausrichtung. Es geht darum einen Beitrag zu verfassen und 5-10 Gerichte zu nennen, die ihr mindestens einmal im Monat essen “müsst”, anschließend setzt einen Link zu diesem Beitrag, damit wir es auch merken ;-). Ziel ist es ein Gefühl davon zu bekommen, was heutzutage in Südtirol so auf den Tisch kommt. Denn auf der einen Seite wird die Küche internationaler und gleichförmiger, auf der anderen Seite haben lokale Spezialitäten wieder mehr Anhänger gefunden. Bitte gebt Wir präsentieren dann die Ergebnisse unserer kleinen Umfrage.

E per farlo ancora più divertente lancio la parade a tutti i blogger altoatesini - nominate 5 piatti che non può mancare una volta al mese. Prego nominate piatti completi (non dite solo pizza o pasta, p.es. “pizza margherita”) e mettete un link a questo post.

Per cominciare ecco la mia lista:

  • Speckbrot
  • Knödel mit Salat
  • Mozzarella mit Tomaten
  • Gnocchi mit Butter und Salbei
  • Spaghetti aglio, olio e peperoncino
  • Spargel mit Boznersoße (in der Saison)
  • Kürbissuppe (im Winter)


E per cominciare bene chiamo alla risposta un paio di blog.



Bergfeuer zu Herz-Jesu
Die Alljährlichen Bergfeuer am Herz-Jesu-Sonntag sind ein Spektakel. Es ist beeindruckend, schönes Wetter vorausgesetzt, die verschiedenen Lichter in der Ferne und die Formen an den Hängen der Täler zu erspähen. Interessant ist auch, wie schon den kleinen Buben und Mädchen bei dieser Gelegenheit erklärt wird warum diese Feuer gemacht werden. Es geht mal wieder um die Unabhängigkeit Tirols und der Tiroler. Ein wahrlich ewiges Thema, und so manchen Außersüdtiroler nervt es auch, dass bei jedem Nachfragen, warum etwas in Südtirol so ist, wie es ist, immer die Antwort zu bekommen, dass es an der Andersartigkeit und Unabhängigkeit der Südtiroler liegt.

Und das gilt für alle Bereiche, ob in der Wirtschaft, der Kultur, der öffentlichen Verwaltung und eben auch den Traditionen. Es wird vor allem auf den Unterschied hingewiesen. Man könnte fast die Absicht vermuten, man wolle eine Art Südtiroler-Übermensch-Gedanke schaffen. Aber nachdem wir in vielen Belangen unsere Nachbarn überflügelt haben, muss sich dieser Ansatz wohl eher aus der Überschwänglichkeit des Erfolges herausgebildet haben.

Wir müssten aber mehr darauf achten auch die Gemeinsamkeiten mit unseren Nachbarn und Mitbürgern hervorzuheben, denn allzu großes Selbstvertrauen schlägt gern in Arroganz um. Das hat Folgen, denn wer als Arrogant angesehen wird gilt nicht als Vorbild. Das gilt zum einen für die führende Schicht, aber auch für den kleinen Mann, denn das Kirchturmdenken ist nur der kleine Ableger des größeren Zirkus im Landtag.

Deshalb werden auch oft die positiven Errungenschaften unseres Landes oft abgelehnt. Die all zu offene zur Schaustellung unserer Überlegenheit, die allseits geliebte Formel „Mir sein Mir“ und das herauspicken der Argumente von Experten, welche gerade ins Konzept passen, geben ein klares Bild der Willkür.

Die gleiche Arroganz schmettert aber auch die Kritik ab, welche wie sich in letzter Zeit immer öfter zeigt auch angebracht ist. Und das macht aus Kritikern Protestwähler.

Das klingt jetzt alles recht negativ, doch es braucht meiner Meinung nach nicht viel um wieder durchzustarten. Wenn wir nur einen Schritt zurückgehen und wir allen etwas mehr Aufmerksamkeit widmen, können wir wieder den gemeinsamen Weg entdecken, den wir alle in Südtirol anstreben. Ich gehe sogar soweit zu Behaupten, dass die Ziele der „Großen“ und der „Kleinen“ aller Landessprachen und der anderen Mitbürger im Grunde die gleichen sind. Und wenn man dies erkennt und das Potential sieht welches wir in Südtirol haben, an Menschen, Natur und der Fähigkeit in schwierigen Situationen Zusammenzuhalten (welche Südtirol zu dem Gemacht hat was es heute ist) können wir auch positiv in die Zukunft sehen.



Olga hat uns angeschrieben ob wir nicht eine Umfrage starten können zum Thema Zweisprachigkeitsprüfung. Aber das soll sie selber erklären:

Ich schreibe die Hausarbeit über die Zweisprachigkeitsprüfung, und ich wollte die Einstellungen der Bürgern einbeziehen. Es ist interessant, was die Einwohner davon halten. Und hier meine ich nicht nur die Meinung zu der Reform, sondern wie die Prüfung überhaupt gesehen wird, d.h. wirklich wie die Eignung zur Anstellung im öffentlichen Dienst oder als die Brücke in die zweisprachige Gesellschaft?

Wir haben uns erlaubt die Fragen zu teilen, bitte nehmt eifrig an allen teil. Kommentare sind natürlich auch willkommen und können hier hinterlassen werden.

Und da es um Zweisprachigkeit geht hier eine Zusammenfassung in italienisch.

Una nostra lettrice voleva sapere il vostro parere sull’esame di bilinguismo. È un tema molto discusso e vi pregerei di partecipare a questo piccolo sondaggio (non professionale). Il vostro commento su questo tema è ovviamente molto gradito, perciò fatevi avanti.

Sollen Angestellte im öffentlichen Dienst zweisprachig sein?
I dipendenti pubblici dovvrebbero essere bilingui?

Bisheriges Ergebins anzeigen

Loading ... Loading …

Ist die Zweisprachigkeitsprüfungspflicht für Angestellten im öffentlichen Dienst in Ordnung?
L’obligo degli esami di bilinguismo per i dipendenti pubblici è corretto?

Bisheriges Ergebins anzeigen

Loading ... Loading …

Ist die derzeitige Regelung und Durchführung der Zweisprachigkeitsprüfung in Ordnung?
La gestione e l’attuazione delgli esami di bilinguismo va bene comè?

Bisheriges Ergebins anzeigen

Loading ... Loading …

Was ist die Zweisprachigkeitsprüfung für Sie? Merfachnennung möglich.
Cos’è per lei l’esame di bilinguismo? È possibile scegliere più opzioni.

Bisheriges Ergebins anzeigen

Loading ... Loading …


Qualche settimana fa abbiamo cercato di definire il termine “Heimat” che nel tedesco è univoco per definire il luogo di appartenenza o meglio … ed ecco che un autore di madre lingua tedesca ha problemi a spiegare il termine in italiano. Mi è proprio successo quando scrivevo l’articolo, che una mia collega mi ha chiesto di spiegarle il termine perché lo aveva già sentito durante lo studio universitario in Germania. Vista la mia negligenza ho posto a qualche mio amico/a altoatesino/a il quesito e vorrei proporre qui le loro definizioni: >>Weiterlesen>>



Blöder SchurzHat jemand von euch Lesern schon mal versucht den Begriff Heimat jemanden zu erklären, der nicht deutsch spricht. Egal ob es jetzt ein italienisch sprechender Mitbürger ist oder jemand, der aus dem Ausland kommt. Es wird schwierig. In vielen Sprachen findet unsere Definition der Herkunft bzw. des Ortes wo man sich „behoamatet“ fühlt keine Entsprechung. Da ist das Konzept eher auf das Land/Staat bezogen aus dem man kommt. Yoda, hat in seinem Blog, seine Leser aufgerufen Ihren Heimatbegriff zu veröffentlichen, wir deutschsprachige Südtiroler haben es diesbezüglich zweifach leicht.

Erstens sind wir eine sprachliche Minderheit im Staate Italien. Deshalb fühlen wir Heimat eher dort, wo unsere Sprache gesprochen wird. Zweitens unterstützt unser Kirchturmdenken natürlich sehr die Einschränkung seiner Herkunft auf ein kleines Gebiet – ob es nun ein geographisches ist oder ein emotionales[A] spielt meiner Meinung nach keine Rolle.

Was für uns aber durchaus wichtig ist, glaub ich, ist die Tatsache dass wir in einer Landschaft leben, welche Eindruck hinterlässt. Auch auf uns, die wir glauben, dass wir uns daran gewöhnt haben. Wer für längere Zeit[B] Südtirol verlassen hat und die Berge wieder sieht, den erfüllt ein besonderes Gefühl. Man meint fast etwas wiedergefunden zu haben, von dem man gar nicht wusste dass man es verloren hatte. So fühlt sich Heimat an.

Manch einer meint natürlich, dass man dieses Gefühl instrumentalisieren kann. Vielleicht fühlt man sich auch deshalb oft etwas befremdlich, wenn man auf manchem Leibchen geschrieben steht: „Dem Land Tirol die ewige Treue“. Das geht mir zu weit, meine Heimat gehört mir und die kann mir auch niemand nehmen. Aber es braucht mir auch niemand zu sagen, was oder wo meine Heimat ist.



Fußnoten

  1. sprich nur die Familie und besten Freunde...torna
  2. nicht nur zwei Wochen Urlaub...torna


Als Grenzen noch wirklich etwas bedeuteten[A], und man Kriege deswegen führte, wurden diese befestigt. Ein sehr markantes Überbleibsel sind die Bunker. Sie verschwinden nach und nach, aber mach einer ist noch hie und da zu sehen. Irgendwie finde ich es schade dass einer nach dem anderen abgerissen werden, weil sie doch Baudenkmäler sind. Keinem würde einfallen die Burgen abzureisen, oder die Stadtmauern von Glurns. Auch die Bunker sind Zeitzeugen und berichten von einem Kapitel der Geschichte Tirols.

 

Vielleicht hänge ich auch nur so an den Bunkern, weil ich als Kind gern mal in diese eingestiegen bin und Entdecker gespielt habe. Eigentlich sind alle zugemauert, um Unfälle zu vermeiden[B], aber die Neugier war wohl für viele Größer und so kam es, dass man immer wieder von Bunkern hörte die offen waren und die zogen mich magisch an. Ich erinnere mich noch gut, wie ein spezieller für eine Art Wettlauf von uns missbraucht wurde. Man ging als Gruppe Nachts mit Hilfe einer Lampe in das zweite Untergeschoss, löschte das Licht und das Rennen begann. Nur einer der vier Ausgänge war offen, und man musste im Dunkeln rausfinden. Je schneller, desto besser. Durch die ganzen Schützenkammern wurde das tappen im Dunkeln nicht einfacher und ein, zwei Löcher gaben den richtigen Kick[C].

Und wieso sind jetzt diese Erinnerungen aufgetaucht – na weil die Alto Adige auf Ihrer Internetseite eine Fotogalerie eingerichtet hat, welche die noch verbliebenen Luftschutzbunker in Bozen zeigt. Ganz nett, vielleicht könnte man ja mal eine Führung organisieren.



Fußnoten

  1. zumindest innerhalb Europas...torna
  2. einige sind in privaten Gebrauch, besonders die unterirdischen im Überetsch...torna
  3. die Playstation kann sich da verstecken...torna


TurbineDiese Managerweisheit, die man in so vielen Motivationskursen immer wieder vorgebetet bekommt hat fruchtbaren Boden gefunden. Und das hier in Südtirol, das bisher gegenüber Management und Motivation eher resistent war. Aber genug der Seitenhiebe. Ein schönes Beispiel für „Was zusammen machen“ hat die Gemeinde Moos im Passeier geliefert. Sie haben ein Kraftwerk gebaut. Um genauer zu sein, die Bürger der Gemeinde haben eine Genossenschaft gegründet, und diese hat das Kraftwerk gebaut. Somit gehört das Kraftwerk praktisch den Bürgern. Den rechtlichen Teil überspringen wir jetzt mal, denn nicht jede Genossenschaft kann einfach ein Kraftwerk betreiben, um auf das Resultat der ganzen Geschichte zu kommen.

ErsatzturbineDas kleine Grosswasserkraftwerk liefert den Einwohnern den heute so wichtigen Strom, produziert aber neun mal mehr Strom als, die Gemeinden verbrauchen können. Den Rest also verkauft sie. Nachdem eine Genossenschaft keine Gewinne an ihre Mitglieder ausschütten kann, muss sie das Geld verbraten, oder aber den Strompreis senken. Als erstes können sich also die Genossenschaftsmitglieder und Kunden ab 2008 über einen Strompreis freuen, der 60% niedriger ist als der übliche, über ein erneuertes Stromnetz, das weniger Verlust hat und über so manchen Extradienst der nichts mehr kostet, wie z.B. den Schneeräumdienst. Na bravo, endlich haben es ein paar mal verstanden, dass es besser ist wenn man zusammen an etwas arbeitet, als dass man ständig den anderen Steine in den Weg legt.

PS: Letztes Weihnachten bekamen alle Haushalte Energiesparlampen geschenkt – auch wenn man eine eigenes Kraftwerk hat ist es besser Strom zu sparen, weil man dann mehr verkaufen kann.

Next Page »