Kurios




Beregnung bei Regen

Die Bewässerung der Obstwiesen in Südtirol ist ein Privileg, das nur wenige Obstbauern auf der Welt haben. Denn nicht überall wo Äpfel wachsen können, ist auch genügend Wasser vorhanden um mit der VerschwenderischenBeregnung nach Südtiroler Prinzip die Bäume am verdursten zu hindern. Tropfberegnung heißt das Stichwort. Die hilft natürlich nicht gegen den Frost im Frühjahr und deshalb gehört auch dieser Frost-Schutz zum Luxusanbaugebiet Südtirol.

Es gibt aber doch Gebiete in Südtirol wo etwas Wasserknappheit herrscht. Das Vinschgau und das hintere Passeiertal gehört dazu. Hier haben die Bauern Wasserrechte, welche ihnen zu gewissen Zeiten eine gewisse Menge Wasser zuteilt. Dieses verwenden sie dann um die Wiesen zu bewässern. Falls sie das nicht tun, kann es auch schon mal vorkommen, dass sie das Recht verlieren (hat was von nicht verbrauchten Geldern in der öffentlichen Verwaltung). Deshalb wird immer bewässert wenn möglich - auch wenn es regnet - auch wenn es schon seit Wochen regnet. Das ist dann ein etwas komischer Anblick - aber Bürokratie war ja noch nie mit Hausverstand ausgestattet.



Erinnerungen werden wach wenn man im Videouniversum des Internets solche Schmankerl aus vergangenen Zeiten ausgräbt. Dieses Italia-Dance-Video mit Südtiroler Ursprung gehört eindeutig dazu. Der Refrain spukt noch immer in den Köpfen der mitdreisigern (die sogenannte Generation Golf) Südtirols herum und endlich kann man die Akteure in einer ihrer selten Live-Performances genießen.

Haltet euch die Bäuche. E per i lettori italiani di questo blog - il testo è in italiano germanico, godetevelo.



Immer wieder findet man kleine Preziosen in den Tiefen von Youtube. Hier ein 8mm Film von 1968 der unser Land in einem etwas weniger verbauten Zustand zeigt. Auf der anderen Seite ist er auch recht ernüchternd. Auch in der “Guten Alten Zeit” gab es schon Lifte und die Gletscher waren auch nicht sooo mächtig.



Frostberegnung
Irgendwie sind sie für einige Jahre verstummt. Vielleicht ist der Klimawandel schuld, die paar letzten Frühjahre waren mild, auch wenn es uns Menschen nie schnell genug „warm und sonnig“ wird, und deshalb konnte man sie nicht mehr hören – die Frostsirenen.

FrostberegnungÜber die Sinnhaftigkeit habe ich mich schon als Kind oft gewundert, denn die Bauern waren meist schon in den „Wiesen“ und haben die Frostberegnung schon in Gang gebracht bevor es allgemein bekannt gegeben wurde dass es friert. Ich habe auch schon improvisierte Gastlokale gesehen, in denen sich die Landwirte dann die Nacht um die Ohren schlagen mussten in Erwartung der Eisfee. Ok, so hart ist das auch nicht, denn für Karten, Bier usw. ist immer gut gesorgt.

Heuer ist es nun doch wieder kalt genug und die Sirenen heulen wieder. Man kann nur froh sein, dass man dieses Jahr am frühen Abend gewarnt wird, wer erinnert sich nicht an die nächtlichen Weckrufe.

Zumindest das vergängliche Schauspiel in der Früh entschädigt für die Ruhestörung.

FrostberegnungNebenbei bemerkt. Wir können uns diesen Luxus leisten, weil wir noch genug Wasser für die „Beregnung“ haben, in anderen Apfelländern wird Tropfberegnung verwandt, aber das ist wieder eine andere Geschichte.



Freitag blätterte ich durch ein Lokalblatt und was sah ich da prompt auf der ersten Seite, einen martialisch aussehenden Waldkämpfer. Als Untertitel sprach man von den Puster Air Gun Gruppen, die anscheindend alte Damen erschrecken und die Wälder unsicher machen. Und gleich auch noch der Wunsch dieser Zeitung, in bester Law and Order Manier, dieses Treiben doch endlich zu verbieten. Man kann zu solche Spielen stehen wie man will, aber es ist doch schon absurd, wie von allen Seiten versucht wird, die persönlichen Freiheit und Rechte der Personen einzuschränken. Erst vor kurzen musste das deutsche Bundesverfassungsgericht die Initiative des Innenministers, online scanning in PC’s von Personen ohne Verdachtsmomente durchführen zu können kippen. Danach wollten einige Polizeiverwaltungen vorsorglich die Kennzeichen von Autos auf der Autobahn scannen und abspeichern. Das in Deutschland. In Bozen wurde das strengste Raucherverbot eingeführt, dass ich in Europa kenne, ich möchte betonen, ich bin Nichtraucher, aber das geht nun definitiv zu weit. Die Listen von mutmaßlichen Steuerhinterziehern werden einfach an Zeitungen weitergeben und mir nichts dir nichts veröffentlicht, das ist nun schon mehr als happig. Dass diese Daten aufgrund einer Straftat in die Hände des “Rechtsstaates” gekommen sind, der von seinen Bürgern die peinlichste Einhaltung aller Regeln verlangt ist rechtlich mehr als verwunderlich. In Italien, wo es nun schon für den Bürger bald gar keine Privatsphäre mehr gegenüber dem Staat mehr gibt, scheint das keinen mehr zu interessieren. Telefone werden täglich zu tausenden abgehört, das Bankgeheimnis existiert sowieso schon lange nicht mehr aber das scheint keinen mehr zu kümmern. Und nun zu guter letzt möchte nun das Finanzministerium auch noch sämtliche Daten aller Gebäudemieter, -inhaber, -pächter usw. mit den entsprechenden Steuerpositionen verbinden. Dies alles und mehr wird uns verkauft unter dem Vorwand, unsere Sicherheit zu erhöhen, Steuerhinterziehung einzudämmen usw. obwohl die bestehenden Möglichkeiten für die Durchführung dieser Kontrollen leichtens ausreichen würde. Und das Schlimmste ist, dass etzthin in der lokalen Presse kaum Stimmen dagegen zu hören gewesen sind. Es ist klar Straftaten gehören geandet, aber nicht zum Preis der persönlichen Freiheiten von tausenden Personen, die absolut unbeteiligt sind.



ADSL VerkuendzettelTelecom Italia ist nicht für seine Kundennähe bekannt. Es ist auch bekannt, daß es in Südtirol Probleme gibt mit der Flächendeckenden Versorgung mit schnellen Internetverbindungen. Aber dies scheint sich ja jetzt zu ändern.

Und wie wird dies kundgetan. Mit einer professionellen Marketingaktion. Mit aufwendiger Werbekampagne. Mit einer Anzeige in der Dorfzeitung. Nein. Mit hunderten fotokopierten Zetteln die überall in St. Martin in Passeier und Umgebung geklebt wurden. Auf Bäumen und Geländern, Haustüren usw. Es eher den Charakter von „Wer hat meine Katze gesehen“ als die Ankündigung einer technischen Neuerung. Aber vielleicht gehört auch das zur Banalisierung des Internets.



Bei der elektronischen Post nennt man es Spam, doch auch in der Offline-Welt kennt jeder das Problem der mit Werbung überfüllten Briefkästen. Leider gibt es im normalen Leben keine Spam-Filter. Man kann zwar einen Aufkleber anbringen “Bitte keine Werbung einwerfen”, aber das hilft nur in den wenigsten Fällen. Besonders wenn der Versender trickreich zu werke geht.

Ein paar Handwerker sind nun auf die Idee gekommen, dass es vielleicht etwas nützt wenn man der Werbung einen “Mehrwert” gibt. Frei nach dem Prinzip: “Ich gebe Dir etwas nützliches, das du weiterverwendest, und dafür behältst du meine Werbung”. Sie haben also ihr Telefonnummern und Adressen auf Aufklebern angebracht auf denen auch die allgemeinen Notfallnummern abgedruckt sind. Diese sollte man sich auf das heimisch Telefon kleben. Die Gestaltung ist natürlich mehr als abstoßend und ob ein Maler so oft braucht wird, dass man seine Nummer auf dem Telefon anbringt ist auch fraglich[A].

Ich glaube, dass solche Werbeaktionen eher nach hinten losgehen können und eigentlich in mehrfacher Hinsicht eine Verschwendung sind. Sie verschwenden die Zeit und das Geld des Auftraggebers (in diesem Fall die Handwerker), Papier und Druckfarbe, Resourcen bei der Post (die hat sowie fast keine) und schließlich Zeit und Nerven der Menschen, bei denen es im Briefkasten landet. Ich glaube dass viele dieser Wurfsendungen vermieden werden könnten, wenn die Auftraggeber sich einmal ehrlich eingestehen würden was sie selbst mit dieser unerwünschten Post anstellen.

PS: Wer jetzt erwartet hat, das unansehnliche Ding hier begutachten zu können irrt. Ich habe es natürlich sofort weggeworfen ;-)



Fußnoten

  1. mal ganz davon abgesehen, dass immer weniger Leute ein Telefon zu Hause stehen haben...torna


Ein paar Jungs haben ein Ufo in Meran gesichtet und gefilm. Lustig und mit überraschenden Finale.



schnee 2007Letztes Jahr brachten wir als kleine Randnotiz dass der erste Schnee der Herbst-Winter-Saison am 5. Oktober fiel. Heuer hat sich der Winter gedacht, früher aufzustehen und schon am 5. September an die Tür zu klopfen.



Das neudeutsche „pimpen“ bzw. tunen, welche man früher als aufmotzen oder friesieren kannte ist ja wieder groß in Mode gekommen. Auf allen Fernsehkanälen, in vielen Kinostreifen und verschiedenste Veranstaltungen huldigen diesem Steckkenpferd[A].

Viele werden sich an ihre Vespa oder Ciao erinnern, welche früher illegaler weise mit Auspuff und größerem Zylinder versehen wurden. Es war schon fast normal. Später kam die Ape. Eigentlich glaubte ich dass die Ape-Welle schon vorbei ist, aber in der Populär-Wissenschaftlichen Sendung Galileo von Pro7 kamen die Stree Devils aus dem Ultental zu Ehren.

Witzig ist natürlich wie die Jungs versuchen korrektes Deutsch zu sprechen und über-korrigieren. Da wird dann aus „Da kommt noch ein Vergaser drauf“ ein „Da kommt noch ein Vergaser hinauf“. Deshalb wird es wohl auch die Untertitel brauchen, welche nicht immer wirklich das wiedergeben was gesagt wurde. Aber so sind sie halt, die Journalisten.



Fußnoten

  1. so nennt man Hobby auf deutsch...torna

Next Page »