Der Samstag Vormittag ist für Büroangestellte vor allem für 3 Dinge gut: 1) das erste mal in der Woche ausschlafen, 2) Aufräumen, putzen usw., 3) Eine Runde in die Stadt fahren. Und besonders die Runde in der „Stadt“ Bozen kann mit einigen Überraschungen aufwarten.
Irgendwie gibt es in Bozen immer was Neues, und doch bleibt alles beim Alten. Da sieht man Autos die von einem Lodenhersteller aufgemotzt wurden, sogenanntes Kuscheltuning, Touristen welche eifrig den Obstmarkt fotografieren, Schüler, welche zur Mittagszeit zum Zug rennen um rechtzeitig nach Hause zu kommen. Besonders freut es uns, dass zwei Institutionen weiterhin regen Zuspruch haben, die Osteria Carretai und die Eisdiele Avalon.
Carretai, in der Dr. Streitergasse, ist besonders am Samstag Morgen eine Show für sich. Der Renner dieser Häppchen[] Bar ist sicherlich der Tartar. Wenn mich nicht alles täuscht gehen da 20 Kilo am Samstag über die Ladentheke. Die Leute drängen sich im kleinen Lokal und stehen natürlich auch prächtig auf der Straße herum, jonglierend zwischen Teller, Häppchen, Weinglas und Zigarette. Von der Sarner Bäurin, über Schülern, Angestellten und sogar Bozner „Weisch“-Frauen ist alles vertreten und frönt den Leckereien. Bezahlt wird erst am Ende und nach Stückzahl, Wein und Häppchen kosten gleich viel, da ist die schwierigste Aufgabe des Kunden, den Überblick über die konsumierten Freuden zu behalten.
Über die Eisdiele Avalon in der Freiheitsstraße wurde ja schon öfter in den Medien berichtet. Der Meister verarbeitet nur echtes Obst, deren Herkunft angegeben wird. Keine Zusatzstoffe und natürlich ist er bemüht auch etwas ausgefallenere Varianten anzubieten. Differenzierung ist eben alles. Besonders gut gefallen hat uns, dass von der drei Schokoladesorten eine mit Chili und Kardamon dabei war. Die Angestellte bestand darauf, dass wir diese zuerst kosten sollten, bevor wir sie bestellten, denn es geht um Kundenzufriedenheit und nicht nur um Exotik.

Gerne wünschten wir uns mehr solcher löblicher Beispiele, besonderer Gastronomie und beständiger Qualität. Besonders weil sie auf den Traditionen aufbaut und sie weiterentwickelt.
Eine kleine Randnotiz noch zu guter letzt. Wer erinnert sich noch an die Episode „Friedensplatz“? Ich finde es gut, dass die Gemeinde mit diesem Schild gegen das Vergessen ankämpft. Meiner Meinung nach ein Vorkommnis dessen wir uns immer noch schämen sollten.

Fußnoten
Stichworte: Bar, Bozen, Eis, Gastronomie, Tradition, Vormittag, Wein