Bauten




BruneckEs herrscht Renovierungswut. Die größte Einzelhandelskette für Lebensmittel in Südtirol hat in den letzen beiden Jahren ordentlich investiert. Es wurden neue Einkaufstempel errichtet, aber auch ältere Großraumgeschäfte wurden aufpoliert. Ihnen allen gemein sind die Optik und die scheinbar gewollte Verwirrung der Kunden.

Architektur kann viel vermitteln – die neuen Interspar von Bruneck, Bozen und Meran sollen wahrscheinlich Transparenz, Modernität, Offenheit usw. transportieren. Wen kümmert es, wenn sie auch ein Flugzeugterminal oder ein Autohändler beherbergen könnten. Individualität war noch nie eine Stärke von Lebensmittelgeschäften aber die neuesten Entwicklungen verbreiten eine Atmosphäre zwischen Lagerhalle und Hotellobby.

Der Freie Blick suggeriert dass man sich im Einkaufsschlaraffenland frei bewegen kann, die Holzdekore und Theken sollen eine Gemütlichkeit und somit eine Vertrauensvolle Verkaufssituation suggerieren. Diese intime Freiheit hat aber ein jähes Ende wenn man in das Geschäft begibt.

SperrgebietMan muss z.B. in Meran in den ersten Stock. Die meisten Lebensmittel (aber nicht alle) sind im Erdgeschoss, man darf dort aber nicht einfach hineingehen. Über ein Laufband wird man praktisch genötigt sich zwischen Autoreifen und Stereoanlage, Bekleidung und allerhand anderem durchzulaufen um wieder ein Laufband zu betreten das einen gemächlich ins Erdgeschoss bringt. Erschwerend kommt dazu dass es keinen freien Blick gibt, geschweige denn einen geraden Weg. Im Erdgeschoss ist es nicht besser. Man irrt umher in der Suche nach dem Nötigsten, das geschickt weit entfernt platziert ist.

Der Grund ist natürlich einleuchtend. Man soll soviel Zeit wie möglich im Geschäft verbringen. Die alte Taktik, die Milch und andere täglich benötigten Produkte in den hintersten Teil der Verkaufsfläche zu platzieren, damit der Kunde zumindest einmal das ganze Geschäft durchquert ist inzwischen durchschaut und deshalb hat die neue Taktik „weit weit weg“ Einzug gehalten. So wird ein einfaches Brot und Milch holen zum Spießrutenlauf der mit nicht weniger als 30 Minuten bestraft wird.

Ein weiteres Manko ist die scheinbar große Auswahl. Die riesigen Regale sind oft meterweise mit derselben Ware vollgestopft. Auch dem klassischen Ponte-Sturm, also dem Regale-leerkaufen vor einem langen Wochenende, halten diese Theken stand. Nur Milch und Brot, die sind auch an einem normalen Samstagnachmittag schon alle.

Kirschen im JanuarDenn man muss sich immer vor Augen halten. Diese Geschäfte sind nicht für uns gebaut worden, sondern für den Umsatz des Unternehmens. Deswegen gilt es wieder eine alte Tradition aufleben zu lassen, den Einkaufszettel. Damit man auch nur das kauft, was man wirklich braucht.



Zentrale des HandwerkerverbandesKeinem ist es verborgen geblieben. Noch nie wie in den letzten paar Jahren wurden so viele neue Verbands- und Verwaltungsgebäude neu errichtet und eingeweiht. Allem gemein ist, daß sie schön, groß und teuer waren. Einige Beispiele sind die neue Handelskammer, Verband der Kaufleute und Dienstleister, Landesverband der Handwerker. Und gebaut werden diese Bauten mit Steuer- oder/und Mitgliedergeldern. Da stellt sich schnell die Frage ob sich der Verband es sich nicht zu gut gehen läßt und lieber die Beiträge senken oder mehr Dienstleistungen anbieten sollte an Stelle der repräsentativen Gebäude. >>Weiterlesen>>



Asbest Banner
Alle Zusammen Asbest heben Das wichtigste Kapital das wir Menschen haben ist unser Intellekt. Und der sitzt ja bekanntlich im Kopf[A]. Deshalb sieht der Arbeitsschutz auch vor, dass der Kopf geschützt werden soll. Das haben sich auch diese Herren gedacht und tragen deshalb ihren Mundschutz auf dem Kopf und nicht vor dem Mund. Wer will denn auch heutzutage jemanden den Mund verbieten, und eine aufs Maul geben kann der Asbest ja auch niemanden.

Vielleicht sollte man die Schutzvorrichtung umbenennen in Lungenschutz, weil Asbest schließlich die Lungen angreift und dort den Krebs verursacht. Dann würden die Arbeiter auch verstehen, dass Asbest nicht über die Stirn aufgenommen wird.



Fußnoten

  1. ok, bei manchem Mann ist er auch dann und wann abgerutscht...torna


Hotel ParadisoMit Burgen und Schlössern ist Südtirol reich bestückt. Knapp 400 sollten es wohl sein, wenn man Burgen, Schlösser, Ansitze und Türme mitzählt. Nicht wenige davon sind Ruinen. Sie zeugen von der einstigen Macht und Wehrhaftigkeit Ihrer Erbauer. Sozusagen von der guten alten Zeit. Eigentlich kann man von jeder Ruine behaupten, dass sie mal bessere Zeiten gesehen hat und zwar jene als das Bauwerk noch heil war.

Hotel ParadisoEine besondere Art von Ruine haben wir im Martelltal gefunden, eine Hotelruine. Das Hotel „Paradiso“ wurde Gio Ponti 1936 als Prototyp für ein Liftkarussell erbaut, welches zwischen Bozen und Cortina erbaut werden sollte. Es war also als Auftakt zu einer touristischen Vision gedacht. Diese ist aber schnell zerplatzt. Wem beim Gedanken Hotelruine das Bristol einfällt, welches im Frühjahr abgerissen wurde, liegt nicht allzu sehr daneben. Beide Hotels hatten denselben Besitzer wie die FF (Das Bristol) zu berichten weiß. Nun stellt sich natürlich die Frage, wieso dieses seit Ende der Siebziger Jahre lehrstehende Gebäude noch nicht abgerissen wurde. Aber wenn man bedenkt, dass die Immobilie der Brauerei Forst gehört ist auch diese Frage schnell geklärt. Wahrscheinlich steht es noch um die Kubatur zu erhalten, um etwaige zukünftige Baupläne nicht zu gefährden, welche nach einem Abriss gefährdet sein können. Und dass diese Pläne bei der Forst auch Langfristig angelegt sein können, hat man bei der „Schwarzen Katze“ in Meran gesehen. Dieses Lokal stand einsatzbereit für über 10 Jahre leer, und das obwohl die Lage, Meraner Rennweg, kaum besser sein könnte.

Und um die Frage, welche am Anfang gestellt wurde zu beantworten. Ich glaube nicht, dass es eine Hotelruine jemals zum Status einer Burgruine bringen wird, schon nur aus dem einfachen Grund, dass der Baugrund für Hotels begehrt ist und sich im Allgemeinen Hotelarchitektur in unseren Breiten kaum schützenswert ist.



Im deutschen Sprachraum sind Schwimm- oder Freibäder sehr beliebt, beliebter als im südlicheren Sphären. Bei uns übernimmt man trotzdem den kurzen aber einprägsamen Namen Lido. Wir sind überzeugt. dass nicht nur die Römer eine Badekultur hatten, aber die moderne treibt oft lustige Blüten.

Fast jedes Dorf ein Lido, das eine größer, das andere kleiner. Ein paar sind in einem schlechten Zustand, andere gerade herausgeputzt worden. Es ist wahrlich ein Spass für alle Generationen, und das schon sehr lange. Wieso gerade in Südtirol ein derart hohe Dichte an Lidos herrscht ist auf den ersten Blick nicht verständlich, vielleicht hat es aber auch mit unserem Kirchturmdenken zu tun. Wenn der Nachbar ein Schwimmbad hat, muss man selbst auch eins haben.

lido_bozenIch vermute mal, dass den Anfang das Bozner Lido gemacht hat. Schon 1929 von den Architekten Ettore Sottsass und Willy Weyhenmeyer geplant, besteht es in seiner Grundform immer noch. Auch nach einigen Umbauten kann man den rationalistischen Charakter der Gebäude erkennen. Vor allem eines gefällt mir gut, die logische Führung die dem Badegast nahe gelegt wird. Nach dem Eingang kommt man zu den Umkleidekabinen, welche man auf der einen Seite betritt und auf der anderen verlässt, von dort zu freien Spinden, über die Dusche dann ins Freie. Zurück macht noch mehr Sinn. Aus dem Schwimmbad in die Dusche, nachdem man geduscht hat holt man sich die Kleider, zieht sich um und verlässt das Lido. Ein solches Leitsystem hat aber auch noch Nebenwirkungen. Man könnte auf nackte Tatsache treffen, was bedeutet, dass man die Geschlechter trennen muss. Es gibt also diesen Weg für Männer und Frauen getrennt.

In anderen Schwimmbädern sind ähnliche Leitsysteme vorgesehen[A], aber sie werden meist durch die sich selbst organisierenden Besucher boykottiert. Das führt bisweilen zu komischen Begegnungen, aber da ist man heutzutage ja nicht mehr so streng.

Obwohl eine Kleinigkeit ist schon trotzdem immer noch gleich blöd. Geschminkte Frauen im Schwimmbad. Die armen Geschöpfe haben direkt Stress. Den Schweiss abtupfen, den Eye-Liner nachziehen, sich kämmen, zur Abkühlung nur mal kurz die Arme und Beine unter die Dusche halten, sich wieder im Spiegel kontrollieren, am Bikini herumzupfen, sich darüber wundern warum man Ausschlag bekommt wenn man geschminkt in der Sonne liegt. Jeglicher weiterer Kommentar erübrigt sich.



Fußnoten

  1. vor allem die Umkleidekabinen mit zwei Türen...torna


Als Grenzen noch wirklich etwas bedeuteten[A], und man Kriege deswegen führte, wurden diese befestigt. Ein sehr markantes Überbleibsel sind die Bunker. Sie verschwinden nach und nach, aber mach einer ist noch hie und da zu sehen. Irgendwie finde ich es schade dass einer nach dem anderen abgerissen werden, weil sie doch Baudenkmäler sind. Keinem würde einfallen die Burgen abzureisen, oder die Stadtmauern von Glurns. Auch die Bunker sind Zeitzeugen und berichten von einem Kapitel der Geschichte Tirols.

 

Vielleicht hänge ich auch nur so an den Bunkern, weil ich als Kind gern mal in diese eingestiegen bin und Entdecker gespielt habe. Eigentlich sind alle zugemauert, um Unfälle zu vermeiden[B], aber die Neugier war wohl für viele Größer und so kam es, dass man immer wieder von Bunkern hörte die offen waren und die zogen mich magisch an. Ich erinnere mich noch gut, wie ein spezieller für eine Art Wettlauf von uns missbraucht wurde. Man ging als Gruppe Nachts mit Hilfe einer Lampe in das zweite Untergeschoss, löschte das Licht und das Rennen begann. Nur einer der vier Ausgänge war offen, und man musste im Dunkeln rausfinden. Je schneller, desto besser. Durch die ganzen Schützenkammern wurde das tappen im Dunkeln nicht einfacher und ein, zwei Löcher gaben den richtigen Kick[C].

Und wieso sind jetzt diese Erinnerungen aufgetaucht – na weil die Alto Adige auf Ihrer Internetseite eine Fotogalerie eingerichtet hat, welche die noch verbliebenen Luftschutzbunker in Bozen zeigt. Ganz nett, vielleicht könnte man ja mal eine Führung organisieren.



Fußnoten

  1. zumindest innerhalb Europas...torna
  2. einige sind in privaten Gebrauch, besonders die unterirdischen im Überetsch...torna
  3. die Playstation kann sich da verstecken...torna


TurbineDiese Managerweisheit, die man in so vielen Motivationskursen immer wieder vorgebetet bekommt hat fruchtbaren Boden gefunden. Und das hier in Südtirol, das bisher gegenüber Management und Motivation eher resistent war. Aber genug der Seitenhiebe. Ein schönes Beispiel für „Was zusammen machen“ hat die Gemeinde Moos im Passeier geliefert. Sie haben ein Kraftwerk gebaut. Um genauer zu sein, die Bürger der Gemeinde haben eine Genossenschaft gegründet, und diese hat das Kraftwerk gebaut. Somit gehört das Kraftwerk praktisch den Bürgern. Den rechtlichen Teil überspringen wir jetzt mal, denn nicht jede Genossenschaft kann einfach ein Kraftwerk betreiben, um auf das Resultat der ganzen Geschichte zu kommen.

ErsatzturbineDas kleine Grosswasserkraftwerk liefert den Einwohnern den heute so wichtigen Strom, produziert aber neun mal mehr Strom als, die Gemeinden verbrauchen können. Den Rest also verkauft sie. Nachdem eine Genossenschaft keine Gewinne an ihre Mitglieder ausschütten kann, muss sie das Geld verbraten, oder aber den Strompreis senken. Als erstes können sich also die Genossenschaftsmitglieder und Kunden ab 2008 über einen Strompreis freuen, der 60% niedriger ist als der übliche, über ein erneuertes Stromnetz, das weniger Verlust hat und über so manchen Extradienst der nichts mehr kostet, wie z.B. den Schneeräumdienst. Na bravo, endlich haben es ein paar mal verstanden, dass es besser ist wenn man zusammen an etwas arbeitet, als dass man ständig den anderen Steine in den Weg legt.

PS: Letztes Weihnachten bekamen alle Haushalte Energiesparlampen geschenkt – auch wenn man eine eigenes Kraftwerk hat ist es besser Strom zu sparen, weil man dann mehr verkaufen kann.



Ich möchte euer Interesse auf die netten kleinen geschichtlichen Überreste der “glorreichen” K & K Zeit lenken. Hier sieht man die Inschrift die damals über den Stadpolizeibüros prangte. Jener Dienst der später am Rathausplatz und jetzt definitiv in die Galileistraße verlagert worden ist. K K >>Weiterlesen>>



Ci siamo di nuovo, come gia annunciato prima qui, è iniziato di nuovo, per la gioia di grandi e piccini, il tempo dei mercatini natalizi. Vabbe’ gioia …… pazienza. Oggi per caso e senza interesse di acquisti natalizi sono passato per il mercatino di Bolzano [A]. Avendo sentito parlare del mercatino “alternativo” in Palazzo Campofranco ho voluto fare un sopraluogo. Gedraenge >>Weiterlesen>>



Fußnoten

  1. in effetti dopo ho acquistato …. due sacchettini di San Nicolo per i miei nipoti in un supermercato!...torna


Wer die letzten Tage am Walterplatz vorbeimarschiert ist hat sicher bemerkt, dass sich dieser “Salon” der Stadt nun wieder auf den Weihnachtszirkus vorbereitet. Aber mehr dazu später (nach dem 30/11). Oft geht man gedankenlos durch die Stadt und übersieht oft diese kleinen, netten Ecken, die frei vom grossen Kaufrausch-Remmidemmi geblieben sind. Keine Ketten haben sich niedergelassen und ein großer Teil des Charmes von Alt-Bozen ist ihnen erhalten geblieben.gerber1 >>Weiterlesen>>

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