Salzburger KartenDass Kartenspielen eigentlich nie außer Mode gekommen ist, kann man nicht behaupten. Vielleicht macht das elektronische zocken den jüngeren mehr Spaß.

Besonders seit man in einen Pub, ein Bistro oder eine Vinothek geht und nicht mehr ins Dorfgasthaus. Es wurde viel um Geld gespielt und ist deshalb auch in Verruf geraten, aber vor allem war es nicht cool. So langsam wendet sich das Blatt und auch jüngere spielen wieder öfter Karten. In manchen Kneipen ist es auch wieder erlaubt bzw. nicht ungern gesehen. Der Herbert hat ja schon über das Watten geschrieben hat ist nun das Schnelln dran.

Erst kürzlich habe ich einer Außer-Südtirolerin versucht die Spielregeln nahezulegen und bin ziemlich auf die Schnauze gefallen. Erst beim zweiten Anlauf ist es mir gelungen das Geflecht aus Salzburger Karten[A], Regeln und den hundert Sonderregeln und Ausnahmen ungefähr zu vermitteln. Mit einiger Praxis ging’s dann aber doch.

Auch gewisse Anleitungen im Internet sind da oft nicht hilfreich, weil das „Zugeben müssen“ und „Stechen müssen“ nicht wirklich erklärt wird.

Und vor allem eines hat sich gezeigt. Es ist zwar immer noch ein Glückspiel[B], aber die vielen Sonderregeln schaffen eine gewisse Ausgeglichenheit. Zu Zweit macht es nicht so sehr Spaß, da greift das Prinzip nicht so gut, zu Dritt aber ist wohl die Perfekte Zahl. Da ist man knapp davor „Auszugehen“, da kommt ein Herzblind daher und man ist der letzte in der Runde. Zu Viert kann es bei guten Spielern schon mal länger dauern. Nachdem nach dem Wechseln fast immer alle Trumpf-Karten im Spiel kann kaum jemand richtig abräumen, und es ist auch schon vorgekommen dass man mit nur zwei angesagten Stichen „Loch geht“[C].

Man sieht es ist etwas kompliziert und üben muss man auch. Da kommt es gerade gelegen, dass man nun Schnelln auch am Computer spielen kann. Ein Informatiker der TU-Wien hat eine Schnelln-Simulation in Java[D] geschrieben. Zu finden auf seinem Schnelln-Blog.

Nach ein paar Runden muss ich sagen, dass es gut funktioniert und man richtig süchtig werden kann. Vielleicht kann man ja eine Online-Version anleiern und dann so von Büro zu Büro …



Fußnoten

  1. die sind ja auch außerhalb des Süddeutschen Sprachraums selten bekannt...torna
  2. man kann mit schlechten Karten nicht immer gewinnen...torna
  3. wir haben mal eine Runde nach 2 Stunden abgebrochen, der Beste war auf 32, der Schlechteste auf 105...torna
  4. also auch für die Linux- und Mac-Fraktion geeignet...torna

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    2 Kommentare to “Schnelln – das Kartenspiel jetzt auch am Computer”

    1. Herbert (12 comments) meint:

      Danke für den coooolen Link! Jetzt fehlt nur noch eine Dokumentation für das “Lab-biatn” und wir haben die wichtigsten Infos zu den kuturellen Schätzen des Südtirolers beisammen ;-)

    2. luki (1 comments) meint:

      Hallo! Wollte mich nur mal schnell bedanken, dass ihr einen Link auf meine Seite gesetzt habt! Liebe Grüße, Luki

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