October 2008




Kürbisleuchten
Eigentlich haben wir schon alles über Halloween gesagt, einfach nachlesen unter:

Fürchtet euch nicht ;-)



Fest in Eppan
Ich muss zugeben, dass ich bisher Törggelen und Feste als zwei verschiedene Arten von Freizeitaktivitäten gesehen habe. Bei einem schaut man im Voraus in einem Keller einen Platz zu bekommen und geht dann mit seinen Freunden und Kollegen hin und feiert mit eben dieser Gruppe. Bei einem Fest geht man hin (mitunter auch allein) und schaut wer noch so alles da ist. Jetzt gibt es aber schon seit längeren, wie ich jetzt gemerkt habe, eine Kombination. Das Törggele-Fest. Das kann eine touristische Ausprägung haben, wie das in Klausen, das schon Ende September stattfindet und eher an Weihnachtsmarkt erinnert und wo man sich mit Recht frägt woher sie so früh die Kösten (Kastanien) herbekommen. Aber es gibt auch die volksnahen Feste in Eppan und Tisens.

Ansitz in EppanZu Essen gibt es erwartungsgemäß Keschten (auch Kastanien), Hauswurst mit Kraut und die anderen typischen Törggele-Speisen. Die Stimmung ausgelassen, der Zulauf enorm. Es widerspricht der allgemeinen Meinung, dass nur im Sommer die Leute sich aus dem Haus trauen. Einen Haken hat das Ganze aber. Es ist im Oktober am Abend einfach kalt. Und bei aller Liebe zum Feiern, im Sommer ist man am Abend lieber draußen.



Die ersten sind schon rausgeflogen. Der bloggende Elmar hat seinen Rücktritt angeboten und die Direktorin des Museions muss gehen. Das hat natürlich nichts mit dem Frosch zu tun - es geht um die Bilanz, wie der Stiftungspräsident mit einem Lächeln bezeugt.

Aber es war ja schon immer so, dass in Südtirol ein Unternehmen, nach 6 Monaten einen ausgeglichenen Haushalt vorweisen muß. Man braucht ja nur an die Meraner Thermen denken. Bin schon gespannt wessen Galgenfrist abgelaufen ist. Hat jemand ein paar Ideen?

Foto: I Needed A Little Kick In The Butt, originally uploaded by BrittneyBush.



Um etwas Abwechslung in das Wahlergebnis-Analysiern zu bekommen hier ein Gastbeitrag von Dolores.

Armleder

Hat die zeitgenössische Kunst in Südtirol Einzug gehalten? Oder wurde sie einfach nur erhört? Auf jeden Fall wurde sie gehört. In den Klang- und Audioinstallationen in Franzensfeste im Rahmen der Manifesta7 und in der derzeitigen Ausstellung im Museion, die die Welt der Sonic Youth umkreist. Ein Echo dazu bilden die regelmäßigen Berichterstattungen und die meinungswiederspiegelnden Leserbriefe in den Printmedien. Die zeitgenössische Kunst stößt auf reges Interesse genauso wie auf reges Missverständnis. Sie schürt Freude und Ärgernisse und nimmt in den lokalen Medien einen noch nie dagewesenen Raum ein. So mancher Artikel reduziert die Berichterstattung zu den Ausstellungsereignissen auf Zahlen, die die Kosten für die Veranstaltung einem wirtschaftlichen Gewinn gegenüberstellen, vergessen dabei jedoch, dass die Sprache der Kunst nicht numerisch definierbar ist. Häufig wird nach dem Wahrheitsgehalt von Kunstwerken gefahndet und so mancher bisher Uninteressierte spart nicht mit Definitionen zur Kunst. Kritiker scheuen sich nicht, ihre subjektive Meinung zu den Veranstaltungen kundzutun, wobei eine bereits vorgefertigte Ablehnung fachliche Inhalte verdeckt.

Im derzeit praktizierten Kunstdiskurs stehen Überlegungen zur Froschpolemik unweigerlich im Zusammenhang mit den bevorstehenden Wahlen. Die Reflexion über die Großveranstaltung Manifesta7 ertrinkt hingegen in einem Gewirr von Besucherzahlen und Kostenziffern. Dass Kunst sich jedoch nicht mit einem Zahlensystem fassen lässt, die Besucherzahlen nichts über bleibende Eindrücke aussagen und vermittelte Gedankengänge nicht so einfach auf Parameter reduziert werden können, wird bei der Berichterstattung völlig außer Acht gelassen. Nicht zuletzt zeigen die emotionsgeladenen Aussagen von Lesern und Schreibern, dass zeitgenössische Kunst heute in keiner Weise uninteressant ist, sondern nach wie vor die Fähigkeit besitzt, Gedanken und Gefühle zu provozieren. Wäre die zeitgenössische Kunst, deren Organisation, Manifestation und deren Vermittlung in Südtirol gänzlich unangebracht, würden wohl nicht so viele Gedanken darum kreisen. Die Kunst irritiert, verstört und provoziert! Vergessen sei nur nicht, dass sie auch erfreut, überrascht und begeistert. Nicht zuletzt verdeutlicht ein reges Kunsttreiben und Neuentdecken dieser Tage, dass die Sprache der bildenden Kunst laut gehört wird. Nur schade, dass die Berichte darüber zumeist nur das Drumherum beschreiben, nicht aber über den Inhalt selbst sprechen.

Armleder

PS: Wir freuen uns  immer wenn wir anregedende Beiträge bekommen und veröffentlichen diese auch. Also einfach schicken.



Ja jetzt ist es offiziell. Die SVP hat eine Watschen gekriegt. Die 50% sind dahin, aber wie es mit Ohrfeigen so ist - sie tun zwar weh, aber so richtig nachhaltige Schäden bleiben meistens nicht. Dass sie aber trotzdem nicht ganz ohne zeigt das lustige video - was in der Politik in Südtirol nach der Watschen übrig bleibt müssen wir noch sehen, denn die absolute Mehrheit hat sie noch behalten können.



Werbespot DolomitenNein bitte wirklich nicht lachen. Denn dieser dilentantische Werbefilm ist kein Witz, sondern ein Produkt höchster kreativer Anstrengungen. Nicht nur den Klischees wird schlecht - auch die die schauspielerische Leistung der Darstellung schreit nach einer “Goldenen Himbere“. Gratuliere.



Autowerbung

Also Politikverdrossenheit schaut meiner Meinung nach anders aus. So massiv viel Medienpräsenz und Diskussionen mit allen rund um die Uhr hab ich noch bei keiner Wahl erlebt. Aber so langsam wird auch der beste Witz langweilig - deshalb ist gut dass morgen vorbei ist mit der Themenmonokultur.

Zeitung



Mauro Ferrarese and Band

Es ist das Top-Gesprächsthema nach den anstehenden Wahlen und gehört zum alljährlichen Tradition im Herbst. Fast wie die Weihnachtsessen, welche sich vor den Feiertagen häufen sich auch hier die Termine zu denen man eingeladen wird und wie bei diesen gleichen sich die Abende auch.

Normalerweise. Doch ein paar Veranstalter versuchen die Regeln zu brechen und mischen die Karten neu. Die Gompm Alm, welche von unseren Berichten schon bekannt hat sich schon seit geraumer Zeit der „guten“ Musik verschrieben und versucht neuen Schwung  in die Traditionen zu bringen. Die Idee Blues mit Törggelen und einer etwas feineren Kost, und das auf einer Almhütte, klingt nicht nur interessant – sie ist es auch.

Wie war’s denn nun
Im Gegensatz zu den Großveranstaltungen, welche auf der Alm so abgehen, war hier der Kreis eher klein und man musste sich schon vor Wochen um die Plätze bemühen. Es gab einen Shuttle Dienst, die Organisation war sehr gut und die Stimmung prächtig. Dazu beigetragen haben natürlich die Musik und die familiäre Atmosphäre. Denn wie der Herbert, der heimliche Törggelen Experte, schreibt geht es beim Törggelen darum, sich mit Freunden zu umgeben und zusammen zu feiern.

Das war bei dieser Feier leicht, denn fast alle Gäste sind Gompm-Alm Stammgäste. Da konnte man mit jedem „anbandeln“, denn jeder hatte so sein persönliches Festival-Erlebnis zu teilen und wie zu erwarten traf man die eine oder andere Bekanntschaft, welche man immer wieder trifft, wenn man sich zum Helli begibt.
Mauro Ferrarese

Die Musik
Mauro Ferrarese hat diese Stimmung sichtlich angesteckt und obwohl nicht viel Platz war und der Schlagzeuger auf der Ofenbank platz nehmen musste mutete die Performance schon fast einem Marathon an. Von 20:00 bis 1:30 Uhr spielten sie mit wenig Pausen und wer meint, dass Blues nur Trübsal verbreitet wurde eines besseren belehrt. Wie spaßig der Blues klingen kann sieht und hört man (in furchtbarer Qualität) in diesem Micro-Mittschnitt - zur Abwechslung singt ein Gast mit, und ein anderer Gast hat sich eine Gitarre geschnappt :-).

Und das Essen
Hier kann man getrost sagen, dass es wunderbar war. Es gab natürlich die Kesten und die Schlachtplatte – da kann man mit sehr guten Zutaten nichts verbessern – aber es gab auch verfeinerte Traditionsgerichte. Sozusagen abgestaubte Klassiker in denen eine Leichtigkeit und Verspieltheit gegeben wurde, ohne die Wurzeln zu leugnen. Ich möchte zwei Beispiele nennen. Zum einen gab es eine Lasagne mit Gemüse wo unter anderem auch Weißkohl (Kobis) verwendet wurde. Ein weiteres Beispiel war der Tiramisu der mit Kastanienmehl gemacht wurde.

Also kann man nur sagen, weiter so und das nächste Jahr sind wir wieder dabei. Übrigens, es gibt noch ein paar Termine mit Theater und schräger Volksmusik. Vielleicht sind ja noch ein paar Plätze frei.



Gefunden, gelesen, weitergegeben:

Thema Finanzkrise

 Andere Themen



Maenner sind WaschlappenWahlwerbung war schon immer etwas spezielles und vor allem geht sie auf die Nerven. Das zieht sich über alle Medien. Das Ohr fängt bei denRadiospots an zu bluten, neben Straßen hängen Plakate welche von Visionen geplagte Gesichter zeigen, die Briefkästen leiden unter Verstopfung und die Werbegeschenke schämen sich ihrer Aufdrucke.
Julia UNterberger - ja ja
Wir möchten hier nicht unseren Kollegen von “Die Blüten des Südtiroler Wahlkampfs” http://www.wahlkampf.bz.it/ die Schau stehlen, aber dieses Wahlgeschenk war uns einen Eintrag wert. Die Julia ist nicht umbedingt die Männerfreundlichste Kandidatin, das ist bekannt, aber die Aussage in diesem Wahlgeschenk ist eindeutig: “Männer sind Waschlappen! Deshalb verdienen sie eine Chance.” Danke Julia, aber diese Ironie und Überheblichkeit wird wohl nicht viel Stimmen bringen.

Michaela hat VisionenUnd die “Weiße Blume” vergöttert anscheinend irgendjemanden - raten ist erlaubt. Da wird wohl Gott gemeint sein, oder jemand der sich Gottähnlich fühlt. Sie sagt uns also, dass alles gut wird, wir müssen nur dran glauben. Oder sagt sie uns, dass sie nicht auf ihre Wähler (hier unten) schaut, sondern ihren Blick immer nach oben richtet. Schließlich kommen die wichtigen Dinge von oben, oder?

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