April 2008




Parallel und so
Haben wir in Südtirol eigentlich parallele Gesellschaften. Nicht nur weil die Rechts-Parteien immer wieder populistisch gegen eine Überfremdung mahnen scheint mir dieses Thema eine nähere Betrachtung wert. Leben die deutschen, ladinischen, italienischen Landsleute nebeneinander oder miteinander. Die Saisonsfachkräfte aus Osteuropa darf man auch nicht in diesem Kontext vergessen. Ein aktuelles Thema, tauchen wir ein…
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Tabelle der WertungMit dem Slogan “Südtirol für alle” will ein neues Tourismusportal auf touristische Einrichtungen aufmerksam machen, welche auch für Besucher geeignet sind, welche für “Menschen mit körperlichen Beeinträchtigungen, wie Menschen mit Behinderungen, Menschen im Rollstuhl, ältere Menschen, aber auch beispielsweise Familien mit kleinen Kindern und Kinderwagen”. Das von der sozialen Genossenschaft Indipendent gestartete Projekt ist sehr löblich, doch wie immer stellen sich einige Fragen.

Ist die Barrierefreiheit nicht gesetzlich festgeschrieben? Für die nicht-touristische Wirtschaft ist sie es, da bin ich mir sicher, vielleicht auch im touristischen Sektor - aber nur für Neubauten (wer mehr weiß, darf gern sein Wissen mit uns teilen). Die Klassifizierung “nichtZugänglich” ist wohl kaum von Nutzen, wenn man folgendes auf der Seite liest.

…Die Anmeldung erfolgt in jedem Fall unverbindlich…
…Sollte diese erste Bewertung positiv ausfallen, steht einem Eintrag in Südtirol für alle nichts mehr im Wege…


Was im Klartext bedeutet, dass nur sich freiwillig meldende Betriebe getestet werden, diese es sich dann aber anders überlegen können und auch nur aufgenommen werden, wenn sie bestehen. Also kann man die schlechtesten Kategorie wohl streichen, denn ich kann mir gut vorstellen, dass ein Gastwirt eher nicht im Verzeichnis als “Zugänglichkeit nur mit Hilfestellung” gefunden werden will.

Ob nun ein Verzeichnis von nur “geeigneten” Betrieben auch einen Effekt auf die Verbreiterung des Angebots hat wage ich zu Bezweifeln. Da würden Negativbewertungen schon eher was bewirken. Denn einfach in einem Portal nicht vertreten zu sein ist eine Sache, in einem “schlecht” dargestellt eine andere. Ein Marketingexperte, der Name fällt mir gerade nicht ein, hat folgendes herausgefunden: Eine positive Beurteilung erzählt man 2 Personen, eine negative in 10.



Gefunden, gelesen, gut befunden, weitergegeben:



NamenskarteAlle heiligen Zeiten werden die Statistiken mit den häufigsten Namen und Nachnamen von Südtirol in der Tagespropagandaschrift (aäh- sorry) Tageszeitung Dolomiten veröffentlicht. Aber nachdem so mancher von uns nicht zu den “häufigsten” gehört und somit einen seltenen Nachnamen hat, ist es erst recht interessant zu wissen wie viele Namensvetter gibt.

Ein nettes Werkzeug dafür gibt es nun vom Astat. Nicht nur wird angezeigt wie oft es einen Namen gibt, sondern auch in welchen Gemeinden und mit welcher Häufigkeit.

Zu finden hier: http://qlikview.provincia.bz.it/bnarc/Webform2.aspx



Freier FallDie öffentlich/rechtliche Sendeanstalten und besonders bei uns der Sender Bozen haben eher ein angestaubtes Image. Man erwartet sich eher von der privaten Medienlandschaft, dass sie auf ein junges Publikum setzt und näher am Puls der Zeit ist. Aber in Südtirol ist das wieder einmal anders. Die Privatradios kämpfen ums überleben und da muss das Programm so breit wie möglich aufgestellt werden. Radio Sonnenschein, der sich schon immer als Radio für junge Zuhörer verstanden hat die gleichen Probleme und hat nicht die Mittel ambitionierte Radioproduktionen zu finanzieren.

Und hier kommt die Überraschung. Der Rai Sender Bozen entwickelt aus Soundcheck die neue Sendung „Freier Fall“. Drei Stunden mit Live im Sender gespielter Musik, Jugendkultur, Blog und Forum. Hut ab an die Radiochefin welche sich die Sendung gewünscht hat, mit der Begründung, dass die Jugend in den Südtiroler Medien immer weniger Platz findet, außer wenn es darum geht ihnen etwas zu verkaufen.

Aus der Beschreibung der Sendung:

Ein Schwerpunkt wird auf in Südtirol gespielter und produzierter Rockmusik liegen. »Rockmusik« ist hier als Hilfsbegriff zu sehen, da andere Musikrichtungen wie Hiphop, Punk, Elektronik oder Blues-Rock mit einbezogen werden. Zweiter Schwerpunkt wird die Südtiroler Jugendkultur, die in Diskussionen, Interviews und Beiträgen vorgestellt wird.

Die Sendung geht heute um 19.45 los dauert über 3 Stunden. Diskutieren kann man dann im South-Tyrolean Music Board. Dann wünschen wir mal viel Erfolg (und vielleicht gibt’s die Sendung auch mal als Podcast - inzwischen gibt es aber ja den Live-Stream).



Beschreibung
TitelDie Nietta hat jetzt eine Rubrik bei “in-Südtirol” und wir werden dort als einer Ihrer Lieblingsblogs genannt. Dankeschön. Und wenn sie einer der neuen Leser der über dieses Blatt zu uns gestoßen sind, dann möchte ich sie herzlich begrüßen. Die Beschreibung ist knapp und gut gelungen und das Team wünscht viel Spaß beim Stöbern.



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Über die neuen Werbespots der SVP (und Konsorten) wird ja schon viel diskutiert. Also ganz ohne Kritik geht es nicht. Die Filme wurden für das Internet über Youtube bereitgestellt, die offizielle Seite verwendet auch dieses Video. Dagegen ist nichts einzuwenden, schont es immerhin Wahlkampfkasse. Doch Youtube ist nich umsonst ein Web2.0-Vorzeigeprojekt. Und dazu gehört eben auch dieses “Ich veröffentliche - du sagst deine Meinung - Ding”.

Ein Leser hat uns nun kontaktiert und folgendes geschrieben:

Über die Zett habe ich von einem Wahlspot der SVP auf youtube erfahren. Hab ihn mir angeschaut und kommentiert. Jetzt kommt’s: Alle Kommentare wurden gelöscht, sowohl beim deutschen als auch beim italienischen Spot. Hallo, geht’s noch, liebes Südtirol? Zensur nennt man so was, da die Beiträge zwar teilweise kritisch waren, aber weit von Spam entfernt. Hat da wer das Web nicht verstanden? Ich schäme mich für so ein Verhalten.


Ich würde ja vorschlagen, dass wir “das Team” dazu befragen. Denn web 1.5 ist zumindest schon mal möglich - Über ein Kontaktformular. Dort kann man Kommentare und Wünsche äußern, die halt dann kein anderer sehen kann.

UPDATE: Der Kronplatzblog hat die verlorenen Kommentare wiederbeschafft. Und jetzt kann man noch weniger verstehen warum die gelöscht wurden.



Nein, es geht nicht um die Arbeitnehmer, sondern um Schüler. Nachdem ich schon etwas raus bin befasse ich mich nicht täglich mit diesen Themen, was nicht bedeutet dass sie minder wichtig sind (irgendwann gab es zu meiner Zeit auch schon Vorstöße in diese Richtung). Ich veröffentliche hier eine Anfrage von pattl.com

Es handelt sich um eine Umfrage zum umstrittenen Thema „5-Tagewoche“ in der Schule. Da wir so viel wie möglich Teilnehmer erreichen möchten, bitten wir euch, um einen Link zur Umfrage, da wir bei Erfolg die Ergebnisse gerne an verschiedene Medien senden würden…
Der Grund für die Umfrage ist eigentlich sehr einfach: Die Schüler bzw. Eltern selbst wurden nie gefragt, ob es ihnen Recht ist, dass die 5-Tagewoche eingeführt wird, oder nicht, sondern entschieden hat darüber das Land, und letztendlich die einzelnen Schulen mit ihren Vorsitzenden und Direktoren. Es wäre also interessant zu wissen, was die Südtiroler Gesellschaft dann eigentlich über die 5-Tagewoche denkt.

Hier noch einmal der Link: http://www.pattl.com/?p=250



Anscheinend ist die Sitte zum Kaffee ein Glas Leitungswasser zu spendieren in unseren Breiten nicht sehr geläufig. Seis drum, die italienische Kaffeekultur, der wir ja näher sind, sieht dieses Ritual auch nicht unbedingt vor. Bei Nachfrage sind aber die meisten Gastronomen gerne bereit das Glas Wasser nachzureichen. Umso unverständlicher wird es aber, wenn man bei einem Restauraunt oder Gasthausbesuch auf der Rechnung das Leitungswasser berechnet sieht. Über den Unsinn natürliches Mineralwasser zum Essen zu bestellen will ich gar nicht eingehen, denn nicht nur in Südtirol ist das normale Leitungswasser von guter Qualität und manchmal sogar besser als das Flaschenwasser. Von der Umweltbilanz ganz zu schweigen.

Wenn man nun also sich entscheidet das Bürgermeisterwasser zu trinken erwartet man eigentlich nicht einen saftigen Betrag bezahlen zu müssen. Denn zum einen ist der Preis für das Wasser ja bekannt (1000 Liter kosten weniger als ein Euro) und zum Anderen können die Kosten für die Reinigung des Glases und Personals nicht großartig zu buche schlagen. Da wundert man sich dann schon wenn man für 0,5 Liter 80 Cent bezahlen soll.

Die Begründung des Gastronomen, dass es sich um belebtes Wasser handelt, kann mich auch nicht überzeugen. Man kann an die verbesserten Eigenschaften glauben oder eben nicht. Wenn der Gastronom an die Eigenschaften glaubt, ist es sein gutes Recht, die Kosten dann aber auf dem Kunden abzuwälzen ist aber dann aber schon grenzwertig.

Was bleibt ist ein Gefühl, dass der Kunde über den Tisch gezogen werden soll. Entweder er bestellt sich ein überteuertes Leitungswasser oder er weicht auf andere Getränke aus. Oder aber er ist Konsequent und sagt einfach: „Danke ich trinke nichts.“



Tabelle der erstplatzierten

Wieder mal, könnte man sagen, sind wir Klassenbeste wenn es um Umweltschutz und erneuerbare Energien geht. Toblach ist als Sieger bei einer Analyse von Legambiente hervorgegangen. Und die anderen Plätze sind auch nicht von schlechten Eltern. Es häuft sich fast schon auffällig das BZ bei der Provinzangabe. Da wollen wir hoffen dass dies auch in Zukunft so bleibt und man weiter die Augen offen hält und solche idiotischen Projekte wie das Kraftwerk im Eisacktal einstampft.

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