Juni 2007
Moonatsarchiv
29 Jun 2007
Als Grenzen noch wirklich etwas bedeuteten[], und man Kriege deswegen führte, wurden diese befestigt. Ein sehr markantes Überbleibsel sind die Bunker. Sie verschwinden nach und nach, aber mach einer ist noch hie und da zu sehen. Irgendwie finde ich es schade dass einer nach dem anderen abgerissen werden, weil sie doch Baudenkmäler sind. Keinem würde einfallen die Burgen abzureisen, oder die Stadtmauern von Glurns. Auch die Bunker sind Zeitzeugen und berichten von einem Kapitel der Geschichte Tirols.
Vielleicht hänge ich auch nur so an den Bunkern, weil ich als Kind gern mal in diese eingestiegen bin und Entdecker gespielt habe. Eigentlich sind alle zugemauert, um Unfälle zu vermeiden[], aber die Neugier war wohl für viele Größer und so kam es, dass man immer wieder von Bunkern hörte die offen waren und die zogen mich magisch an. Ich erinnere mich noch gut, wie ein spezieller für eine Art Wettlauf von uns missbraucht wurde. Man ging als Gruppe Nachts mit Hilfe einer Lampe in das zweite Untergeschoss, löschte das Licht und das Rennen begann. Nur einer der vier Ausgänge war offen, und man musste im Dunkeln rausfinden. Je schneller, desto besser. Durch die ganzen Schützenkammern wurde das tappen im Dunkeln nicht einfacher und ein, zwei Löcher gaben den richtigen Kick[].
Und wieso sind jetzt diese Erinnerungen aufgetaucht – na weil die Alto Adige auf Ihrer Internetseite eine Fotogalerie eingerichtet hat, welche die noch verbliebenen Luftschutzbunker in Bozen zeigt. Ganz nett, vielleicht könnte man ja mal eine Führung organisieren.
Fußnoten
Stichworte: Bunker, Erinnerungen, Kindheit, Mutprobe, Politik, Weltkrieg
21 Jun 2007
Diese Managerweisheit, die man in so vielen Motivationskursen immer wieder vorgebetet bekommt hat fruchtbaren Boden gefunden. Und das hier in Südtirol, das bisher gegenüber Management und Motivation eher resistent war. Aber genug der Seitenhiebe. Ein schönes Beispiel für „Was zusammen machen“ hat die Gemeinde Moos im Passeier geliefert. Sie haben ein Kraftwerk gebaut. Um genauer zu sein, die Bürger der Gemeinde haben eine Genossenschaft gegründet, und diese hat das Kraftwerk gebaut. Somit gehört das Kraftwerk praktisch den Bürgern. Den rechtlichen Teil überspringen wir jetzt mal, denn nicht jede Genossenschaft kann einfach ein Kraftwerk betreiben, um auf das Resultat der ganzen Geschichte zu kommen.
Das kleine Grosswasserkraftwerk liefert den Einwohnern den heute so wichtigen Strom, produziert aber neun mal mehr Strom als, die Gemeinden verbrauchen können. Den Rest also verkauft sie. Nachdem eine Genossenschaft keine Gewinne an ihre Mitglieder ausschütten kann, muss sie das Geld verbraten, oder aber den Strompreis senken. Als erstes können sich also die Genossenschaftsmitglieder und Kunden ab 2008 über einen Strompreis freuen, der 60% niedriger ist als der übliche, über ein erneuertes Stromnetz, das weniger Verlust hat und über so manchen Extradienst der nichts mehr kostet, wie z.B. den Schneeräumdienst. Na bravo, endlich haben es ein paar mal verstanden, dass es besser ist wenn man zusammen an etwas arbeitet, als dass man ständig den anderen Steine in den Weg legt.
PS: Letztes Weihnachten bekamen alle Haushalte Energiesparlampen geschenkt – auch wenn man eine eigenes Kraftwerk hat ist es besser Strom zu sparen, weil man dann mehr verkaufen kann.
Stichworte: Elektrizität, Energie, Gemeinschaft, Kraftwerk, Moos, Passeiertal, Strompreis
15 Jun 2007

Es geht doch nichts über ein vollgepacktes Wochenende. Ich meine vollgepackt mit Events. Nicht dass an anderen Wochenenden nichts los wäre – nur nichts interessantes, wenn man nicht gerade zwischen vorgespielten Interesse[] und Scheintod hin- und herschwankt. Da hatten wir das Volleyballturnier in Lana, Rock in der Lahn und das Rock Open Air in Prad. Ich will gar nicht weiter ausholen, aber es gab sicher noch die eine oder andere größere Veranstaltung. Und das nächste, das wird ja noch besser. Man nehme das Open Air der Kastelruther Spatzen[], das Beach-Volleyballturnier in Dorf Tirol, das Schools Out Open AirFestival. Zumindest haben wir fällt nicht auch noch die 50cc challenge auf erst auf die nächste Woche.
Manchmal glaub ich ja, dass die Veranstalter einen Kalender mit nur einem Blatt haben, den Juni. Haben diese Leute denn Angst, dass später keiner mehr da ist, dass alle in Ferien fahren, oder was? Danach kann man wieder auf Monate auf was ordentliches warten. Es tut einem im Herzen weh, wenn man sich für eine Feier entscheiden muss[], denn eines kann man sicher nicht – eine Tournee machen. Das lässt der Hausverstand und die Führerscheinkontrollen nicht zu. Das geht anderen genauso und das nennt man dann “Die Kundenbasis teilen”. Denn anders als eine Partymeile, wo ein reiches Angebot Kunden anlockt und bindet, wirken Großveranstaltungen[], welche auch noch in weit voneinander entfernt sind, polarisierend. Da hat also keiner etwas davon.

Wie wärs also mit etwas Absprache zwischen den Herrschaften an den Schalthebeln, wie wir es ja schon einmal erhofft haben. Und ja, wie man von den Fotos sehen kann, hab ich mich auf dem Volleyballturnier in Lana rumgetrieben. Da fällt mir auch noch was ein. Wenn es regnet stört das dann auch alle Events - auch nicht gut oder?
Fußnoten
Stichworte: Event, Festival, Lana, Party, Tirol, Volleyball
7 Jun 2007

Nein, nicht die Weihe selbst war zu spät, oder zu kurz, ich schreibe diesen Eintrag zu spät, war zur spät dort und schreibe einen zu kurzen Post. Alles in Allem ist die Weihe nach Augenzeugenberichten gut verlaufen und es gab keine Zwischenfälle. Das Polizeiaufgebot war prächtig, war alles da was man so kennt, und die Kontrollen häufig, auch noch auf den Straßen nach der Veranstaltung.

Nur noch zwei, drei Gedanken zu der Initiative Bikerssafety. Ich finde es gut, dass sowas gemacht wird, verstehe aber nicht wieso bei der heurigen Kampagne ein 35 jähriger für tot erklärt wird, wenn in der auf der website gezeigten Statistik, genau die Gruppe der 35-45-jährigen am wenigsten Unfälle verursacht. Die Sensibilisierungskampagne würde ich auch auf Hotels ausweiten, dort wohnen nämlich die Motorradtouristen, welche unsere Straßen so sehr lieben, gerade weil sie sie nicht kennen. Und ein letzter Seitenhieb – 25 Tote sind weniger als 26 und sollten deshalb nicht größer dargestellt werden wie es hier der Fall ist.
Stichworte: Bruneck, Kampagne, Motorrad, Polizei, Sicherheit, Weihe
1 Jun 2007
Gepostet von DerItchi in
Verkehr ,
Politik
[3] Kommentare
Der Christian hat sich auf der Präsentation der Machbarkeitsstudie einer neuen Eisenbahn (oder S-Bahn) von Bozen nach Eppan schlau gemacht. Und auch hier, wie bei manch solcher Vorschläge, scheint das ganze etwas unausgegohren zu sein. Vielleicht ist der Vorschlag eine neue Trasse nach Eppan zu machen nicht ganz so hirnrissig, wie jene, eine von Meran ins Passeiertal zu bauen, aber ein Problem bleibt immer das Gleiche. Die Zubringerdienste.
Das mit den Zubringerdiensten ist wirklich einer der großen Knackpunkte. Ich weiß noch von Londoner Zeiten, dass es einen riesen Unterschied macht, ob man direkt an einer U-Bahnstation lebt, oder man (nur 2 km entfernt) Bus, Zug und dann U-Bahn nehmen muss. Für die gleiche Entfernung zum Arbeitsplatz brauchte ich 3-mal so lange. Wenn ich ein Auto gehabt hätte hätte ich auf die öffentlichen Verkehrsmittel verzichtet.
Vielleicht wären auch radikalere (und billigere) Methoden wirksam. Die Straßen nur zu bestimmten Zeiten für bestimmte Gefährte zu reservieren. Z.B. dass Touristen nicht in den Pendler-Zeiten fahren dürfen - die Bauern[] bestimmte Ablade-Fenster bekommen usw. Praktisch das Auto-Fahren so unaktraktiv machen dass die öffentlichen Verkehrsmittel mehr genutzt werden.
Das ist nicht eine Verbotsstrategie, sondern eine Optimierung der vorhandenen Resourcen. Ich finde dass in unserem Land, Geld sein dank, immer zuerst darüber nachgedacht wird was man neues dazubauen kann, bevor man sich Gedanken darüber macht, wie man das bestehende besser nutzen könnte.
Fußnoten
Stichworte: Eisenbahn, Eppan, Phantasterei, Studien